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  • DE Köln
  • 01/2008
  • Ergebnis
  • (ID 2-10883)

Eingang Riehler Gürtel, Kölner Zoo


  • 2. Preis


    Landschaftsarchitekten
    FSWLA Landschaftsarchitektur GmbH, Düsseldorf (DE), Köln (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: pier7architekten gmbh, Düsseldorf (DE)

    Erläuterungstext
    Erläuterungsbericht

    Städtebau

    Verorten
    Der Zooeingang liegt auf der Südseite des zukünftig neu gestalteten Vorplatzes am südlichen Ende des Riehler Gürtels. Die alleeartigen Strassen führen stadträumlich direkt zum Eingangsbereich. Der innerstädtische Zoo ist historisch bedingt in das Blockinnere der Bebauung integriert. Zum Vorplatz am Riehler Gürtel ist die Randbebauung unterbrochen, entlang dieser bogenförmigen Öffnung platziert sich der neue Eingangsbereich. Hier sind die Baumreihen unterbrochen und der Blick wird frei auf die neuen Eingangsgebäude des Zoos. Die vorhandenen Fusswegebeziehungen werden grosszügiger und offener gestaltet, die Sichtbeziehungen auf den Zoo werden verbessert.

    Vernetzen
    Am südlichen Bogen des Vorplatzes entwickelt sich der direkte Vorbereich des Eingangs. Die beiden Gebäude für Gastronomie und Verwaltung sind versetzt angeordnet, so dass ein erster, grosszügiger Blick auf die Attraktion Zoo frei wird. Dem Eingangsbereich vorgelagert ist eine zentrale Treffpunkt-Insel. In den Asphalt eingelassene Tierspruren führen im Aussenbereich in den Zoo. Die Fassaden der Gebäude sind mit abstrahierten Tiermotiven bedruckt. Der frei geformte Eingangsbereich zieht die Besucher mit einem HaHa-Effekt förmlich in die Zoolandschaft mit Blick auf das grosse Elefantengehege.

    Freiraum

    Zentrales Element im Eingangsbereich ist der neue Meeting-Point. Hier kann man sich auf der Zooseite orientieren, verabreden und den Ausblick auf das Elefantengehege geniessen. Von hier aus startet der Besucher den Rundgang in Richtung Asien oder Afrika.

    Zwischenräume
    Der Bereich zwischen den Eingangsgebäude und den Gehegen wird als grosszügige offene Fläche erstellt und bleibt den Fussgängern vorbehalten (mit Ausnahme von Notverkehr). Die Gehege werden in Teilbereichen von künstlichen Felsen gesäumt (Rückzugsbereiche, Technik, etc.), diese dienen der Abgrenzung und Ausrichtung.
    Dem Gastronomiegebäude ist eine grosszügige Terrasse (Biergartennutzung) vorgelagert. Der geplante Höhenversprung der Terrasse ermöglicht einerseits einen guten Überblick über die Savannenlandschaft der Elefanten und andererseits die einfache Schaltbarkeit bei geschlossenem Zoo für den Abendbetrieb des Restaurants.
    An die Restaurantterrasse schliesst sich direkt der Spielbereich für die Kleinkinder an, so dass man die spielenden Kinder auch von der Terrasse direkt beobachten kann. Grössere Kinder finden ihren Spiel- und Kletterbereich südlich des neuen Seebärengeheges.
    Ziel der neuen Wegeführung und Gehegeanordnung sind attraktive Einblicke in die Tierwelten und eine eindeutige Abgrenzung der Nebenbereiche, so dass die Schauseiten inszeniert werden. Felsen und Grünpflanzungen lassen eine einheitliche Zoolandschaft mit einzelnen Schwerpunkten für die Besucher entstehen.

    Ökologie
    Der vorhandene Baumbestand wird abgesehen vom direkten Eingangsbereich weitestgehend in die Planung integriert. Die Beläge werden grossflächig in Form wasserdurchlässiger asphaltierter Wegeflächen erstellt. Das Dach- und Oberflächenwasser der Gebäude werden in die vorhandenen Wassergräben geleitet. Für die Gebäude sind extensive Gründächer geplant.

    Verkehr
    Im Vorbereich des Eingangs sind Aufstellflächen für Busse und Taxen angeordnet, hier sind auch Behindertenstellplätze vorgesehen. An den beiden Gebäudeenden zu den anschliessenden Blockrändern befinden sich getrennt angeordnet die Tiefgaragen Ein- und Ausfahrt. Die Tiefgarage verfügt über ca. 75 Stellplätze.

