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  • 1. Preis


    Architekten
    Hähnig + Gemmeke Freie Architekten BDA, Tübingen (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Arch.: Mathias Hähnig Martin Gemmeke Mitarbeit: Anthony Carimando

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: menz umweltplanung, Tübingen (DE)
    Bauingenieure: Pirker + Pfeiffer Ingenieure GmbH & Co. KG, Münsingen (DE)

    Erläuterungstext


    Städtebau

    Ziel der städtebaulichen Konzeption ist es, im Rahmen der Maßnahmen zum Hochwasser-schutz und der vorgeschlagenen Gewässerentwicklung, Vilsbiburg als Stadt an der Vils räumlich erlebbar zu machen, Stadtplatz und Untere Stadt über die Flusslandschaft miteinander zu verknüpfen und die Chancen zu nutzen, städtebauliche Defizite im Bereich von fehlenden Raumkanten, Stadtkanten zu arrondieren. Übergeordneter Ansatz ist die durchgängige Auenlandschaft der Vils im Bereich der Innenstadt als Stadt am Fluss zu entwickeln. Bestehende, den Ort prägende Gebäude und Situationen werden als historische Marken in diese städtebauliche Entwicklung integriert und als Identitäten des Ortes erhalten. Der stadt-räumliche Bogen spannt sich von der Nikolaus Kirche im Süden bis zur Kindlmühle im Norden des Plangebietes.

    Thema der Gewässer- und Stadtentwicklung ist es, historische, bestehende und geplante Bezüge bzw. Nutzungen der Vils zu einem Ganzen zusammenzufügen. Der renaturierte Flusslauf der Vils, die Öffnung der Auenlandschaft und die geplanten Hochwasserschutz-maßnahmen bilden das durchgängige grüne Rückgrat dieser Stadtentwicklung. Mit einem gebauten „steinernen“ Stadtufer, einer Uferpromenade vor der historischen Altstadt rückt die Stadt erlebbar an die Vils. Neben der Stadtbrücke bilden zwei Fußgängerstege in Verlängerung der Floßgasse im Norden und in Verlängerung des Färberangers im Süden zu-sätzliche Vernetzungen mit dem südlich angrenzenden Balkspitz, der Unteren Stadt und dem Festplatz.
    Die historische Stadtmitte nördlich der Vils erhält eine gebaute Ufermauer als durchgängige Stadtpromenade von der Floßgasse bis zum südlich geplanten Kunsthaus, welches das Brauerei-Areal in dieser Stadtsituation räumlich definiert. Durch die Überbauung des Brauerei-Areals entsteht neben dem Stadtplatz und der Uferpromenade ein weiterer Aufenthaltsort, Platz an der Vils. Sichtbezüge zur Nikolaus Kirche, in die Auenlandschaft und auf den Balkspitz unterstützen diese wichtige räumliche Stadtkante.
    Ein zusätzlicher direkter Fuß- und Radsteg führt auf die Inselsituation Balkspitz, die neben einer Aufwertung als natürliche Insel im Flussraum (Renaturierungsmaßnahmen) zusätzliche Nutzungen als Erholungsraum, Wasserspielplatz, Aufenthaltsplatz und Kunst- bzw. Kulturort anbietet.
    Der Mühlenweg bildet das Gegenüber zum Stadtufer und ist über drei Brücken mit diesem verbunden und ermöglicht eine durchgängige Wegeverbindung am nördlichen Flussufer der Unteren Stadt. Die Untere Stadt mit den nördlich angrenzenden Nutzungen der Stadthalle und dem Festplatz wird stadträumlich neu definiert und in das Stadtgefüge eingebunden und wesentlich aufgewertet. Im Bereich der Aufweitung der Vils bilden Uferterrassen, ein Seepavillon, eine Seebühne und ein Kopfplatanendach das neue Stadtufer. Bestehende Parkplätze und Festplatz werden aus der Vilsaue entfernt und bilden den neuen hochwasserfreien „Festplatz“ für die Stadthalle, das Altenheim und die neuen Uferterrassen. Stadtplatz, Balkspitz, Untere Stadt und Festplatz bilden somit die neue Mitte und vereinen unterschiedliche Nutzungen im Innenstadtbereich. Identitäten, Orte, Nutzungen bilden stadträumliche Synergien.

    Durch die Aufwertung des südlichen Stadtbereichs wächst die Stadt räumlich und nutzungs-technisch zusammen. Der durchgängige Talraum, die Auenlandschaft der Vils ermöglichen es, neben der innerstädtischen Entwicklung bisher fehlende durchgängige, übergeordnete Fuß- und Radwegeverbindung anzubieten bzw. zu ergänzen. Ausblicke, Durchblicke, Verweilorte prägen den entstandenen durchgängigen Landschaftsraum Vilstal. Mit sensiblen Eingriffen, Umgestaltungen werden die erforderlichen Hochwasserschutzmaßnahmen (Deiche, Stadtufer, Renaturierung, Objektschutz) in den Naturraum integriert (siehe detaillierte technische Beschreibung im Erläuterungstext).

    Hochwasserschutz als Chance einer nachhaltigen Stadtentwicklung unter Berücksichtigung der ortsspezifischen Gegebenheiten. Ein unverwechselbares „Vilsbiburger-Konzept.“


    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.