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  • DE-94469 Deggendorf
  • 10/2008
  • Ergebnis
  • (ID 2-12344)

Landesgartenschau Deggendorf 2014


  • Ankauf

    Dauernutzung

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    Architekten
    HOE architects, München (DE)

    Mitarbeit
    Architektur Lisa Kittel

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Tobias Frauscher Landschaftsarchitektur, München (DE), Egenhofen (DE)
    Bauingenieure: Behringer Beratende Ingenieure GmbH, München (DE)

    Erläuterungstext
    Städtebauliche, landschaftsplanerische Einbindung

    Die Entwicklung der Stadt Deggendorf fand überwiegend in den durch die Deiche geschützten Gebieten statt, und musste so eine mehr oder weniger starke Trennung von den wertvollen Naherholungsflächen der Donau in Kauf nehmen.
    Der durch die Landesgartenschau mögliche neue „Brückenschlag“ stärkt die Verbindungen zwischen Stadt und Fluss gleichermassen wie die Anbindung zwischen nördlichem und südlichem Donauufer.
    Gestärkt wird die bereits vorhandene direkte Anbindung vom Zentrum zum Fluss über die Edlmairstrasse mit einem neuen definierten Endpunkt an der Donau,
    sowie die Anbindungen über den Stadthallenpark und vom Bahnhof zur Deichpromenade und den dort entstehenden neuen Deichgärten.
    Der ertüchtigte Deich auf der Nordseite bildet das Rückgrat des Donauraums.
    Nördlich des Deichs entstehen überwiegend Funktionsflächen mit vergrößerter Festwiese, Tennis- Sport- und Campingplätzen – gegliedert durch strenge nord-süd verlaufende Baumreihen.
    Südlich, im Donauvorland entsteht eine grosszügige, durchgängige, uferbegleitende Parklandschaft mit neuen Erschliessungen am Donauufer.
    Am südlichen Donauufer ermöglicht der rückverlegte Deich grosszügige Flächen für Retention sowie die Renaturierung des Donauufers.
    Neue „Brückenschläge“ entstehen von der Stadt an den Deich, von der Festwiese über den Deich, sowie über die neue Brücke vom nördlichen zum südlichen Donauufer mit den daran anschliessenden Naherholungsflächen und der Nachbarstadt Plattling im Gäuboden.


    Entwurf Freiflächen Dauerkonzept

    Die Deichpromenade

    Der Deich mit seiner homogen befestigten Deichpromenade bildet die zentrale Wegeachse durch den neuen Donauraum. Er wird durch das Fortführen der vorhandenen Baumreihe gestärkt.

    Die Deichgärten

    Angegliedert an Ihn befinden sich höhengleich die neuen Deichgärten auf den Dachflächen der 2-geschossigen Parkdecks.
    Der Übergang zur Festwiese wird gestaltet durch stufenförmige Rasenböschungen
    mit Aufenthaltsqualität – in Teilbereichen bühnenartig mit Sitzstufen ausgestattet.
    Zäsuren zwischen den Parkdecks ermöglichen zusätzlich, flacher geneigte Aufstiege zu den Deichgärten, begleitet von aufsteigenden Baumreihen, die unten und oben sinnbildlich überbrücken. Als grosse Rasenskulptur symbolisiert die Anmodellierung den Übergang zwischen den bisher getrennten Bereichen.

    Aktivitätenband und Aussichtplattform

    Über die im Dauerkonzept als weitläufige Rasenflächen angelegten Dächer des Parkdecks erreicht man das Aktivitätenband, und jenseits der Promenade die grosse Aussichtplattform mit Blick auf die Donau.
    Im Aktivitätenband können –für die Stadt Deggendorf – neue Möglichkeiten an Freizeitaktivitäten, jenseits des Vereinsports an zentraler Stelle vereint werden.
    Aktivitäten wie Beachvolleyball, Boulespiel, Stockbahnen, Streetball, Skatesport und Kinderspielbereich, ebenso wie Aufenthaltbereiche und gärtnerische Elemente.
    Die grosse Aussichtplattform im Halbrund zwischen Promenade und Gleis, sowie ihre „kleineren Geschwister“ am Deich, erhalten eine räumliche Differenzierung zum Weg mit einem Band von Mauerscheiben, mit Durchblicken auf die Donau, so genannten Landschaftsfenstern.
    An die Mauerscheiben als ordnendes Element gliedern sich Sitzgelegenheiten, Kleingastronomien sowie Parkdeckzugänge an.

    Der Uferboulevard

    Zwischen dem Ruderclub mit vorgelagertem neuen Gastronomiestandort und der zu erhaltenden und als Ausstellungsgebäude nutzbaren Backsteinhalle (SDDG-Halle) spannt sich der neue Uferboulevard auf.
    Auf dem Niveau der Schiffsanleger befindet er sich im eher seltener überschwemmten Bereich.
    Im eher städtischeren Teil des Donauufers - zwischen Ruderclub und Bogenbach – ermöglichen vorgelagerte Steinstufen das Herantreten ans Ufer.
    Zwischen Bogenbach und Eisenbahnbrücke vorgelagert schliesst der Donaustrand an, mit großzügigen Liegewiesen angenzend.
    Der befestigte Ausbau des Boulevards verjüngt sich von Ost (städtisch) nach West (landschaftlich) und geht jenseits der Bahn in einen landschaftlichen Uferweg über.

    Die Parkwiesen

    Zwischen Uferboulevard und Deich breiten sich großzügige Wiesenflächen aus.
    Lockere Baumgruppen integrieren den Bestand einschliesslich der Biotopfläche vor der Autobahnbrücke, eröffnen Blickbeziehungen zur Donau und zur neuen Brücke.
    Eine untergeordnete Durchwegung der Wiesenflächen auf einem etwas höheren Niveau ermöglicht eine Erschliessung der Donauwiesen auf einem seltener überschwemmten Niveau.

