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  • DE-14662 Friesack
  • 02/2020
  • Ergebnis
  • (ID 2-354768)

Neubau eines Hortes in Friesack


  • 1. Preis


    Modellbauer
    HeGe Modellbau, Berlin (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: FRÖLICHSCHREIBER, Berlin (DE)
    Landschaftsarchitekten: hutterreimann Landschaftsarchitektur GmbH, Berlin (DE)

    Preisgeld
    8.500 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Zwei klar gegliederte Baukörper vermitteln den Übergang zwischen der Altbau-Kita und bestechen durch flexible und funktionale Grundrisse. Hierbei wird der Übergang von der bestehenden Kita zum Neubau funktional gut gelöst und gleichzeitig mit dem zweigeschossigen Bauteil eine städtebaulich eigenständige Kubatur geschaffen. Mit der durchdachten Wegeführung wird die bestehende Erschließungsachse aus dem Altbau sinnfällig nach Westen weitergeführt und verbindet sich so mit dem großzügig dimensionierten Eingangsbereich des neuen Horts. Positiv wird der „Verbindungsflur“ bewertet, der mit einer einseitigen, zum Garten orientierten Glaswand begleitet wird. Es entsteht ein positives Raumgefühl mit einem galerieartigen Charakter. Die zentrale „Spieltreppe“, die von der Eingangshalle aus das Obergeschoss anbindet, wird als wichtiger Bestandteil der Wettbewerbsarbeit gewürdigt. Die Treppe ergänzt die Eingangshalle um einen spielerischen Aspekt, der von den Kindern bespielt oder bei Abendveranstaltungen als Treffpunkt genutzt werden kann. Die Kitagruppen werden im nördlichen Teil des Erdgeschosses mit Blick in den Freiraum untergebracht, während das Obergeschoss hauptsächlich für die Hortnutzungen vorgesehen ist. Diese gut durchdachte Aufteilung und der direkte Zugang der beiden Kitaräume durch die zugeordnete Umkleide in den Freiraum werden positiv bewertet. Die Horträume im Obergeschoss werden durch einen zentralen „Spielflur“ erschlossen. Mit vier großen Oberlichtern wird die dafür notwendige Raumbelichtung geschaffen, was aus Sicht des Preisgerichtes die Grundlage für die angestrebte Funktion bildet. Im Bereich der Treppe besteht über den Garderoben ein gut verorteter Zugang zur Terrasse, von der eine weitere „Spieltreppe“ in den geschützten Gartenraum führt und den zweiten Fluchtweg bildet. Die Veranstaltungsfläche im Erdgeschoss lässt sich gut aus Multifunktionssaal und Eingangshalle zusammenschließen und ist vollständig abriegelbar, jedoch muss eine Lösung für das offene Treppenhaus bei Veranstaltungen gefunden werden. Die Aufteilung für die Küchen- und Lagerräume scheint wenig durchdacht, insbesondere die Andienung des Altbaubereiches aus den Küchenräumen ist nicht gelöst. Die Aufteilung im Obergeschoss erscheint funktional und bietet für die weitere Bearbeitung ein hohes Maß an Flexibilität. Die vorgeschlagene Holzbauweise ist realistisch umzusetzen und wird im Sinne der Nachhaltigkeit positiv bewertet. Auch das Raumprogramm wird bestens erfüllt und der Gesamtbeitrag als wirtschaftlich eingestuft. Die Be- und Entlüftung des Passivhauses wird im Wettbewerbsbeitrag nicht nachgewiesen und sollte für die Nutzung im Kitaund Hortbereich zumindest um eine manuelle Belüftung ergänzt werden. Die am Altbau angebaute Fahrradüberdachung sowie der daran angrenzende Müllraum wirken deplatziert. Für den Fahrradunterstand wird eine dem Eingang nähere Lösung gewünscht. Der dem Gebäude nördlich angegliederte Freiraum wirkt übererschlossen und etwas zu monofunktional. Der an sich großzügige Freiraum geht bei der vorgeschlagenen Aufteilung verloren. Insgesamt wird mit dem klar strukturierten Gebäude eine städtebaulich nachvollziehbare Lösung angeboten. Unter Berücksichtigung der vorgesehenen Nutzungen können die Grundrisse überzeugen. Der Beitrag kann mit einer gewissen Flexibilität auf Änderungen in der Planung, aber auch in der späteren Nutzung reagieren und überzeugt durch seine einfache, aber durchdachte Architektur.