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  • DE Berlin
  • 10/2004
  • Ergebnis
  • (ID 2-3)

Neubau des Oberstufenzentrums Bautechnik II/Holztechnik


  • 1. Preis


    Architekten
    HerbstKunkler Architekten, Berlin (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Reimar Herbst / Angelika Kunkler Mitarbeit: Dirk Breuer, Annette Folgmann

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Kamel Louafi Landschaftsarchitekten, Berlin (DE)

    Preisgeld
    37.950 EUR

    Erläuterungstext
    Leitidee des Entwurfes für das Oberstufenzentrum ist es mit präzisen Körpern einen einprägsamen Ort für eine öffentliche Institution zu schaffen. Die bauliche Konzeption folgt mit der straßenbegleitenden und raumbildenden Bebauung den Erschließungs- und Blickachsen des Stadtgebietes. Zusammen mit der Sporthalle soll ein mit den angrenzenden städtebaulichen Figuren räumlich verflochtenes SchulEnsemble entstehen. Die Neubauten formulieren den baulichen Abschluß zum Straßenraum. Sie definieren dadurch den öffentlichen Raum als Adresse. Die Baukörper am Grundstücksrand orientieren sich zum städtischen Raum und ermöglichen dadurch zusammenhängend schulisch genutzte Freiflächen nach Süden.

    Körper
    Klare und einfache Baukörper bilden das neue Oberstufenzentrum. Der Haupteingang erfolgt von der_Gustav-Adolf-Straße über den gedeckten Vorbereich des Schulhauses in das Oberstufenzentrum.

    Raum
    Die Baukörper definieren und hierarchisieren Räume: den öffentlichen Vorbereich, den internen Eingangsbereich und Schulhof mit Cafeteria des Schulhauses, den internen Eingangsbereich und Werkhof des Werkstatthauses, die anschließenden Freiflächen. Die Verknüpfung dieser Räume durch die Neubauten eröffnet Blickbeziehungen aus den Gebäuden in typologisch differenzierte Freiräume.

    Zwei Häuser
    Die Ausformulierung von zwei Häusern, Schulhaus und Werkstatthaus, folgt dem Konzept einer räumlichen Zonierung in zwei miteinander verknüpfte Grundstücksteile. Die Hierarchisierung erfolgt entsprechend der zu erwartenden Nutzungsintensität von "ruhig nach laut" bzw. "sauber nach schmutzig". Es ensteht für das Schulhaus ein ruhiger Bereich, der den konzentrierten und ungestörten Lehrbetrieb ermöglicht. Für das Werkstatthaus entstehen praxisorientierte Bereiche der Aktivität und Bewegungsfreiheit. Die jeweiligen Nutzungen können in die direkt zugeordneten Freiflächen erweitert werden._Im Rahmen der Ausbildung können beide Häuser unabhängig voneinander erschlossen und störungsfrei genutzt werden. Das gewählte Gebäuderaster und Tragsystem ermöglicht flexible Nutzungsmöglichkeiten und eine Anpassung an geänderte Lehrinhalte im Schulhaus und im Werkstatthaus.

    Schulhaus
    Der viergeschoßige Neubau wird als Schale aufgefaßt: er umschließt den Schulhof. Die Flure öffnen sich zu dem innenliegenden ruhigen Hof. Der Hof ist der gemeinsame Raum in einem offenen und transparenten Neubau. Die Organisation des Schulhauses ist von dieser Idee bestimmt. _Die Nutzungen im Neubau sind horizontal organisiert. Über den gemeinsamen Haupteingang und eine Treppenanlage werden beide Oberstufenzentren erschlossen. Die Räume der Holztechnik sind im 1.OG, die Räume der Bautechnik sind im 2./3.OG untergebracht. In den massiven Kernen sind die Archive vorgesehen. Den Unterrichtsräumen sind die jeweiligen Lehrerbereiche angegliedert. In räumlicher Nähe zu den Lehrerbereichen befinden sich die Verwaltungen im Erdgeschoß an der Haupterschliessung. _Der zusammenhängende Freizeitbereich mit Cafeteria und Schüleraufenthalt bietet eine größtmögliche Flexibilität. Er kann durch die geschosshohen Glastüren in den Schulhof und zu den Pausenflächen erweitert werden.

    Werkstatthaus
    Der zweigeschoßige Neubau wird als Schale aufgefaßt: er umschließt den Werkhof. Die Bereiche der Bautechnik und die Bereiche der Holztechnik sind in jeweils einem eigenen Gebäudeteil vertikal organisiert. Die Werkstätten können in den wettergeschützten Werkhof erweitert werden. Der Werkhof kann über große Tore befahren werden und ist so mit den Lagerflächen und der Anlieferung verbunden. Mit der räumlichen Konzentration der Werkstattbereiche wird eine intensive Arbeitsatmosphäre ermöglicht.


