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  • DE-14167 Berlin
  • 06/2008
  • Ergebnis
  • (ID 2-10088)

Kopernikus Oberschule in der ehemaligen McNair - Kaserne


  • 3. Preis


    Architekten
    BuroHappold Engineering, Berlin (DE), Bath (GB), Hong Kong (HK), Copenhagen K (DK), Warszawa (PL) Büroprofil

    Mitarbeit
    Brandschutz: Paul Corall Dpl.-Ing. Ingenieur- und Sachverständigenbüro für Brandschutz, Herr Hatscher

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Eller + Eller Architekten, Düsseldorf (DE), Berlin (DE), Moskau (RU)

    Erläuterungstext
    Leitidee
    Nach langer Zeit der Separierung von Klassen auf 2 Standorten wird die Kopernikus-Oberschule als Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe in gebundenem Ganztagsbetrieb wieder gemeinsam an dem Schulstandort zusammenfinden.

    Der Namensgeber Kopernikus befasste sich mit der Bewegung der Himmelskörper durch den Raum. Seine Studien führten zur Erkenntnis der Planetenbewegung um die Sonne.
    Der Raum für handelndes Lernen ermöglicht Erfahrungen und Erkenntnisse. Diese bilden das Fundament für selbstständig denkende Menschen.Kopernikus eine Identifikationsfigur für die Entwicklung von selbstständigem Denken.

    Stadträumliches und Architektonisches Gestaltungskonzept
    In dem denkmalgeschützten Gebäudeensemble der Telefunkenwerke bilden das Eingangsgebäude der Kopernikus Oberschule und die Dreifachsporthalle die neue Einheit und definieren die Schule als Ort am Osteweg.

    Neben dem Bereich der ehemaligen Telefunkenwerke schlägt das Eingangsgebäude der Schule eine weitgespannte Brücke zur Sporthalle und bezieht so die Freiraumsportflächen in die Schulnutzung mit ein. Der Baukörper der Sporthalle mit dem erhöhten Bauteil korrespondiert mit dem Funktionsbereich des Eingangbereichs. Beide Fassaden sind gleichartig und geben der Kopernikusschule ein unverkennbares neues Gesicht an der Adresse der Oste Straße.

    Das Eingangsgebäude, gebildet mit den differenzierten Gebäudehöhen Bezüge zu den anschließenden denkmalgeschützten Riegel- und Kasinobauteilen. Das verglaste Eingangsfoyer öffnet sich großzügig für Schüler, Lehrer und Besucher.
    Der „Siemens“ Architektur wird eine markante leichte, dem Geiste zugewandte Architektur zur Seite gestellt. Der hellen Farbkanon der bestehenden Anlage erweitert sich mit Glanz und Tiefe der mit einem weißen unterschiedlich gelochtem Metall bespannten neuen Fassade. Die ausgestanzten Kreise der Bleche und die in die neue Dachlandschaft von Sporthalle und Eingangsfoyer kreisrunden Dachfenster lassen das Licht herein und nehmen Bezug zum Planetensystem von Kopernikus.

    Diese architektonischen Akzente fördern die Identifikation der Schüler und Lehrer mit der Kopernikus Schule. Die kraftvollen gegliederten Großformen von Schuleingang mit anschließendem Schülerhaus und Sporthalle sind signifikante Vermittler des Schulensembles an diesem Ort mit seiner starken eigenen Formensprache.
    Die transluzente Fassade mit ihren vielfältigen Erscheinungsformen und der plastischen Wirkung der aufgestellten Schiebeläden bietet den optimalen Sonnenschutz für die inneren Nutzungen. In der Nacht leuchten die Baukörper von Schule und Sporthalle durch die geschlossenen Elemente.

    Funktion und Nutzungsbereiche
    Das großzügige Eingangsfoyer bietet den geschützten Markt- und Sammelplatz für den morgendlichen Ansturm. Dieser zentrale Raum bildet den Mittelpunkt der Schule. Von hier wird in alle Funktionsbereiche erschlossen.