    Gebäude

    Signifikanz
    Die Eingangsgebäude orientieren sich gut sichtbar am markanten Bogen des Vorplatzes und spannen den Eingangsbereich auf. Entlang der Gebäude führt der Weg zum Eingang, hier versetzen sich die beiden Gebäude gegeneinander und geben von weitem sichtbar den Blick auf den Zoo und das attraktive Elefantengehege frei.

    Transparenz
    Der Eingang ist aus allen Richtungen fussläufig erschlossen, der Weg führt entlang der neuen Eingangsgebäude. Die Neubauten sind in hohem Masse, als einladende Gebäude, transparent gestaltet. Die Fassaden sind mit gerasterten Tiermotiven bedruckt. Dies ist die architektonische Umsetzung, mit der sich der Kölner Zoo zukünftig nach Aussen präsentieren könnte. Von allen Seiten erschliesst sich dem Betrachter die räumliche Staffelung der Gebäude. Umgekehrt aus den Gebäuden erfolgt die Orientierung immer mit Blickbeziehungen auf den Zoo und in den Verwaltungsbereichen auch auf den Vorplatz.

    Die zentrale Eingangssituation entwickelt sich direkt am Schnittpunkt der beiden Gebäude. Hier befinden sich die Kassen, persönlich oder automatisiert, von hier aus mit Blick auf die Savannenlandschaft der Elefanten sind die Hauptbesucherbereiche übersichtlich zu erreichen.
    Zooshop und Restaurant sind in einem Gebäude untergebracht und die vermietbaren Gewerbeeinheiten z.B.Tierhandlung zusammen mit der Verwaltung. Die Gebäude sind in getrennten Bauabschnitten realisierbar. Das Zoorestaurant ist beidseitig (intern, extern) begehbar. Für den Rückweg in den Zoo muss dann eine Codekarten-Schleuse absolviert werden oder man öffnet wahlweise die Aussenseite nur für den Betrieb ausserhalb der Zooöffnungszeiten. Gleichzeitig könnten die Codekarten auch für den Restaurantverzehr etc. weitergehend genutzt werden. Dem Restaurant ist die grosse Biergarten-Terrasse mit Blick auf die Elefantenherde vorgeschaltet. Aufgrund des Höhenversprungs zu den Besucherwegen, der Zugang zum Kinderspielplatz ist leicht abtrennbar, kann die Terrasse in den Abendstunden weiter genutzt werden. Die Zooverwaltung hat eine externe Adresse am Vorplatz, gleichzeitig besteht eine interne Verbindung für Mitarbeiter zur Zooseite.
    Alle Räume sind konsequent zu den Freiflächen orientiert. Das Gesamtgebäude verzahnt sich systematisch mit der Umgebung.

    Konstruktion / Material
    Das Gebäude ist als Stahlbetonskelettbau mit Stützen und Flachdecken geplant. Die Aussteifung erfolgt über eine Einspannung in der Parkgaragenebene. Fussböden sind als Hartstoffestrich geplant und die Innenausbauten mit sichtbaren Holzoberflächen. Die Fassaden sind als Alu/Glaskonstruktion feststehend und als Öffnungsflügel gedacht, dabei wird der Verglasungsanteil zielgerichtet eingesetzt und immer wieder durch transluzente Elemente, geschlossene Sandwichelemente, Lüftungsklappen (Nachtspülung) und den Fassadenkollektor, für die Lüftung ergänzt. Der Sonnenschutz liegt im Scheibenzwischenraum. Zur Biergartenterrasse lässt sich die Fassade grossflächig öffnen. Für die Dachflächen wird eine extensive Begrünung vorgesehen. Die Tiefgarage wird natürlich belüftet.

    Energie / Ökologie / Wirtschaftlichkeit
    Das Ziel des energetisch/ ökologischen Konzeptes ist es, den thermischen Komfort optimal der Sommer-/ Wintersituation anzupassen und eine hohe Tageslichtausnutzung bei blendfreien PC-Arbeitsplätzen zu erreichen. Durch die passiv – solare Bauweise und eine natürliche Be- und Entlüftung werden die technischen Installationen reduziert. Dies bedeutet einerseits einen geringeren Aufwand an Materialien – graue Energie und senkt andererseits den Primärenergiebedarf für den Betrieb des Gebäudes. Generell soll die eingesetzte Betriebsenergie minimiert werden.
    Das kompakt zusammengefasste Gebäude stellt durch sein günstiges Verhältnis von Oberfläche zu Volumen eine wirtschaftliche Lösung dar. Die nachfolgenden Bestandteile und Massnahmen des Energiekonzeptes sind einfach, also kostengünstig zu realisieren und senken die nachfolgenden Betriebskosten enorm.