    Sporthalle
    Die bestehende Sporthalle, das Schulhaus und das Werkstatthaus verbinden sich über die Freiflächen zu einer räumlich-funktionalen Einheit. Bei ausserschulischer Nutzung kann die Sporthalle über den Hofeingang an der Amalienstraße erschlossen werden. Hier befinden sich die Abstellplätze für Fahrräder und PKW.

    Material
    Das modulare Entwurfsprinzip erlaubt den Einsatz vorgefertigter Bauteile. Die Aussenfassaden werden, solide und robust, mit Ziegelsteinen bekleidet. Die Fenster sind lasierte Holzfenster und erhalten eine Rahmung aus durchgefärbten Betonelementen. Fensterformate und Profile werden in den Fassaden zu einem disziplinierten Spiel variiert. Der das Äussere bestimmende Materialkanon soll auch im Inneren der Baukörper fortgesetzt werden. Im Ausbau werden einfache Materialien wie Mauerwerk, Beton, Holz, Stahl, Glas, Textilien möglichst authentisch und unbehandelt verwendet. Die Betondecken und -stützen bleiben unverputzt. Abgehängte Decken sind nicht vorgesehen. Die hellen Innenwände stehen im Kontrast zu den dunklen Fußböden. Der Bodenbelag der äußeren Erschliessungsflächen soll sich im Erdgeschoss fortsetzen, um die optische Vernetzung von Innen- und Aussenräumen zu unterstreichen._Schrankwände aus Holz im Wechsel mit tragenden Wandscheiben trennen Flure und Unterrichtsräume als wechselseitig begehbarer Zwischenraum. Sie bilden ein übergreifendes Gestaltungselement in Schulhaus und Werkstatthaus in formaler und funktionaler Hinsicht.
    Interne Hallen mit Galerien verknüpfen jeweils zwei Obergeschosse im Schulhaus und ermöglichen Offenheit und Kommunikation. Sie bieten den Bereichen der Holztechnik und der Bautechnik eigene Flächen für Ausstellungen und Präsentationen.

    Energie
    Einfachheit und Klarheit verstehen wir als Grundhaltung. Der sparsame Umgang mit Energie wird durch eine thermische Zonierung zwischen Unterrichtsräumen und Fluren, sowie die Bildung von Bereichen mit Übergangstemperaturen in kompakten Baukörpern gefördert. Unverkleidete Bauteile dienen als passive Speichermassen. Die Flure können partiell zu den Höfen geöffnet werden. Im Sommer sorgt Durchströmung der Gebäude mit kühler Nachtluft für Abkühlung der Speichermassen. Die Flachdächer erlauben die Anwendung der bekannten Technologien (Kollektoren) zur aktiven Nutzung der Solarenergie. Feststehende Verschattungselemente an den Südfassaden sorgen für den notwendigen Sonnenschutz.

    Außenanlagen
    Durch die Anordnung der Baukörper entsteht ein nach Süd-Osten geöffneter, klar überschaubarer Freiraum. Zwischen Lehrbereich und Werkstätten wird der Pausenhof durch einen Baumhain räumlich gegliedert - eingerahmt von einer Kiesmulde, die gleichzeitig der Versickerung des Oberflächenwassers dient. Der Pausenhof wird überwiegend aus wassergebundener Decke, an den Rändern aus Platten hergestellt. Parallel zur Amalienstraße sind hier die notwendigen Fahrradständer und Pkw-Stellplätze untergebracht. Entlang der Hauptachse Richtung Südost sind die Lagerflächen, Müllplätze sowie die Zisterne angeordnet. Die Andienung des Oberstufenzentrums erfolgt südlich der Werkstätten. _Durch einen "grünen Riegel", der eine Mulden-Rigolen Anlage beinhaltet sowie als Liegewiese dient, geht der Raum in den Sportflächen-Bereich über. Die Sportflächen gliedern sich in eine Spielfläche, Laufbahn, Hoch-/ Weitsprung-/ Kugelstoßenanlagen sowie eine Gymnastikwiese. Sie sind dem Oberstufenzentrum räumlich zugeordnet jedoch auch außerhalb des Schulbetriebes nutzbar. Eine Wiese mit lockerer Pflanzung von Bäumen und Sträuchern schließt daß Gelände ab._Die Hauptentwässerung der Flächen erfolgt über ein Mulden-Rigolen System, das in zwei Bereiche aufgeteilt ist. Im Norden des Grundstücks wird die Dachfläche des Lehrgebäudes sowie dessen angrenzenden Flächen in die Mulden-Rigolen Anlage der Pausenfläche geleitet. Die Dachfläche des Werkstättengebäudes wird in die unterirdische Zisterne südlich der Turnhalle eingespeist und dient der Regenwasserbewirtschaftung. Die restlichen Flächen entwässern in die Mulden-Rigolen Anlage des "grünen Riegel", inklusive der Kunststoffbeläge der Sportflächen. Hier erfolgt auch die Zwangsentleerung der Zisterne. Ein gedrosselter Überlauf wird in die Kanalisation der Roelckestraße vorgesehen.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.