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  • 1. Preis

    Gesamtkonzept

    Landschaftsarchitekten
    gruppe F Landschaftsarchitekten, Berlin (DE) Büroprofil

    Erläuterungstext
    Linienspiel
    Das Konzept der sieben Spielräume und des verbindenden Spielweges bildet die Basis des Entwurfes.
    Gestärkt werden die Bezüge zu und zwischen den beiden Gebäuden. Eine kräftige, durchgehende Blick- und Bewegungsachse bildet den Hauptweg zwischen dem Hortgebäude und Haus 2. Die den Weg begleitende Hain-buchenhecke stärkt diese neue Achse.
    Der Kletterwald wurde in seiner Gestaltvielfalt beruhigt und ist in Form und Ausrichtung an der denkmalgeschütz-ten Mauer und dem Hauptgebäude orientiert. Das Grundprinzip des Kletterwaldes besteht aus Eroberungsräumen im Inneren und Rückzugsräumen außen. Es gibt anspruchsvolle Kletterelemente als inneres Band und Pfosten-Seil-Konstruktionen sowie die ruhigeren „Abhängenetze“ an den Rändern und rund um die Bäume. Die Tischten-nisplatte komplettiert die Nutzungsangebote im Bereich an der historischen Mauer.
    Die offeneren Bereiche an der Ostseite des Grundstückes werden durch vertikale Bretterzäune geprägt. Die Dich-te des Bretterzaunes variiert von komplett dichten Bereichen (Brett an Brett), die sich auch zum Bemalen eignen, bis zu nur 50% geschlossenen Bereichen an den Rändern der Zaunsegmente. In den dicht bepflanzten Bereichen sichert der bestehende Zaun das Hortgrundstück.

    Gartenhof
    Der kontemplative Charakter des Gartenhofes am Hortgebäude wird durch die Verlagerung des Spielweges ge-stärkt. Durch die Ausrichtung quer zur Wegeachse wird die eigene Qualität des Gartenraumes betont.
    Die Beete werden kindgerecht kleinteiliger strukturiert, sind bequem zu bewirtschaftende Hochbeete (+40cm) in stabilen Holzkisten und gruppieren sich zusammen mit drei Arbeitstischen um die zentrale Wasserzapfstelle.
    In Verlängerung der Beetachsen befinden sich auf der Westseite Nischen im Heckenkörper mit 40cm hohen Holzpodesten, die als Rückzugsräume und Beobachtungsposten, oder auch als attraktive Sitzelemente dienen können. Die Ostseite des Gartenhofes ist ebenfalls durch einen 1,5m hohen Bretterzaun gefasst. Drei integrierte wetterfeste Tafeln können zum bemalen und für Ankündigungen genutzt werden.
    Das historische Kleinsteinpflaster bildet durchgehend den Belag des Gartenhofes, dadurch sind die Standorte der Tische und der Hochbeetkisten veränderbar.
    Die Müllpergola wird zum Schuppen für die Gartengeräte und für die Hortfahrräder erweitert. Die Wände des Schuppens bilden eine Fortsetzung des Motivs des Bretterzaunes.

    Neuer Schwung
    Der Spielweg hat die Form einer schwungvollen liegenden und in der Taille aufgeweiteten Acht.
    Er gibt dem Pflasterspiegel am Haupthaus deutlich mehr Raum und hält Distanz zum Gartenhof.
    Darüber hinaus entsteht ein eigener Spielraum zwischen Weg und Fort und die Engstelle an der denkmalge-schützten Mauer wird aufgehoben.
    Durch die Verlagerung der Steilkurve wird auch die Engstelle an der Südostecke des Haupthauses entschärft. Die Sandfläche am Wasserspielbereich wird durch die neue Lage des Weges deutlich erweitert und bietet nun Platz für eine Doppelschaukel.

    Fort
    Um den Sportplatz für einen guten Einblick deutlich freizustellen haben wir das nördliche Ende des Forts sieben Meter nach Westen in den Dschungel hineingedreht. Der Eingang zu den Ballspielplätzen wurde hinter die alte Mauer verlegt.
    Die neuen Randbedingungen führten auch zu einer neuen Form des Forts. Es soll weiterhin eine kraftvolle Zäsur zwischen Dschungel und Horthof bilden, jedoch stärker zwei Türme und einen verbindenden Wehrgang darstel-len. Wenn der Dschungel zum Spielen frei gegeben wird, kann der gesamte Bereich zwischen den beiden Türmen geöffnet werden und ein 6m breiter Durchgang entsteht, der auch einen größtmöglichen Einblick in den Dschun-gel gewährleistet.
    Die beiden seitlichen Türme besitzen unten eigenständige Raumqualitäten, die 2,5m hohe obere Ebene hat Baumhauscharakter. Über die Treppe, den Wehrgang und die Feuerwehrstange sowie die Kletterwand am nördli-chen Turm sind wilde Verfolgungsjagden möglich. Die Ausstülpung der oberen Ebene in Richtung Dschungel bildet eine Art Balkon und ist somit der beste Beobachtungsposten über das Dschungelgeschehen.
    Die äußere Seite des Forts zum Dschungel stellt für uns das Starterprojekt dar. Die von den Kindern bemalte und z.B. auch mit Schnitzereien versehene Außenhaut mit den großen Toren bildet einen funktional sinnvollen und ästhetisch reizvollen Auftakt zur Neugestaltung des Horthofes.

