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  • DE Aichach
  • 01/2008
  • Ergebnis
  • (ID 2-11265)

Neugestaltung des Tandlmarktes mit Umfeld


  • 2. Preis

    Schemata

    Landschaftsarchitekten
    Schegk Landschaftsarchitekten | Stadtplaner, Haimhausen (DE), Memmingen (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Prof. Ingrid Schegk Ludwig Schegk Mitarbeit: Stephan Gentz

    Preisgeld
    8.800 EUR

    Erläuterungstext
    Tandlmarkt, Aichach

    STÄDTEBAU

    Städtebau/ Bebauung
    Die städtebauliche Neuordnung des Bereiches östlich vor der Altstadt von Aichach hat zum Ziel, den ehemaligen Stadtgraben als wertvolle, durchgehende Freiraumstruktur wieder erlebbar zu machen. Daraufhin ist die Struktur der Bebauung zu ordnen und auszurichten. Mit der Aufwertung der Freiräume dieses grünen Gürtels wird umgekehrt auch der weitgehend intakte Altstadtrand wieder sichtbar.
    Die Baustruktur wird einerseits von einem Übermaß an untergeordneten Nebengebäuden bereinigt, andererseits im Sinne der vorhandenen, gewachsenen Bebauung ergänzt. Dabei entsteht zum einen ein hochwertiger, zum Grün hin orientierter Wohnraum als auch zur Strasse hin orientierte Flächen für Büros, Praxen etc.
    Die Bebauung lässt in einem gartenstadtartigen, großzügigen Rhythmus vielfältige Blicke auf die Altstadt und ihre Türme und Tore zu, so dass auch von der Umfahrung Martinstraße aus die Altstadt als dominantes Zentrum wieder wahrnehmbar ist. Dieser Ausrichtung und Orientierung dient auch die zeitgemäße Interpretation eines Stadteinganges am Tandlmarkt. In umgekehrter Richtung bekommt die Perspektive vom Tandlmarkt stadtauswärts durch einen Baukörper südlich des Friedhofs Halt, der neben öffentlichen, sozial-kulturellen Nutzungen die Ein-/ Ausfahrt der Tiefgarage integriert und diese komplett baulich fasst.
    Jenseits der Martinstraße fügt sich das neue Parkhaus mit begrüntem Dach in den ‚Jahrtausendweg-Park’ ein. Zusätzlich dockt hier die Bushaltestelle mit den geforderten infrastrukturellen Einrichtungen an.
    Der Erweiterungsbau für die Feuerwehr nutzt die südöstlich an das bestehende Gebäude anschließenden Flächen und bleibt in den Auswirkungen auf das Stadtbild zurückhaltend.

    Städtebau/ Freiräume
    Der ehemalige Stadtgraben wird von störenden Bauten, befestigten Parkplätzen und massiven Einfriedungen befreit und so als durchgehender, von Bäumen bestandener Grünzug wieder erkennbar. Mit der von Südwest nach Nordost durchgehenden Wegeführung wird dies für Fußgänger und Radler wieder unmittelbar erlebbar. Der Platz am Tandlmarkt mit der Stadtverwaltung weist als Zäsur im Graben auf den wichtigen Stadtzugang von Osten mit Blick auf das Rathaus hin. Andererseits wird mit einzelnen neuen Bäumen der Eindruck der Durchgängigkeit wieder geschaffen. Wasser als weiteres verbindendes Element bestärkt diesen Zusammenhalt zusätzlich.
    Die teils privaten Freiräumen zwischen den Gebäuden verstärken die gewünschte Durchlässigkeit in der Baustruktur. Der Freiraum vor dem Altenstift mit dem Baumbestand wird erhalten, die Bebauung entsprechend angepasst. Damit wird auch die Verbindung zum gegenüber liegenden Jahrtausendweg-Park mit dem neuen Parkhaus geschaffen. Dieser findet künftig nördlich der Schulstraße eine Fortsetzung in dem wertvollen Baumbestand vor dem Friedhof. Die Friedhofsmauer und die vorgeschlagene Neubebauung geben einem neue geschaffenen Stadtgarten die räumliche Fassung, der die heutige Parkplatzfläche aufwertet.

    VERKEHR
    Die Martinstraße bleibt in ihrer notwendigen Leistungsfähigkeit erhalten bzw. gestärkt. Eine dritte Spur im Abschnitt von der Feuerwehr bis zur Schulstraße dient als Abbiegespur zum neuen Parkhaus, als Busspur an der Haltestelle bzw. als Geradeaus- und Rechtsabbiegespur. Linksabbiegespuren erleichtern den Verkehrsfluss in der Martin- und Schulstraße.
    Auf dem Tandlmarkt wird die Fahrbahn auf das notwendige Maß zurückgenommen, um dem Platz mehr Raum zu verschaffen. Die Geschwindigkeit wird hier konsequent auf 20 km/h begrenzt, um Querungen für die Fußgänger und Radler zu erleichtern. Befahrung des Platzes ist für besondere Fälle ( Hochzeiten, Andienung etc.) möglich.

