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  • DE-73728 Esslingen am Neckar
  • 05/2008
  • Ergebnis
  • (ID 2-11405)

Städtebaulicher Ideenwettbewerb Stadteingang Kiesstraße / Maille


  • 1. Preis

    Strukturplan / Erläuterungen

    Architekten
    Braun + Müller Architekten BDA, Konstanz (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Jutta Braun, Christian Müller Berater Verkehrsplanung: Johann Lehrer, Lappersdorf

    Erläuterungstext
    Stadteingang
    Die Stadt Esslingen soll einen neuen Stadteingang erhalten. Die bisherige Erschliessung des Altstadtrings über die Vogelsangbrücke entspricht nicht mehr den heutigen Vorstellungen eines einprägsamen Eingangs in die Altstadt. Ein wesentlicher Umbau der Kreuzung unter Berücksichtigung der verkehrlichen Anforderungen ist deshalb nötig, um gewachsene stadträumliche und landschaftliche Bezüge wiederherzustellen und neue aufzubauen. Ziel ist es, die Besonderheiten des Raumes zu stärken und einen Stadteingang zu definieren, der zur identitätsprägenden Visitenkarte von Esslingen wird. Von der Vogelsangbrücke bietet sich dabei ein neues Bild der Stadt, welches im Laufe der Annäherung im Detail sichtbar wird.

    Grünraum Maille und Neckarkanäle
    Die Maille soll als grüne Schwelle zur historischen Altstadt erlebbar werden. Vor der prägnanten Kulisse der historischen Platanenreihe wird ein neues Baumfeld angelegt, das sich als Variation am Wehrneckarkanal wiederfindet. Beide Grünräume sind Raumkanten für den Verkehr und neue Aufenthaltsräume im Maille Park. Die Bäume sorgen für Schatten, reinigen die Luft und schützen vor Schall. Durch die Verkleinerung der Kreuzung entsteht ein Promenadenband entlang des Rossneckars, das Maille Park und Kulturzentrum Lorchareal miteinander verbindet. Auch das bewusste Erleben der Neckarkanäle beim Queren der drei verschmälerten Verkehrsbrücken ist Teil des neuen Betretens der Stadt.

    Kiesstrasse
    Die Kiesstrasse als Teil des Altstadtrings wird zu einem Stadtboulevard umgestaltet und durch Baumreihen gefasst. Im Anschluss an das Ensemble „Alte Feuerwache“ entsteht ein Wohn- und Geschäftsquartier und bildet entlang der Kiesstrasse eine neue prägnante Stadtkante. Die nördlich gelegene historische Stadtmauer soll wieder erlebbar werden und ist wesentlicher Teil des Hofraums „An der Stadtmauer“. Neben dem Neubau des CVJM entstehen zwei weitere Bausteine mit Gastronomie, Läden, Büroflächen und Terrassenwohnen. Das neue Quartier versteht sich als architektonisches Bindeglied zwischen mittelalterlicher Altstadt und Hochschulcampus und ist mit seinen Nutzungen Impuls für das Leben in der östlichen Altstadt.

    Platzraum Ritterstrasse mit Medienturm
    Von wesentlicher städtebaulicher Bedeutung ist die Umwidmung der Ritterstrasse in eine Fussgängerzone. Dadurch entsteht auf historischem Grund eine städtische Platzfolge, die sich von der Kiesstrasse am Rossneckarkanal entlang bis zum Altstadteingang Ritterstrasse erstreckt. Der neue Platz ist nicht nur Plattform für städtisches Leben sondern auch entscheidender Brückenschlag zwischen Altstadt und Hochschulcampus. Dieser soll sich auch in der Wahl des Bodenbelags wiederfinden, der aus einer Komposition von Kleinsteinpflaster und Betonbändern besteht. Am Rossneckar wird dabei der signethafte Bau eines Medienturms entstehen. Das gläserne Bauwerk ist nicht nur raumbildendes Element des neuen Platzes, sondern wird auch zum markanten Torbau aus verschiedenen Richtungen. Gemeinsam mit der neuen Fussgängerbrücke zur Maille ist es ein modernes Zitat der historischen Situation. Eine grosszügige Wassertreppe führt den neuen Platz bis an den Rossneckarkanal und bietet Aufenthaltsqualität unmittelbar am Wasser.

