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  • Engere Wahl


    Architekten
    SPAP// Architektur / Stadt / Landschaft _ BDA DASL, Dortmund (DE) Büroprofil

    Erläuterungstext
    „Proportion – Materialität - Plastizität“
    Leitidee – Baukünstlerisches Konzept
    Die große Heterogenität des Campus verlangt nach einem ruhigen Ort und einem in sich selbst ruhenden Baukörper mit eigenständigem wie signifikanten Charakter als zentralem Baustein auf dem Campus. Die Erweiterung des bestehenden Teichs zu einem den Berthold-Beitz-Platz hälftig umspannenden kleinen Sees, ist Teil des Gesamtkonzepts und ganzheitlicher Ansatz aus Architektur und Freiraum.
    Idee ist einen Solitär zu entwickeln, der es trotz seiner funktional bedingten, höhenmäßig niedrigen Architektur schafft, sich städtebaulich überzeugend zu behaupten und am Berthold-Beitz-Platz Nukleus wie Dreh-und Angelpunkt zwischen Universitätsinstituten und Universitätsklinikum wird. Interpretiert man den Berthold-Beitz-Platz als historische „Agora“ des Campus, so wäre die neue Mensa quasi die „Stoa“ multifunktionale, doppelt symmetrische, streng geordnet entworfene Halle der historischen Konzeption. Diese doppelte, strenge Symmetrie spricht auch der neue Baukörper, innen wie außen – selbstbewusst und konsequent am Platz und zur Klinik.
    Ein Baukörper, wie er einfacher kaum sein kann, lebt allein durch seine Proportion, Materialität und plastische Wirkung und wird durch seine Ruhe plötzlich zur „aufregenden“ Mitte am Platz.
    Architektonisch - Funktionales Konzept
    Die Typologie des Baukörpers ergibt sich aus der funktionalen Anforderung, aber eben auch deutlich aus den städtebaulichen Gegebenheiten.
    So wurde die Schwierigkeit sowohl zum Beitz-Platz als auch zum Klinikum präsent zu sein, und hier wie dort einen Eingang haben zu wollen, kurzum zum Konzept. Ein langgestrecktes Foyer mit der Cafeteria in der Mitte spannt sich zwischen Berthold-Beitz-Platz und Eingang Klinikum auf und kann somit ganz selbstverständlich zwei klar zugeordnete Eingänge generieren. Von beiden Seiten wird man offen und frei auf die obere Ebene der streng symmetrisch konzipierten Mensa geleitet. Nutzer des Klinikums wie Studenten vom Platz, jeder kann die Mensa unkompliziert auffinden. Cafeteria wie Mensa generieren im mittleren Teil des Baukörpers jeweils schöne Sonnenterrassen.
    Die Ver- und Entsorgung mit allen dazugehörigen Räumen passiert größtmöglich unsichtbar auf der unteren Ebene und ist für LKW wie Kleintransporter bequem über eine breite Rampensituation zugänglich. Hier befindet sich neben der Technikzentrale auch der Bereich der Patientenversorgung mit direkter Anbindung an das Klinikum. Sämtliche Personalbereiche und das Restaurant werden aus dem EG erschlossen.
    Freiraumkonzept
    Architektur und Freiraum bilden einen in sich stimmigen, ganzheitlichen Ansatz. Der neu entstandene kleine See am Berthold-Beitz-Platz an dessen südlichem „Ufer“ konzeptuell der neue Mensabaukörper „kippelt“, wird zum ruhigen Ort des Verweilens – zum Lesen und Lernen, sich Treffen, sonnen oder einfach nur pausieren.
    Der See umspannt zur Hälfte den Berthold-Beitz-Platz und lässt diesen mit neuer Mensa und späterem Hörsaalgebäude vielleicht überhaupt erst zu einem Platz mit echter Aufenthaltsqualität werden.
    Funktional ist der See für alle angrenzenden Gebäude auch Löschwasserteich und dient grundsätzlich als Regenrückhaltebecken.
    Konstruktion und Materialität
    Tragende Konstruktion ist eine optimierte Stahlbetonkonstruktion, in vielen Teilen vorfabriziert. Besonderes Merkmal ist die Trägerrostkonstruktion, des großes Daches, das jeweils auf den 4 Aufzugkernen auflagert. Die gesamte Mensa wird dadurch stützenfrei und es entsteht, auch durch die lichte Höhe von 5,00 Metern, ein außerordentlich ruhiger wie großzügiger Raum.

    Die 1,25 m hohen Rasterfelder des Trägerrostes geben dem Raum Tiefe und Charakter. Sie sind teilweise von Glasdächern überspannt, wodurch auch in tieferliegenden Bereichen Tageslicht vorhanden ist und eine qualitätvolle räumliche Anmutung entsteht.
    Grundsätzlich ist das Dach als 5. Fassade konzipiert, gerade auch aufgrund der geringen Höhe des Baukörpers. So zieht sich die gesamte Außenhaut auch über das Dach.
    Durch das Konzept des Trägerrostes können alle Fassaden abgehängt und müssen lediglich gegen Wind ausgesteift werden. Die Pfosten-Riegelkonstruktionen der großen Glasflächen werden somit größtmöglich minimiert. Alle Glasflächen sind hier nach außen profillos und sind sich als gänzlich ungestörter „Glasvorhang“ vorzustellen. Im Bereich der Spülküche befindet sich eine doppelte Fassade, um die äußere Haut ungestört zu lassen.
    Das eigentliche Material der Fassade ist ein hochglänzendes Aluminium-oder Edelstahlblech, um dem Bau die nötige Aura des neuen „strahlenden“ und „glänzenden“ Nukleus zu geben.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.