    • Ökologisch vorteilhafte Baumaterialien
    • Dosierlüfter zur natürlichen Belüftung und Nachtkühlung in allen Bürobreichen
    • Natürliche Lüftung und Nachtkühlung Restaurant über Lüftungskollektor Thermisch aktive Gebäudemassen
    • Photovoltaik-Anlage zur solaren Elektrizitätserzeugung fassadenintegriert.
    • Heizung über Erdwärme (Geothermie)
    • Regenwassernutzung zur Toilettenspülung und Gartenbewässerung

    Es werden ökologische und emissionsarme Baustoffe, in Bezug auf Schadstoffe, eingesetzt. Eine geringe Luftwechselrate ist geplant.
    Die Transmissionswärmeverluste werden stark reduziert, in dem die Wärmedämmqualitäten entsprechend der neuen Energiesparverordnung realisiert werden.
    Die Büroräume und sonstigen Flächen haben Fensterlüftung, Spaltlüftung über den schmalen Lüftungsflügel (einbruchsicherer Dosierlüfter). Restaurant, im Winter gelangt die Zuluft über die Fassadenkollektoren als Dauerlüftung mit sehr geringer Luftwechselrate ins Gebäude (natürliche Be- und Entlüftung). Die Zuluft strömt über den Lüftungskollektor in der Fassade ein, die Abluft wird über das Oberlicht abgeführt. Während der Heizperiode wird der Luftwechsel über die Abluftabsaugung kontrolliert, um die Lüftungswärmeverluste zu minimieren; dabei wird die Abluft über Anwesenheit gesteuert. Im Winter erfolgt eine Wärmerückgewinnung.
    Eine Lamellen-Jalousie mit Lichtlenkung im Oberlichtbereich im Scheibenzwischenraum der Fassade verschattet die Räume effizient. Eine Blendung im fensternahen Raumbereich wird verhindert und der fensterferne Raumbereich durch die Oberlichtflächen noch immer belichtet.
    Die gerichtet eingesetzten Glasflächen lassen hohe solare Gewinne erwarten und im Innenraum sind genügend unverkleidetete Massivflächen vorhanden, so dass insgesamt eine günstige Energiebilanz entsteht.
    Während der Sommermonate verhindern flexibler Sonnenschutz, thermische Speichermasse und grosse Lüftungsöffnungen eine Überhitzung und senken die Temperatur mittels Nachtspülung immer wieder ab. Die Grundausrichtung des Gebäudes ist günstig.

    Alle Räume werden natürlich belichtet und durch gerichtet eingesetzte Lichtlenkung (Lichtlenklamellen) im Bereich der Oberlichter bis in die Tiefe hinein belichtet. Der Sonnenschutz ist geteilt, damit die Tageslichtlenkung voll erhalten bleibt. Die Betriebszeiten für die künstliche Beleuchtung lassen sich in hohem Masse reduzieren. Grundsätzlich werden energiesparende Geräte und Beleuchtungen eingesetzt.

    Restaurant optional zur Steigerung des Komforts mechanische Be- und Entlüftung nach dem Prinzip der Quelllüftung, eine Unterstützung durch einfache, akustisch wirksame Kühlsegel ist sinnvoll. Durch die Luftströmung entsprechend dem thermischen Auftrieb ist der elektrische Energieaufwand reduziert. Durch niedrige Luftgeschwindigkeiten steigt der Lüftungskomfort.

    Damit kann auf Klima + Lüftungstechnik weitgehend verzichtet werden. Die erforderlichen Betriebs- und Wartungskosten entfallen grösstenteils.

    Photovoltaik-Anlage zur solaren Elektrizitätserzeugung
    Die solare Elektrizitätserzeugung hat bedeutende ökologische Vorteile gegenüber der fossilen und nuklearen Elektrizitätserzeugung. Sie ist zukunftsweisend und Image fördernd. Durch die Einspeisevergütung sind Photovoltaik-Anlagen auch wirtschaftlich interessant.

    Regenwassernutzung
    Die Dachentwässerung und das Oberflächenwasser werden in einer Zisterne gesammelt und einem Brauchwasserkreislauf für Toilettenspülung, Kühlung, Gartenbewässerung u.ä. zugeführt.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.