    Erschliessung Parkgarage
    Die Ein- und Ausfahrt der städtischen Parkgarage wird in das neue Quartier an der Kiesstrasse verlegt. Die Zufahrt ist in das Geschäftsgebäude integriert und erschliesst gleichzeitig die neuen Quartiersstellplätze. Die interne Erschliessung des 2. Untergeschosses der Parkgarage erfolgt weiterhin über die bestehende Wendelrampe. So kann das Umfeld der Alten Feuerwache aufgewertet werden. Die Idee des zukünftigen Nutzers ein leichtes gläsernes Stadtmöbel auf den Platz zu stellen wird differenziert aufgegriffen.

    Die neue Promenade
    Die neue Maille Kreuzung bietet neue Qualitäten für Fussgänger und Fahrradfahrer. Die bisherigen Unterführungen entfallen und grosszügige auch stadträumlich erkennbare Querungen vernetzen Altstadt, Hochschule, Maille und Vogelsangareal. Zentrales Element ist die neue Promenade entlang des Rossneckars. Sie erstreckt sich als öffentliches Band von der Inneren Brücke bis zum Kulturzentrum Lorchareal. Park und Kultur sollen hier in einen lebendigen Dialog treten. Bänke, Leuchten, Skulpturen und eine durchgängige Gestaltung der Oberfläche lassen eine neue Flaniermeile mit Blick auf die Altstadt entstehen.

    Die neuen Baumfelder
    Das neue Baumfeld an der Platanenallee versteht sich als vielfältiger Erlebnis- und Erholungsraum unter einem grünen Baumdach. Neben eingestreuten Sitz- und Spielflächen kann auf der wassergebundenen Wegedecke das Paille Maillespiel wieder aufleben. Analog soll am Wehrneckarkanal ein geneigter Baumplatz am Wasser angelegt werden, der mit seiner Sandfläche und den eingestellten Holzplateaus einen Freizeit- und Erholungsraum am Wasser inszeniert. Ein Schwimmsteg auf dem Kanal stellt die Verbindung zum Maillepark her und ist Anlegestelle für Kanufahrer.

    Licht
    Der neue Stadtzugang soll auch Teil des städtischen Lichtkonzepts von Esslingen werden. Die jeweilige Beleuchtung soll die städtebaulichen Ideen transportieren und stärken: Mastleuchten für die Beleuchtung der Baumfelder, entlang der neuen Maillepromenade und in der Kiesstrasse, Illumination der Kanäle, Medienturm und Pavillon an der Alten Feuerwache als Platzlaternen, zurückhaltende Beleuchtung der historischen Platzfassaden.

    Maille Kreuzung
    Folgende Rückbaumassnahmen sind angedacht: Entfall der freilaufenden Rechtsabbieger, Entfall der Wende- sowie Zufahrtsspur zum Vogelsangareal, Schliessen der Ritterstrasse und Verlegen der Parkgaragenzufahrt. Das Vogelsangareal wird zukünftig über eine Erschliessungsschleife von der Maillestrasse über Neckarstrasse, Sirnauer Strasse, Wehrneckarstrasse, Vogelsangstrasse erschlossen. Der reine Anwohner- bzw. Lieferverkehr Ritterstrasse wird zukünftig über das verkehrsberuhigte Strassennetz Altstadt angedient. Der neue Parkgaragenanschluss wird in die Signalanlagenfolge der Kiesstrasse eingebunden. Aus der Leistungsberechnung der neuen Maillekreuzung ergibt sich unter Beibehaltung der Anzahl der bestehenden Fahrspuren für die massgebende Abendspitze eine künftige Leistungsreserve von ca.17% gegenüber dem bisherigen Zustand von nur 1,6% Leistungsreserve. Diese Reserve wird für die Verbesserung der Fussgängerquerungen genutzt, wodurch gleichzeitig auf einen Linksabbieger von der Maille Strasse auf die Vogelsangbrücke verzichtet werden kann. Mit dieser Massnahme ist die Verkehrstauglichkeit des Knotens gesichert und eine deutliche Qualitätssteigerung für Fussgänger und Radfahrer garantiert.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.