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  • DE-29549 Bad Bevensen
  • 11/2008
  • Ergebnis
  • (ID 2-12817)

Umgestaltung der zentralen Fußgängerzone


  • 3. Preis

    Kirchplatz

    Landschaftsarchitekten
    JKL Junker + Kollegen Landschaftsarchitektur und Stadtplanung, Osnabrück (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Nils Krieger

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: APB. Architekten BDA, Hamburg (DE)

    Erläuterungstext
    Der Teppich ist ausgerollt!

    Der vorliegende Entwurf sieht eine klare Gliederung der Fußgängerzone von Bad Bevensen vor, wobei der Kirchplatz als zentraler und wichtigster Ort besonders betont wird. Der Kirchplatz wird über eine einheitliche Belagsstruktur in Form eines „Teppichs“ aus Natursteinplatten neu gefasst, der seine besondere Rolle und Funktion als zentraler innerstädtischer Platz und Treffpunkt wieder deutlich ablesbar macht. Die homogenen Flächen der weiteren Straßen in der Fußgängerzone bilden hierzu den selbstverständlichen Rahmen. Ziel des Entwurfs ist es, den unverwechselbaren Charakter der Innenstadt mit seiner kleinteiligen Parzellenstrukturen zu unterstreichen und die Fußgängerzone in ihrer Funktion als Stadtmittelpunkt und räumlicher Wegleitung zu stärken. Die Großzügigkeit der Straßenräume wird dabei durch eine akzentuierende Gliederung und einheitliche Materialien betont.


    Der Kirchplatz

    Dem vorhandenen vertikalen, eckigen Kriegsdenkmal wird im Süden des Kirchplatzes ein rundes, horizontales Wasserbecken gegenübergestellt. Ein Dialog der Objekte zwischen Materialität, Formgebung und Bedeutung entsteht. Das Brunnenwasser quillt in Abständen aus der Tiefe hervor, fällt an punktuell platzierten Vertiefungen über die Beckenkante, zieht sich wieder in den Brunnen zurück und zeichnet dabei ein rhythmisches Bild des Lebens nach. Der bronzene Brunnen nimmt als Gestaltungselement auch direkt Bezug auf die Bad Bevensener Mineralbäder und die Leitvorstellung der Stadt, ihre Schwerpunktthemen Wellness und Gesundheit auch im öffentlichen Raum zu stärken.
    Der Plattenteppich aus hellen Granitplatten wird aus drei unterschiedlichen Plattenformaten 48/24, 64/32 und 96/48 cm erstellt, so daß ein abwechslungsreiches, aber in sich homogenes Fugenbild entsteht.

    Der angrenzende Platzbereich im Westen des Kirchplatzes wird von allen aktuell noch vorhandenen Gestaltungselementen freigeräumt, um die großzügige Dimensionierung der Platzfläche und dessen Aufweitung zum Kirchplatz wieder sichtbar zu machen. Dabei werden attraktive Sitzmöglichkeiten in der Nähe des angrenzenden Cafes geschaffen, die zum Verweilen einladen und damit zur Belebung des Ortes beitragen. In der Mitte der freigeräumten Platzfläche verläuft eine offene Entwässerungslinie aus Natursteinplatten 60/40 cm, die als Gestalt bildendes und Wege leitendes Element fungiert und in ihrer Ausrichtung gen Osten auf den Kirchplatz verweist. Nach Westen erfährt die Plattenlinie in ihrer Funktion als Wegeleitung ihre Fortsetzung durch einen ebenfalls mittig gelegenen Pflasterstreifen in der Lüneburger Straße. So werden beide Fußgängerzonenbereiche miteinander verbunden.

    Als Pflastermaterial wird ein rötlicher Granit vorgeschlagen, der das insgesamt freundliche Erscheinungsbild der Bad Bevensener Innenstadt unterstreicht und gegenüber dem aktuell verlegten Klinker etwas mehr Leichtigkeit ausstrahlt. Das Pflaster verläuft quer zur Entwässerung und bildet mit vier unterschiedlicher Steinformaten 24/12, 18/12, 12/12 und 9/12 cm ein abwechslungsreiches Fugenbild. Die gesägten Oberflächen lassen sich leicht begehen, und die Verlegung in Trasszement garantiert eine dauerhafte Qualität.


    Die Brückenstraße

    Östlich des Kirchplatzes wird im Bereich der Brückenstraße das Thema der mittig verlaufenden Entwässerungslinie und des quer zur Laufrichtung verlegten Natursteinpflasters fortgesetzt, um auch hier die Leitfunktion der Fußgängerzone zu betonen.

    In beiden Abschnitten der Brückenstraße ist eine Baumreihung aus kleinwüchsigen Mehlbeeren (Sorbus aria) vorgesehen. Ihr kompakter Wuchs, die leuchtende Herbstfärbung und der Fruchtschmuck bieten eine ganzjährige Zierde. Sitzbänke unter den Bäumen laden zum Verweilen ein und sind Rückzugsraum und Beobachtungsplatz im bunten Treiben der Fußgängerzone. Das Plattenmaterial des Kirchplatzes ist in der Brückenstraße in Bändern wieder zu finden. Im Bereich der aufgeweiteten Platzfläche am Übergang zum Park übernimmt eine Baumreihung die Funktion der Raumkante, macht den Bereich der Fußgängerzone gegenüber der eigentlichen Platzfläche deutlich ablesbar und fasst sie an ihrer nördlichen Seite. Im Bereich der Brücke formuliert das Ende der Baumreihe mit der gegenüber liegenden Gebäudekante ein Tor zur Innenstadt.


    Die Kirchenstraße

    Die Neugestaltung der Kirchenstraße sieht eine höhengleiche Ausbildung von Fahrbahnfläche und Fußgängerbereich vor, die in Anlehnung an die Rathausstraße mit Kleinsteinpflaster gedeckt ist. Den angrenzenden Gebäuden ist ein Klinkerstreifen als Gehweg vorgelagert, an den zur Straße ein 2,0 m breiter, multifunktionale Pflasterstreifen anschließt. Der Streifen bietet Platz für das Parken von Autos und erlaubt das Aufstellen von Fahrradständern und Sitzmöglichkeiten. Eine lockere Bepflanzung mit weiteren Mehlbeeren verleiht der Kirchenstraße ein insgesamt abwechslungsreiches und einladendes Erscheinungsbild, und trägt dazu bei, dass die Kirchenstraße zukünftig integraler Bestandteil der Bad Bevensener Fußgängerzone wird.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.