loading
  • 3. Preis

    Wettbwerbsbeitrag

    Anzeige


    Architekten
    cc.mehlhose + thomas reinke, Berlin (DE)

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: J.-P. E. R. Sonntag, Berlin (DE)

    Preisgeld
    1.000 EUR

    Erläuterungstext
    HOSOC – HoveringSonicCap

    Fast alle Architekturen lassen sich in ihrer zentralen Funktion nach als Hüllen – räumliche Gebilde zur Trennung zweier Atmosphären beschreiben: Ein inneres, kontrollierbares und damit artifizielles Klima wird von einem Äußeren nicht kontrollierbaren separiert; langsame Gasbewegungen werden voneinander getrennt. Aber auch lässt sich dieser abgrenzende Membrankörper als instrumentelle Extension des Menschen beschreiben. Eine Architektur für die "Oper" – für Musik im Raum muss vorwiegend einer anderen Art der Gasbewegung sprich der geformten Luftdruckschwankungen, die wir Schall nennen in spezieller Art dienen. Die akustischen Anforderungen für verschiedene Instrumente, Instrumentengruppen, elektronische Mehrkanalinstallationen, Chormusik oder Podiumsgepräche sind auch in ihrer klanglich / ästhetischen Ausrichtung von Grund auf verschieden. Räume in denen das Publikum ausgerichtet still sitzt entgegen welchen, in denen sich der Rezipient bewegen soll.
HOSOC ist die Schaffung einer neuen Tektonik aus der Konstruktion sonischer Atmosphären. HOSOC ist ein elastischer, freibeweglicher Schalldeckel, Reflektor wie Membran und möglicher Lichtkörper. Er wird mit dem nicht explosiven, unbrennbaren und für Innenräume geeigneten Gas Helium befüllt und hält die Anforderungen der Brandschutzverordnung für Versammlungsräume ein. Da man durch die Stellung mit dem Helium-Gaskörper verschiedenste sonische Atmospären in detailliertester Weise einrichten kann, eignet sich HOSOC für die multifunktionale Anforderung der zeitgenössischen Oper. HOSOC verlängert die Idee des Schalldeckels Wagners als Reflektor ohne die Probleme der tieffrequenten stehenden Wellen zu haben, wie in harten Kuppel- und Kugelräumen. Da der Reflektor selbst elastisch ist, besteht keine Gefahr der Eigenresonanz. Dort wo das menschliche Hören seine feinste Auflösung findet, nämlich im Frequenzspektrum der Formanten (die Obertöne unserer Vokale) reflektiert die konvexe Hülle.
Wagner versenkte den Orchestergraben und ließ einen Schalldeckel über das Orchester setzen. Er schuf mit seiner Erfindung das "unsichtbare" Orchester am Ort seiner Festspiele in Bayreuth. Eine perfekte Klangarchitektur für den gerichteten Zuschauer und Hörer seiner musikalischen Dramen. Diese Rezeptionssituation findet seine neumediale Fortführung in den Kinobauten von den Palästen in den 30er und 40er Jahren bis zu den 3D-Omniplexen, die den gerichteten Rezipienten festgesetzt in einem Dunkelraum in einen medialreferenzierten Raum eintauchen lassen.
In Relation zu der kulturhistorischen Geschichte des Schalldeckels versteht sich HOSOC als eine Konstruktion die wieder zum Vorschein kommt und seine mediale Nutzung auf verschiedenen Ebenen sucht. Im Verhältnis zum Schall-Träger-Medium dem Gasgemisch "Luft" ist der Helium-Körper masselos - er schwebt.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.

INFO-BOX

Angelegt am
Zuletzt aktualisiert 26.11.2008, 18:12
Beitrags-ID 4-22597
Seitenaufrufe 368

Anzeige







Anzeige