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  • DE-13053 Berlin
  • 10/2008
  • Ergebnis
  • (ID 2-11999)

Schul- und Leistungssportzentrum Fritz-Lesch-Straße


  • Ankauf

    Perspektive

    Landschaftsarchitekten
    arbos Freiraumplanung GmbH, Hamburg (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Günter Greis, Simone Kühte

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Winking · Froh Architekten GmbH, Berlin (DE), Hamburg (DE)

    Erläuterungstext
    Freianlagen:

    Die Anordnung der unterschiedlichen Freiflächen erfolgt in Anlehnung an die Funktionsbereiche der Gebäude und ergänzt die orthogonale städtebauliche Grundstruktur und Gebäudeformation der Gesamtanlage. Innerhalb dieser orthogonalen Struktur ergeben sich differenzierte Raumfolgen von unterschiedlichen Nutzungsbereichen, die durch toppgraphische Gestaltung und räumlich wirksame Ausstattungselemente klare Zuordnungen und Abgrenzungen herstellt.
    Auf diese Weise ergibt sich eine klar ablesbare Grundfigur mit eindeutig definierten Erschließungssystem und übersichtlichen Funktionsbereichen, die sich aus dem bestehenden System ableiten. Die Identität des Standorts wird gewahrt und zum Qualitätsmerkmal entwickelt.

    Im Wesentlichen gliedern sich die Freiflächen innerhalb der orthogonalen Grundstruktur in 4 Teilbereiche:

    1. Sportflächen im Nordwesten
    2. Pausenflächen im mittleren Bereich westlich der Schulgebäude
    3. Schulgarten im Süden des vorhandenen Schulgebäudes
    4. Erschließungsflächen (Zufahrt Anlieferung und Parken) im Osten zwischen Fritz-Lesch-Straße und den Schulgebäuden.


    Erschließung / Parken / Anlieferung

    Die Haupterschließung der Schulanlage erfolgt weiterhin von der Fritz-Lesch-Straße. Der bestehende Haupteingang wird behindertengerecht durch eine Anhebung des angrenzenden Geländes ausgebildet. Die platzartige großzügige Eingangssituation bietet Platz für 60 Fahrradstellplätze und 7 Behindertenstellplätze.

    Die zweite wichtige Erschließung erfolgt ebenfalls von der Fritz-Lesch-Straße. Über die vorhanden Zufahrt wird nicht nur die Anlieferung der Mensa / Küche abgewickelt, sondern auch die Erschließung der Sporthalle und des neuen Schulgebäudes. Durch die Ausbildung einen großen Vorplatzes und die Anordnung einer vorgelagerten Terrasse, einer behindertengerechten Rampe und einer versetzten Treppeanlage entstehen räumliche Abgrenzungen, durch die gegenseitige Beeinträchtigungen weitgehend ausgeschlossene werden. Fahrradstellplätze lassen sich hier variabler Anzahl (54 bis 96) entlang des Weges parallel zur Sporthalle anordnen.

    Eine weitere Erschließung erfolgt wie bisher von Süden. Dieser Weg ist für Pflege und Unterhaltungsmaßnahmen der Gesamtanlage vorgesehen und von untergeordneter Funktion. Bezüglich der Gebäude werden hier untergeordnete zusätzlich Ein- und Ausgänge angebunden.

    Die vorhanden Skulpturen werden in den Grünflächen der beiden Eingangsbereiche unter Bäumen positioniert. Die Schulgebäude sind von den öffentlichen Fläche barrierefrei zu erreichen.
    Pausenflächen
    Die Pausenflächen gliedern sich den Altersgruppen entsprechend in zwei Bereiche.
    Der Grundschulbereich liegt unmittelbar angrenzend mit eigenem Zugang am Grundschultrakt und bietet glatte Asphaltflächen als Spiel-, Bewegungs- und „Malfläche“ als auch Fallschutzkiesflächen mit Kletter- und Spielgeräten. Eingefasst ist der gesamte Bereich mit einer umlaufenden Sitzmauer aus, die sich zum Gebäude öffnet.

    Die Pausenflächen für die älteren Schüler gliedern sich in zwei Teilflächen, einen Gartenhof und ein Spiel- und Bewegungsband. Der Gartenhof, ein grüner baumbestandener Garten mit sanfter Geländemodellierung sowie Rasenflächen zum Lagern und Spielen, ist ebenfalls mit Sitzmauern eingefasst und bildete das Pendant zum südlich angrenzenden Spiel- und Bewegungsband, zu dem er sich nach Süden öffnet. Dieser langgestreckte Pausenraum ist mit unterschiedlichen Materialien ausgelegt und in sich räumlich gegliedert. Zwischen den unterschiedlichen Flächen liegen Verweil- und Aufenthaltsbereiche. Durch Baumpflanzungen, Bestandsbäume, große Holzdecks und lange Bankelemente aufgelockert ergeben sich differenzierte Teilräume mit hoher Aufenthalts- und Erlebnisqualität und vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten

    Das Spiel- und Bewegungsband ist der Mensa vorgelagert und an die Klassenräume sowie die Fachräume gleichermaßen gut und unmittelbar angebunden. Von der aufgeständerten Terrasse im Westen der Mensa führen zwei Treppen direkt auf die Pausenflächen.