    Die Sitzebenen der großen Treppenanlage ermöglichen das Verweilen und die Kommunikation auf diesem Marktplatz. Über diese Spiel- und Bewegungszone sind die Ansprechpartner im Bereich der Lehrer und Verwaltung direkt zu erreichen.
    Von hier eröffnet sich der Blick in den differenzierten Schulhof mit dem klar gegliederten Schülerkubus der im Erdgeschoss die außerunterrichtlichen Funktionen wie Schülercafe, Schülerzeitung, Video und Aktionsraum beherbergt. Im ersten Obergeschoss befindet sich die bewusst dem Schülerkubus zugeschriebene Bücherei.

    Schon vom Marktplatz der Eingangshalle ist ein Einblick in das Arbeit der Arbeitslehrebereiche in sogenannte „Kunst- und Werkhöfe“ möglich. Durch die räumlich abgesenkten Pausenflächen sind außenräumlich nutzbare Arbeitsbereiche geschaffen, die die Souterrain Lage von Arbeitslehre und Kunst aufwerten und plastisches Gestalten in freiräumlicher Atmosphäre ermöglichen.
    Für die Mehrzweckbereiche und die Mensa wird das Kasino als das Versammlungshaus der Schule umgenutzt. Hier können die Bereiche von darstellendem Spiel, Mehrzweck und Mensa zu einer großen Aula zusammen-geschlossen werden. In dem denkmalpflegerisch und sanierten Saal finden die großen Schulveranstaltungen einen würdigen Rahmen.

    Der Allgemeine Unterricht und die Fachräume sind in den Bestandsriegeln angeordnet.
    In den direkt an das Eingangsgebäude angeschlossen Westflügel befinden sich die allgemeinen Klassenräume.
    Im 2.Obergeschoss des Südflügels befinden sich etwas ruhiger gelegen die Klassenräume für die Oberstufe.
    Die Fachräume von Informatik, Musik und den Naturwissenschaften befinden sich im Südflügel im Erdgeschoss und 1. Obergeschoss.

    Über die Pergola mit ihren Natursteinstützen wird der am Platz des 4. Juli gelegene Schulgarten erreicht. Stadträumlich den angrenzenden Grünräumen zugeordnet.
    Hier sind auch die Parkflächen für die Fahrräder. Diesem Bereich ist die Fahrradwerkstatt im Ende des Kasino-gebäudes zugeordnet.

    Der umschlossene Schulhof wird zu einem räumlichen Erlebnis durch verschiedene topografische Zonierungen. Eine großflächige Rampe ermöglicht den Rollstuhlfahrern die Höhenunterschiede zwischen Erdgeschoss und Schulhofebene zu überwinden. Vom grünen offenen Schulhof erleben die Schüler und Lehrer ihre Schule in den unterschiedlichen Ebenen und differenzierten Nutzungen.

    Die Sportnutzung fokussiert sich auf dem westlichen Grundstück. Hier sind die Außensportflächen und die um 3.50m abgesenkte Dreifachsporthalle angeordnet.
    Dieses Eingraben des Gebäudes reduziert das Gebäudevolumen optisch und hält eine städtebauliche Maßstäblichkeit zum Kindergarten hin ein.
    Durch großflächige Fensterflächen zum Osten orientiert sich die Halle deutlich zum Schulgelände und lässt Einblicke in das Innere Geschehen zu.
    Parallel der Mittelachse der ehemaligen Telefunkenwerke befinden sich die Hundertmeterlaufbahn und das Weitsprungareal. Die zusammenschließbaren Kleinsportfelder mit der Hochsprungfläche sind der Sporthalle direkt vorgelagert. Im geschützten Bereich neben der Halle sind Gymnastikfläche und Kugelstoßen.
    Die Dreifachsporthalle hat einen direkten Zugang vom Osteweg für die Zuschauer und die außerschulische Nutzung. Die rund 200 Zuschauer betreten die Halle ebenerdig und gelangen so auf direktem Weg zu Ihren Plätzen. Die Halle ist für den Schulbetrieb in drei Segmente teilbar. Die Schüler nutzen die Umkleiden in Ober- und Untergeschoss.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.