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  • DE-97638 Mellrichstadt
  • 10/2008
  • Ergebnis
  • (ID 2-12209)

"Hauptstraße und Plätze"


  • 3. Preis


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    M. & E. Boesch Architekten, Zürich (CH)

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Hager Partner AG, Zürich (CH), Berlin (DE)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Leitidee der Arbeit ist es die Hauptstraße als Rückgrat der Altstadt herauszuarbeiten.
    Dies soll mittels eines durchlaufenden Belagsbandes erfolgen. Dabei wird das vorhandene
    Oberflächenmaterial wieder verwendet. Positiv wird die Idee bewertet dass die Bürger
    durch den Erwerb von ‚Bürgersteinen’ einen Beitrag zur Realisierung leisten können. Ob
    dabei die Farbe Gold der Bedeutung des Ortes angemessen ist, wird kritisch hinterfragt.

    Die Oberflächen der übrigen Platzflächen und den Gehbereichen beschränken sich
    konsequenterweise auf die Verwendung eines einheitlichen Segmentbogenpflasters aus
    Kleinpflaster.

    Die Erscheinung der Plätze wird bestimmt durch wenige, gekonnt eingesetzte
    Gestaltelemente: Durch die kompositorische Anordnung weniger Lindenbäume werden
    spannende Raumbezüge aufgebaut. Unter dem Leitthema ‚Lounge’ wird ein
    Stadtmöbelmotiv thematisch für die jeweiligen Platzbereiche variiert. Die großen
    Stadtmöbelelemente können als Sitzmöbel genutzt werden. Durch das gewählte Material
    Holz setzen sich diese Elemente bewusst vom steinernen Stadtboden ab. Mellrichstadt
    erhält so ein unverwechselbares und imagebildendes Stadtmobiliar.

    Die neue Stellung des Luitpoldbrunnens auf dem Marktplatz in Zusammenhang mit den
    Baumstallungen ist gut gewählt.

    Für die Grundbeleuchtung sollen die vorhandenen, historisierenden 2-armigen
    Mastlampen entlang der Hauptstraße weiterverwendet werden. Die vorgeschlagenen
    Effektbeleuchtungen der Lounge-Möbel und des Luitpoldbrunnens überzeugen. Die
    technische Machbarkeit der Ausbildung der Entwässerungsrinne als bodenbündiges,
    nachts hinterleuchtetes Lichtband ist im Detail nicht nachgewiesen.

    Das Straßenprofil ist auf die notwendige Mindestbreite reduziert. Die Busse halten zum
    Ein- und Aussteigen auf der Fahrbahn. Die Bushaltepunkte werden nicht
    nachgewiesenen, eine regengeschützte Unterstellmöglichkeiten wäre zumindest am
    zentralen Haltepunkt Marktplatz wünschenswert. Der Nachweis der öffentlichen
    Stellplätze im Realisierungsteil wird weitgehend erbracht.

    Bei der Ideenfindung für das Markthallen- und das Riedelareals wird der Ansatz verfolgt,
    erhaltenswerte Bausubstanz in eine Neubaukonzeption zu integrieren. Dieser subtile
    Ansatz kann gut nachvollzogen werden. Bei dem Bebauungsvorschlag für das Riedel-
    Areals wird jedoch möglicherweise die Chance einer Akzentsetzung im Bereich der
    Hauptstraße sowie die Möglichkeit eine den Bestand ergänzende und stabilisierende,
    großflächigere Einzelhandelsnutzung stadtverträglich zu integrieren, vertan. Die
    Integration von Tiefgaragen wird durch den Erhalt mehrer Bestandsgebäude erschwert,
    der Stellplatznachweis gelingt nur, wenn für die Bestandsgebäude keine Stellplätze
    angesetzt werden. Der Vorschlag die Markthalle als Kindertagesstätte und
    Elternberatungseinrichtung umzunutzen ist eine wertvolle Anregung.

    Ingesamt bietet die Arbeit ein robustes stadträumliches Grundgerüst, welches durch die
    zwei Grundideen Cardo und Platzlounges einen überzeugenden und unverwechselbaren
    Beitrag zur Wettbewerbsaufgabe darstellt. Die Beteiligung der Bürger an der Veredelung
    ihrer Hauptstraße durch den Erwerb von ‚Bürgersteinen’ ist eine gute Idee. Das
    Beleuchtungskonzept überzeugt noch nicht in allen Punkten.

    Das Belagskonzept aus wieder verwendeten und ergänzten Natursteinmaterialien, sowie
    die gezielt eingesetzten Lounge-Elemente zur Platzmöblierung lassen eine wirtschaftliche
    Umsetzung des Gesamtkonzepts erwarten.


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