    Sportbereich
    Die Sportbereiche bilden einen von Baumreihen eingefassten eigenständigen Schulbereich im Norden des Grundstücks. Parallel zum Orankeweg liegt eine Laufbahn auf bestehendem Geländeniveau. Das südlich angrenzende Großspielfeld liegt ca. 1,0m tiefer und erhält mit zwei Sitzstufen eine kleine „Tribüne“, die den Geländeunterschied abfängt. Die Flächen für Weitsprung und Hochsprung sind auf einem Kleinspielfeld (22x44m) konzentriert. Die Hochsprungmatte und die Weitsprunggrube liegen außerhalb des eigentlichen Spielfeldes. Somit kann diese Anlage vielfältig für verschiedene Sportarten genutzt werden. Westliche und östlich wird diese Sportachse durch die Kugelstoßanlage und die Gymnastikwiese komplettiert.

    Schulgarten / Gartenbereiche
    Der Schulgarten liegt südexponiert vor dem Schultrakt mit den Fachräumen und kann somit direkt in den Unterricht einbezogen werden. Die Trennung von den Pausenflächen und die „ruhige“ besonnte Lage ermöglichen die Anlage und Entwicklung sehr unterschiedlicher Themengärten, Lebensräume und Versuchsfelder, die für Experimente, Anschauung, Verweilen und Aufenthalt ideale Voraussetzungen bieten.
    Innenhöfe: Die Innenhöfe werden als kleine Patio’s mit unterschiedlichen sehr spezifischen und ausdrucksstarken Themen ausgebildet.


    Baumbestand / Flächenversiegelung
    Der vorhandene Baumbestand kann aufgrund des geplanten Bauvolumens nur zum Teil erhalten werden. Durch die mehrgeschossige Bauweise ergeben sich großzügige und gut nutzbare Freiflächen in die sich große Teile des Baumbestandes integrieren lassen. Der Versiegelungsfaktor kann durch die gewählte Mehrgeschossigkeit relativ gering gehalten werden.


    Pflanzenverwendung Ersatzmaßnahmen

    Für die zu fällenden Bäume werden einheimische neue Bäume in großer Anzahl gepflanzt. Der Ersatz übersteigt die Zahl der zu fällenden Bäume um ein Vielfaches. Verwendet werden Eichen, Ahorn, und Linden als Hochstämme, sowie typische Knickpflanzen wie Hasel, Schlehe, Weißdorn, Faulbaum etc. entlang des Orankeweges. Die Streuobstwiese im Westen und der Obstgarten im Nordosten werden mit regionalen Obstsorten unterschiedlicher Sorten bepflanzt. Für die Schulgartenbepflanzung neben heimischen Stauden, Gräsern und Sträuchern auch exotische Arten verwendet.


    Regenrückhaltung / Versickerung

    Entlang der westlichen Grundstücksgrenze und der Pausenhofflächen können Grabenentwässerungen ausgebildet werden, in die das anfallende Oberflächenwasser geführt werden kann. In der Streuobstwiese außerhalb der orthogonalen Grundstruktur bieten sich Flächen für Versickerung und Rückhaltung von Oberflächenwasser. Hier soll mit dem anfallenden Aushub der Gesamtmaßnahme sanfte Geländemodellierung ausgeführt werden.


    Einfriedungen

    Die gesamte Anlage mit Schul- Sport- und Wohngebäuden sowie den Freiflächen wird umlaufend von den bestehenden Mauern und Zäunen eingefasst. Die Zäune werden entsprechend ergänzt, so dass sich Zugänge und Tore lediglich im Süden von der Fritz-Lesch-Straße im Norden am Orankeweg ergeben. Lediglich zum Westen öffnet sich das Gelände am bestehenden Haupteingangsbereich zur Fritzsch-Lesch-Straße. Allerdings ist der Zutritt zum weiteren Gelände auch hier nur durch Zaun- und Toranlagen möglich.

    Beleuchtung

    Die Beleuchtung erfolgt generell über Mastleuchten, lediglich im Bereich der Innenhöfe und des Schulgartens werden Pollerleuchten und Bodenstrahler eingesetzt. Die in den Eingangsbereichen aufgestellten Skulpturen sollten durch Bodenstrahler ebenfalls illuminiert werden.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.