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  • DE-76744 Wörth
  • 03/2020
  • Ergebnis
  • (ID 2-341777)

Neubau eines Kombibades und Aufwertung des Badeparks in Wörth


  • 1. Preis

    © Kauffmann Theilig & Partner

    Architekten
    Kauffmann Theilig & Partner Freie Architekten PartGmbB, Ostfildern/ Kemnat (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: LUZ Landschaftsarchitektur Planungsgesellschaft mbH, Stuttgart (DE)

    Preisgeld
    33.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Verfasser schaffen mit einer eigenständigen Gebäudeform eine gelungene Symbiose aus funktionalem Gebäude und gebauter Landschaft. Sowohl im Bezug auf die zu erhaltende Bausubstanz als auch aus landschaftsplanerischer Sicht erfolgt eine hochwertige Integration des Kombibades in das vorhandene Ensemble. Ziel der Verfasser sind fließende Übergänge zwischen Landschaft und Gebäude, was insbesondre durch die begrünten und zum Teil ggf. begehbaren Dachflächen erlebbar wird. Der Neubau wird bewusst vom Bestand abgelöst und leicht in den Aussenbereich des Freibades eingeschoben. Somit gelingt es einen geschwungenen und begrünten Eingangshof für das Freibad zu schaffen, der trotz baulicher Trennung funktional als gemeinsamer Eingangsbereich des Badeparks überzeugt. Die vorhandene Erschließungsrampe wird zum Teil überbaut, um im Bereich des Zugangs zum Kombibad einen angemessen dimensionierten Vorbereich zu gestalten. Die Wegefühung vom Parkplatz und insbesondere vom Bahnhof zum Eingangsbereich überzeugen. Die geschwungene Gebäudefassade verlängert die Wegeführung durch den Lärmschutzwall baulich in Form einer natürlichen Raumkante bis zum Eingangsbereich.
    Das Gebäude folgt einem, sowohl innen als auch aussen, ablesbaren Prinzip aus drei Flügeln, in denen die Funktionsbereiche Bad, Erschließung und Verwaltung untergebracht sind. Den jeweiligen Flügeln werden drei sinnvoll geplante Aussenbereiche zugeordnet. Als Gelenk zwischen den drei Bereichen fungiert eine überzeugend geplante Gastronomie, von der aus sowohl Bad, Sauna als auch Foyer angedient werden können. Ein wünschenswerter Aussenraumbezug wird vermisst. Kritisch betrachtet wird auch die den Gastronomiebereich kreuzende Wegeverbindung zwischen Umkleiden und Saunabereich. Die dezentrale Lage des Eingangs ist im Bezug auf die wesentlichen Funktionen richtig gewählt, ermöglicht jedoch nur eingeschränkt Sichtverbindungen zum Beckenbereich, auch wenn hier im Zuge der Überarbeitung die Nebenräume in der Blickachse entfernt wurden.
    Gelungen ist die Überwindung des Höhenunterschiedes zwischen Erschließungs- und Freibadebene. Sie erfolgt jeweils zum Teil im Innen- und Aussenbereich und leistet insbesondere im Gebäudeinneren einen wertvollen Beitrag zu Zonierung der Badelandschaft und der Gastronomie.
    Das auf den ersten Blick sehr weite Vordringen des nordöstlichen Gebäudeflügels in den Freibadbereich hinein wird durch die Anordnung einer gut gestalteten Freitreppe am Gebäude zu einer eigenen freiraumplanerischen Qualität.
    Die funktionalen Anforderungen an Neubau und Zusammenspiel von Kombibad und Bestand erscheinen in hohem Maße erfüllt. Die Möglichkeit einer räumlichen Abtrennung des Lehrschwimmbeckens wird grundsätzlich zwar gewünscht, erscheint vom Verfasser aber aufgrund der Einschränkungen bei den Sichtbezügen hinsichtlich des Betriebs nicht überzeugend gelöst.
    Prägend für die Gestaltung des Innenraums sind die vom Verfasser vorgeschlagenen V-förmigen Stahlstützen, welche die Spannweiten des Daches reduzieren. Die Wahl der Oberflächenmaterialien im Innenraum und im Fassadenbereich lassen eine qualitätvolle Gestaltung erwarten.
    Alle wesentlichen Nutzungsbereiche sind in einem Geschoss angeordnet, was eine umfassende barrierefreie Nutzung realistisch erscheinen lässt. Im Bereich des Höhenversprungs im Beckenbereich ist eine gut integrierte Rampe geplant.
    Die interne Orientierung ist schlüssig und die unterschiedlichen Bereiche sind auffind- und ablesbar.
    Eine Erweiterbarkeit des Neubaus erscheint aufgrund der gewählten Gebäudeform schwierig, wenn die bisherige Gestaltungsidee weiter in vergleichbarer Konsequenz ablesbar sein soll.
    Im Bezug auf die Kennzahlen liegt die Arbeit im Wettbewerb im mittleren Bereich, was eine durchschnittlich wirtschaftliche Errichtung erwarten lässt. Auch hinsichtlich der Unterhaltskosten ist von einem effizienten Betrieb und Synergien in der Nutzung auszugehen. Die große Oberlichtverglasung nach Süden liefert durch Ihre solaren Gewinne einen wichtigen Beitrag zur Energieeffizienz und hilft bei der Gliederung des Gebäudevolumens hin zu maßstäblichen Baukörpertiefen.
    Den Verfassern gelingt es grundsätzlich eine hohe Aufenthaltsqualität in allen Bereichen zu schaffen.
    Die Idee der landschaftlichen Integration des Gebäudevolumens ist in hohem Maße überzeugend.