    Ruhender Verkehr
    Mit dem Neubau des Parkhauses an der Martinstraße können oberirdische Stellplätze aufgelassen werden, so z.B. südlich vom Friedhof. Dennoch verbleiben einige Kurzzeitparkplätze im Bereich des Tandlmarktes, die in die Flächen seitlich der Fahrbahn integriert werden können.
    Die bestehende Tiefgarage erhält einen neuen Auf-/ Abgang (mit Aufzug), der näher am Geschäftszentrum liegt. Er wird an die südliche Kante der TG bzw. des Platzes verlegt und wird dort im Randbereich der Grünfläche und in die neue Torsituation integriert.

    Rad- und Fußwege
    Die Radfahrer können künftig parallel zur Martinstraße den Weg im Bereich des Grabens durchgehend in Nord-Süd-Richtung befahren und sind somit vor dem dichten Verkehr der Straße geschützt. Sie teilen sich diese Verbindung mit den Fußgängern. Gemeinsam nutzen sie auch die verschiedenen Querverbindungen in die Altstadt bzw. zur Strasse, zur Bushaltestelle, zum Parkhaus sowie zum Friedhof. Die Übergänge über die Martinstraße werden durch Bäume gekennzeichnet und mit Verkehrsinseln oder Ampelanlagen gesichert.

    Personen mit Bewegungseinschränkungen
    Der neue TG-Aufgang erleichtert mit einem Fahrstuhl auch diesem Personenkreis den Zugang zur Stadt. Zusätzlich werden zwei Parkplätze für Behinderte auf der Ostseite der Stadtverwaltung angeboten, die in Verbindung mit der Rampe zur Stadtverwaltung die Zugänglichkeit. verbessern. Alle neuen Belägen werden möglichst holperfrei ausgebildet, so dass Gehhilfen, Kinder- und Einkaufswägen etc. hindernisfrei bewegt werden können.

    GESTALTUNG
    Im Bereich der Altstadt, westlich des ‚Stadttores’, orientiert sich die Gestaltung des Tandlmarktes am Bestand. Natursteinmaterialien kennzeichnen die Altstadt sowohl in den Gehwegen wie auch auf den Fahrbahnen. Gesägte und anschließend aufgeraute Pflasterbeläge sorgen jedoch für angenehme Begehbarkeit. Größere Formate in Reihen kennzeichnen die Fahrbahn, kleinere Steine in richtungsloser Verlegung bilden das Trottoir.
    Das symbolische Stadttor aus Eichenholz trennt den Altstadtbereich vom Platz vor der Stadtverwaltung. Mit Verlassen der Altstadt wechselt das Material. ‚Neues Material’ in Form von Betonpflaster in der Fahrbahn und gleichfarbigen Betonplatten auf dem Platzbereich vermittelt dem Platz ein zeitgemäßes Erscheinungsbild und trägt den Nutzungen Rechnung. Die über den Platz laufende Bänderung gibt der Fläche eine Richtung, kennzeichnet die Durchgängigkeit des ehemaligen Grabens und nimmt auch die Entwässerung auf. Damit wird eine Ordnungsstruktur geschaffen, an der sich alles ausrichtet. Der Stadtverwaltung wird ein Podest vorgelegt, zu dem eine umlaufende Stufenanlage hinaufführt. Der Eingang wird zu Arkaden umgebaut und so großzügiger gestaltet.
    Unter dem ‚Ratsbaum’ laden lange Sitzbänke aus Eichenholz zu allen Gelegenheiten zum Verweilen. Ein Wasserbecken steigert die Attraktivität.

    wasser
    Das Wasserbecken auf dem Platz findet südlich im Grünzug in Form einer Wasserachse mit zwei Abschnitten Fortsetzung. Die Lage orientiert sich dabei an dem Verlauf des historischen Grabens. Mit Kneippbecken und anderen Attraktionen wird der Park vor dem Altenstift und für seine Bewohner aufgewertet.

    grün
    Der wertvolle Baumbestand im Plangebiet wird erhalten, an wichtigen Stellen auch ergänzt, um den Grabenbereich stärker im Zusammenhang erlebbar zu machen. So rücken nördlich wie auch südlich einzelne Bäume bis nahe an den Platzrand vor. Südlich wird der Grünzug von Bauten freigestellt und etwas in Richtung der Platzkante erweitert, um einerseits den Platz an der Stadtverwaltung, andererseits aber auch die Grünverbindung zu stärken. Vor der Stadtverwaltung wird ein großkroniger Baum als Ratsbaum in die frei gewordnen Lücke des TG-Aufganges gesetzt und mit durchgrüntem Pflaster in seinem weiteren Traufbereich in den Grünzug eingebunden. Er bildet damit das zentrale Bindeglied der Grünräume.

    licht
    Leuchten an Masten auf der Südseite der Fahrbahn sorgen am Tandlmarkt für Ausleuchtung für den Verkehr. Wandlampen an den umliegenden Gebäuden des Platzes ergänzen und definieren die Platzkanten. Die Anstrahlung des Torbogens, des zentralen Baumes sowie der Bänke auf dem Platz sorgen mit ihren Effekten für eine hohe Anmutung dieses Stadtraumes auch bei Dunkelheit.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.