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  • DE-94469 Deggendorf
  • 10/2008
  • Ergebnis
  • (ID 2-12344)

Landesgartenschau Deggendorf 2014


  • Ankauf

    Städtebaulicher Ideenteil

    Landschaftsarchitekten
    plancontext gmbh landschaftsarchitektur, Berlin (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Gussmann + Valentien Atelier für Architektur und Städtebau, Berlin (DE)
    Bauingenieure: ifb frohloff staffa kühl ecker, Berlin (DE)

    Erläuterungstext
    [Auszug]

    Fit für die Zukunft - Landesgartenschau Deggendorf 2014

    „Die Zukunft ist unvermeidlich.
    Wie also wollt Ihr sie gestalten?“
    Max Frisch

    Gemeinsam mit der Nachbarstadt Plattling und mehreren Umlandgemeinden wurde die Stadt Deggendorf vom Bundesministerium für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau als „Region der Zukunft“ für das gemeinsam entwickelte Leitbild zur nachhaltigen Entwicklung der Region ausgezeichnet.
    Die Gartenschau ist das zentrale Schlüsselprojekt, das die formulierten Ziele und Visionen nun weiter verfolgt. Das Image Deggendorfs und Plattlings als Modellregion soll gestärkt und nach außen kommuniziert werden.
    „Fit für die Zukunft“ wählen wir deshalb als Leitthema der Schau. Mit dem Slogan wollen wir auf zweierlei hinweisen: Einerseits entsteht ein städtebaulich und landschaftsarchitektonisches Modellprojekt, das den anstehenden ökologischen und demographischen Wandel als Chance begreift. Andererseits setzt sich die Landesgartenschau zum Ziel, ihre Besucher „fit für die Zukunft“ zu machen und entsprechende Tipps und Anregungen zur Steigerung der persönlichen Lebensqualität zu geben. Das um-fasst neben dem Schwerpunkt Grün und Natur die Bereiche Sport und Bewegung, Bildung, Gesun-heit und Ernährung. Das Motto der Gartenschau bringt beide Ziele knapp und prägnant auf den Punkt.

    Die ersten Schritte auf dem Weg zur Zukunftsregion hat Deggendorf bereits getan: Die Deichrückverlegung ist ökologisch richtig und wichtig. Sie wird aber auch als Chance erkannt für eine städtebauliche Neuordnung und Entwicklung am nördlichen Donauufer und die verstärkte Anbindung dieses Bereichs an die historische Altstadt. Durch die Gartenschau entstehen nun wertvolle Freiflächen zur Erholung sowie ein multifunktionales Veranstaltungsareal. Außerdem wird der Brückenschlag für Fuß-gänger und Radfahrer nach Plattling und ins gemeinsame Naherholungsgebiet rechts der Donau erreicht.


    Zukunft bauen: Landschaftsarchitektur und Städtebau für übermorgen

    Parkskulptur
    Die bayerischen Landesgartenschauen haben sich zum obersten Ziel gesetzt, zukunftsweisende und nachhaltige Stadt- und Landschaftsplanung zu realisieren. Wir haben uns die Frage gestellt, wie so ein „Park der Zukunft“ auf diesem speziellen Gelände aussehen muss.
    Die notwendigen und rein funktional geplanten Dämme und Deiche bilden zunächst Barrieren für die Sicht- und Wegeverbindung zwischen Stadt und Donau. Sie regten aber unser künstlerisches Interes-se am Umgang mit Raum, Masse und Volumen an. Das Spiel mit den verschiedenen Ebenen schafft für die Besucher ständig neue Ausblicke und Raumerlebnisse. Durch eine raffinierte Modellierung entsteht aus den Deichen und Dämmen eine weiträumige Erd- und Raumskulptur, die auf verschiedenen Ebenen Räume schafft und sie zu einem integralen und selbstverständlichen Teil der Landschaft werden lässt. Sie strukturieren das weitläufige Areal, das sich rund 1,7 Kilometer entlang der Donau erstreckt. Die neue Ebene der Deichgärten bildet dabei einen Brückenschlag zur geplanten Stadterweiterung östlich des Bogenbachs. Hier entsteht eine Promenade mit großartigen Ausblicken auf die Donau und die Deggendorf umgebende Landschaft mit einer eigenen räumlichen Qualität.

    Bilbao-Effekt
    Es soll eine phantastische Parkskulptur entstehen, die durch Veranstaltungen aber auch ihre selbst-bewusste und markante Gestaltung und die gezielte Aufwertung des Ortes eine überregional hohe Anziehungskraft erreicht. Der Park mit seinen vielfältigen Freizeit- und Erholungsangeboten sowie das integrierte Messe- und Veranstaltungszentrum soll die weitere Entwicklung des angrenzenden Städte-baus und Folgeinvestitionen befördern. Ziel ist die wirtschaftlich-kulturelle Initialzündung über die Gar-tenschau hinaus. Insgesamt entsteht eine unverwechselbare Ausstellung, die über das bisherige Themenspektrum bayerischer Gartenschauen hinausweist.



    Zukunft leben: Zeitgeist und Trends

    Landesgartenschauen sind heute weit mehr als reine Blumenschauen. Sie sind aussagekräftiges Spiegelbild des jeweiligen Zeitgeistes und aktueller Trends. So sollen neben den gezeigten Modellpro-jekten zum Thema Landschaftsarchitektur und Städtebau auch auf die Informationswünsche der Be-sucher eingegangen werden. Der Schwerpunkt ist das Thema „Pflanze und Garten“, aber darüber hinaus auch Lebensqualität.
    Der Markt für Lebensratgeber boomt. Die Gesundheits- und Wellnessbewegung wird zukünftig noch ganzheitlicher sein und Aspekte des „ökologischen Gewissens“ einbeziehen: Ernähren wir uns gesund und ökologisch korrekt, welcher Sport und Bewegung sind ideal, wie begegnen wir den Herausford-rungen einer sich wandelnden Zukunft?
    Die aktuellen Diskussionen um Umweltschäden, Klimawandel und demografische Entwicklungen lö-sen Angst und Unsicherheit aus. Die Gartenschau setzt sich das hohe Ziel, hier Diskussionsangebote und Lösungsansätze zu unterbreiten, wie dieser unvermeidliche Wandel als Chance begriffen werden kann. Gleichzeitig setzt sie den Ängsten vor Veränderungen eine Gestaltung gegenüber, die Zukunftsoptimismus ausstrahlt und damit dem Zeitgeist der Gestaltung und des Designs voll entspricht: helle Materialien, farbige Akzente und asymmetrische Formen, die Leichtigkeit und Eleganz ausstrahlen. Die Menschen wollen wieder Spaß am Leben haben und dazu gehören Natur, Farben und ungewöhnliche Formen. Die Auswahl der Materialien zielt auch auf nachhaltiges Design mit dem Ziel die Energieeffizienz zu optimieren, den Schadstoffausstoß und die Abfallproduktion zu minimieren, die natürlichen Ressourcen zu schonen oder einfach die soziale Praxis zu schulen - und so entscheidend zum Erfolg nachhaltiger Entwicklung beizutragen.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.

INFO-BOX

Angelegt am
Zuletzt aktualisiert 25.10.2008, 23:19
Beitrags-ID 4-23265
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