    Das südliche Donauufer

    Südlich der Donau wird das Wegenetz neu geordnet mit sinnfälliger Anbindung der neuen Fussgänger/Radfahrer-Brücke an das bestehende Wegenetz.
    Das renaturierte Deichvorland mit Altwassern, Überschwemmungsbereichen, Feuchtwiesen und Ufervegetation wird zusätzlich über Nebenwege erschlossen.




    Stadt Land Fluss – Die Gartenschau

    Stadt und Land entwickelten sich zunächst am Fluss, später in größerer Geschwindigkeit abseits vom Fluss – hinter den Deichen.
    Der Brückenschlag bietet die Chance Stadt, Land und Fluss wieder zusammenzuführen.
    Dabei spielen Übergänge eine wichtige Rolle.
    Den alten Donauübergängen – wie die schon aus der Frühgeschichte überlieferten Furten – werden neue Übergänge gegenüber gestellt.

    Die Stadt

    Die Stadt repräsentiert sich überwiegend im Bereich um die Stadthalle, im Stadthallenpark, übergreifend bis zum zentralen Bereich und den Promenaden.
    Durch Themen zur Stadtgeschichte, Gartenthemen wie Dachgärten und „Gärten auf kleinstem Raum“, Ausstellungsflächen und Bühnen.

    Das Land

    Bayerwald und Gäuboden, die nördlich und südlich angrenzenden Landschaftsräume werden thematisiert, mit Schwerpunkt an der Feldflur im südlichen Ausstellungsgelände.

    Der Fluss

    Themen des Flusses werden in der Nähe der Ufer in Ihrer natürlichen und renaturierten Ausprägung gezeigt.
    Wasser ist der „blaue Faden“ der in den Ausstellungsthemen in variierender Form auftaucht.

    Das nördliche Schaugelände

    Über den temporären Parkplatz westlich der Bahn erreicht man den Haupteingang.
    Bevor der Weg zu den Deichgärten ansteigt können auf der Fläche der späteren Festwiese die Klassischen Ausstellungselemente wie Gärtnerische und Floristische Hallenschau, Gärtner- und Kunsthandwerksmärkte sowie Gastronomiezelte mit Freibereichen besucht werden.
    Neben dem von Sommerflor begleiteten Hauptweg auf die Deichgärten, können diese über die grosse Rasenskulptur, sowie über die Zäsuren zwischen den Parkdecks erreicht werden. In den Zäsuren, den „Schluchten“ präsentieren sich Themen des Bayerischen Waldes wie Granitgarten, Kristallgarten, Erz- oder Graphitgarten.
    Im oben gelegenen Aktivitätenband, das zur Zeit der Gartenschau nur partiell mit Freizeitaktivitätsflächen aufgefüllt ist werden künstlerisch-gärtnerische Interpretationen des Themas Wasser gezeigt, wie der Treibholz-, der Kiesel- oder der Weidengarten.
    Auf der grossen Aussichtsplattform sind dauerhaft verbleibende Stauden und Gräserbereiche angelegt.
    Entlang des Deiches reihen sich Kleinarchitekturen mit Möglichkeiten für die Donaustädte (Wirtschaftsraum Donaustädte) zur Selbstdarstellung. Ergänzt werden diese durch eine zentrale Gastronomie sowie Kiosken.
    Der Uferboulevard wird vor allem durch die neue Hauptgastronomie im Bereich der Schiffanleger mit möglicher vorgelagerter Flussbühne sowie die Nutzung der Backsteinhalle als Ausstellungsgebäude bespielt. Dazu gesellen sich hochwasserfeste bzw. mobile Elemente wie Ausstellungstafeln, Aktionsflächen und Strandmobiliar, sowie ein Seil- und Klettergarten an der Dammböschung.

    Das südliche Schaugelände

    Das südliche Schaugelände repräsentiert vor allem den ländlichen Raum, insbesondere den Gäuboden.
    Es wird hauptsächlich über die neue Brücke erreicht, auf deren senkrechtem Träger
    Themen des Übergangs zwischen den beiden Flussseiten wie z.B. die Geschichte der ehemaligen Furten illustriert werden.
    Zusätzlich gelangt man über einen Nebeneingang in die Ausstellungfläche.
    Südlich des Deichs werden – angegliedert an die Struktur der Feldflur – Ausstellungselemente in Form eines kleinen Dorfes angeordnet.
    Hier präsentieren sich die Ministerien für Landwirtschaft und Forsten, für Umwelt,
    sowie Berufsverbände des Gartenbaus und der Baumschulen.
    Um den Mittelpunkt gruppieren sich Elemente wie Markt, Biergarten und Tanzboden.
    Die Feldstruktur wird belegt mit Kulturpflanzenfeldern – von der Wildpflanze zur Kulturpflanze - mit begleitenden Aktivitäten aus dem ländlichen Kulturleben.
    Am Bachufer wird „Wohnen am Wasser“ thematisiert, verbunden mit Aktionsflächen rund um das Thema Wasser.
    Nördlich des Deichs kann sich der Besucher mit den Themen des Wasserbaus und der Deichvorlandrenaturierung vertraut machen.
    Der Bereich östlich des Eingangs rund um das bestehende Altwasser bleibt ausserhalb des Zauns und kann zum Beispiel durch Informationsrundgänge zugänglich gemacht werden.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.

INFO-BOX

Angelegt am
Zuletzt aktualisiert 01.03.2011, 14:30
Beitrags-ID 4-23263
Seitenaufrufe 263

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