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  • DE-02708 Löbau
  • 11/2008
  • Ergebnis
  • (ID 2-12396)

Landesgartenschau Löbau/Oberlausitz 2012


  • Ankauf


    Landschaftsarchitekten
    r+b landschaft s architektur, Dresden (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Boris Harbaum, Anne Oberritter, Claudia Schreckenbach, Sebastian Richter

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: dd1 architekten, Dresden (DE)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Aus einer klaren Grundhaltung entwickeln die Verfasser ein schlüssiges Entwurfskonzept. Die positiven
    Potentiale eines offenen, kontinuierlich strömenden Talraumes werden klar erkannt und in der Ausformung
    eines großzügigen Landschaftselementes zur Basis des gesamten Entwurfes. Auch die überzeugende
    Zonierung und die weitgehend gelungene Verknüpfung mit dem städtebaulichen Umfeld stärken diese
    Grundidee. Positiv ist in diesem Zusammenhang insbesondere der Versuch zu bewerten, die räumlichen und
    kulturellen Potentiale der Innenstadt für das Konzept der Gartenschau zu erschließen.
    Sehr kontrovers wird dagegen der Umgang mit dem Gewässer diskutiert. Obwohl das Bemühen
    anzuerkennen ist, mit einer formal neu gesetzten Uferlinie eine klare Gestaltidee auszudrücken, kann die
    Umsetzung vielfach nicht überzeugen. Die relativ weitläufigen Platzflächen erzeugen im Kontext mit einer
    Vielzahl von stark baulich ausgeformten Mauern und Rampen einen sehr urbanen Charakter, der an dieser
    Stelle etwas überzogen wirkt. Auch kann ein in der dargestellten Weise geführtes Gewässer nicht die
    ökologischen Qualitäten entwickeln, die an dieser Stelle erwartet werden. Große Bedenken bestehen daher
    hinsichtlich der grundsätzlichen Genehmigungsfähigkeit der notwendigen Eingriffe in den Naturraum.
    Der Umgang mit den Absetzbecken ist klar aus der konzeptionellen Grundhaltung abgeleitet und zeigt
    eine gut ausformulierte Darstellung unterschiedlicher Pflanzthemen. Auch die Idee der „Robinsoninsel“
    wirkt grundsätzlich gut positioniert und anregend, erscheint jedoch an dieser Stelle in ihrer Detaillierung als
    überinstrumentiert.
    In der Darstellung des Bades zeigt sich eine intensive funktionale Auseinandersetzung mit der Thematik, die
    zu einem überzeugenden Ergebnis geführt hat. Die Anordnung der einzelnen Bausteine ist funktional und
    räumlich schlüssig gelöst.
    Für die Gestaltung des Festplatzes wurde eine robuste Grundstruktur gefunden, die vor allem in der
    Nachnutzung ausreichenden Nutzungsspielraum lässt. Die große Weitläufigkeit und nicht ausbalancierte
    Zonierung des Platzraumes vermögen jedoch in der Ausstellungsperiode keine angenehme Atmosphäre
    zu erzeugen. Kritisch wird ebenso der Vorschlag zum Umgang mit dem Gebäude bewertet. Trotz des
    gestalterisch nachvollziehbaren Ansatzes wird die vorgesehene Treppenkonstruktion zu einer zusätzlichen
    Verschattung der Innenräume führen.
    In den thematisch aus dem Ort entwickelten Pflanzungen und grundsätzlich gut positionierten
    Funktionsflächen wird ein sinnvolles Ausstellungskonzept ablesbar. Der Rückbauaufwand sowie die Kosten
    für die dauerhafte Erhaltung halten sich in einem angemessenen Rahmen. Kritisch wird dagegen der
    relativ hohe Aufwand für die Herstellung der baulichen Anlagen sowie die umfangreiche Umformung der
    Uferbereiche gesehen.

    Insgesamt ist diese Arbeit ein anregender und konsequenter Beitrag zur Diskussion aktueller
    Landschaftsarchitektur, der jedoch vor allem aufgrund des Umgangs mit dem Gewässer auch kritisch
    betrachtet wird