    Ruhiges und aktives Spiel - Rückzugsräume
    Mit dem Thema Mädchenspiel haben wir uns nochmals intensiv auseinander gesetzt. Dabei haben wir mit den Mädchen und den BetreuerInnen vor Ort gesprochen und die spielenden Kinder beobachtet. Darüber hinaus ha-ben wir auf neu gestalteten Kreuzberger Grundschulhöfen Mädchenräume und -aktivitäten analysiert. Zusätzlich haben wir vergleichbar alte Mädchen in unser Büro eingeladen und ihre Ansprüche und unsere Vorschläge disku-tiert.
    Im Ergebnis haben wir das dauerhafte Schaukelangebot erweitert, der Tischtennisplatte einen großzügigen Ort gegeben, ein kleines Hüttendorf realisiert und den Sandspielbereich in einen nördlichen Bereich der eher zum Toben einlädt und einen ruhigeren südlicheren Bereich aufgeteilt. Der Bereich zum ruhigeren Sandspiel erhält einen 2m großen Betonfindling mit einer samtigen Oberfläche, der zum lagern und Sandschlösser bauen einlädt.
    Die drei neuen Hütten kennzeichnen einen ruhigeren Ort, eingebettet in die Sträucher, der zu Rollenspielen ein-lädt und in den kleinen Hütten geschützte Rückzugsräume anbietet. Vergleichbare Qualitäten für ruhiges Spielen und Gärtnern bietet auch der Gartenhof mit seinen Heckennischen als Rückzugsräume.
    Aber auch das Rasenkissen, die großen Holzdecks und die gesamten dschungelartigen Gehölzbereiche stellen für uns Orte dar, die besonders auch für ruhiges Spiel, Rückzug und Beobachtung geeignet sind.
    Grundsätzlich sind wir der Auffassung, dass an den einzelnen Orten ein möglichst breites Nutzungsspektrum und eine Nähe von Aktivität und ruhigem Spiel sowie von Beobachtung und Rückzug möglich sein sollen. Viele Ele-mente sind attraktiv für aktives wie für ruhiges Spiel, wie die Schaukeln, der Kletterwald, der Wasserspielbereich, das Fort und die Zauberkiste.

    Tobefeld
    Durch die neue Lage des Spielweges hat sich die Größe des Tobefeldes östlich der Hauptachse deutlich redu-ziert, es ist mit mind. 7m Breite und 12m Länge ausreichend dimensioniert für kleine Fußballduelle und andere Ballspiel- und Tobenutzungen. Auf der Westseite haben wir die zwei großen Holzdecks verkleinert und erhalten dadurch mehr Bewegungs- und Tobefläche zwischen den Decks und dem Spielweg.

    Nach Besichtigung mehrerer Schulstandorte und Befragung der Hausmeister, schlagen wir vor die Holzhäcksel-flächen auf die Bewegungsflächen am Fort und an den Gehölzbereichen zu reduzieren. Für die Tobeflächen im Inneren des Spielweges greifen wir unsere Teppichidee aus der ersten Phase auf und schlagen nach Konsultie-rung ausgewiesener Kunstrasenexperten die Realisierung eines extensiven (geringe Tragschichthöhe) gut versi-ckerungsfähigen Kunstrasens vor, der kostet uns zwar in der Herstellung ca. das Doppelte des Holzhäckselbela-ges pro qm ist aber im Unterhalt deutlich günstiger. Langfloriger Kunstrasen der vierten Generation ist Ideal zum Toben und Ballspielen, robust genug um auch befahren werden zu können, und darüber hinaus sehr angenehm zum barfuss Laufen und Lagern.
    Auch die Elemente der Bewegungsbaustelle können auf diesem Untergrund leichter realisiert werden als auf un-ebenerem Holzhäckselbelag. Die Kernbereiche zur Realisierung von Bewegungsbaustellen mit Pfosten und An-dockmöglichkeiten haben wir stärker auf das direkte nördliche Umfeld der Zauberkiste reduziert. Kleinere An-dockbereiche und Pfostengruppen finden sich aber nach wie vor am Fort, am Wasserspiel, am Kletterwald und an den Holzdecks.
    Die Idee der Bewegungsbaustelle beinhaltet die Neuinterpretation bekannter Räume und Spielangebote mit den flexiblen Elementen durch die Phantasie und den Erfindungsreichtum der Kinder.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.

INFO-BOX

Angelegt am
Zuletzt aktualisiert 25.10.2008, 23:19
Beitrags-ID 4-20352
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