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  • DE Dortmund
  • 06/2008
  • Ergebnis
  • (ID 2-12897)

Thier Areal


  • 4. Preis

    Stadt | Klang | Fassade || Neues Thier Areal || Petzinka Pink Architekten

    Architekten
    pinkarchitektur, Düsseldorf (DE) Büroprofil

    Erläuterungstext
    Das Neue Thier-Areal
    Rhythmus | Stadt | Fassade | Identität

    Das „City-Konzept“ 1854-2020
    Der Projektstandort - das Thier-Areal - zwischen Hoher Wall, Hövelstraße und Silberstraße ist aufgrund seiner historischen Anlieger (Thier-Brauerei) schon jetzt über die Tore Dortmunds hinaus ein Begriff. Die direkte Anbindung der Einkaufslandschaft an den Westenhellweg - die Hauptflanierzone der Metropole Dortmund und eine der zehn meistbesuchten Einkaufsmeilen Deutschlands - erfolgt über das ehemalige Berlet-Kaufhaus, als besonderer und gleichzeitig integrierter Teil des Ganzen. Mit der Aktivierung des gesamten Areals werden zunehmend regionale und internationale Filialisten angezogen und der Wirtschaftsstandort Destination Dortmund gestärkt, dessen Profil geschärft.

    Die Idee - Topografische Fassade
    Identität macht eine Stadt attraktiv. Jede Stadt hat ihren eigenen Takt, ihren eigenen Rhythmus. Stadt - das sind tektonische Brüche und Kanten, vertikale und horizontale Achsen, raue und glatte Oberflächen, Aufweitungen und Verdichtungen, Veränderungen des Lichtspektrums bei Tag und Nacht, Tempowechsel, Intervalle.
    Wie eine musikalische Komposition, sowohl vertikale als auch horizontale Komponenten der Harmonie von Tönen und Klängen zu einer Melodie vereint und über Variationen in eine andere Musikform - beispielsweise die der Fuge - überführt, greift der Entwurf die Topografie der Stadt auf, verdichtet sie, variiert sie und lässt sie Gestalt annehmen.
    Beispielsweise das mit Abstand bekannteste Orgelwerk europäischer Kunstmusik „Toccata und Fuge“ von Johann Sebastian Bach besteht aus zwei Sätzen: Einer Toccata, ein Vorspiel aus schnellen Läufen und vollgriffigen Akkorden, und einer vierstimmigen Fuge. Die beiden Sätze sind durch motivische und harmonische Bezüge miteinander verbunden und bilden zusammen ein kraftvolles neues Musikstück.
    So spiegelt und bekräftigt das Erscheinungsbild des Gebäudes die Identität der Stadt Dortmund. Der Klang der Stadt wird zur Fassade.

    Aus Teilen wird ein Ganzes
    Der Neubau geht auf Tuchfühlung mit dem Bestand des ehemaligen Berlet-Kaufhauses. Die Materialsprache von alt zu neu bleibt erhalten, formale Architekturparameter wie Fensterhöhen und Simse werden interpretiert und fortgeschrieben, die Fassade erfährt in ihrer Materialität und Ausbildung vom Bestand zum Neubau eine sukzessive Wandlung.
    Der Entwurf greift Form und Material auf. Die Fensterraster werden fortgeführt, das Material Stein ebenfalls. Die Fensteröffnungen werden im nächsten Schritt variiert und es erfolgt eine Änderung des Materials von Stein zu Metall. Im dritten Schritt öffnet und verfaltet sich die Oberfläche und bewegt sich in der Variation dynamischer Bewegung um den gesamten Gebäudekomplex.

    Die Fassade - Toccata und Fuge
    Die Stadt ist unser Klang, unser Tempo, dieses wird in Intervalle überführt und ergibt die verschiedenen Breiten der Fassadenelemente. Das Element erfährt durch Verfaltung drei Erscheinungsformen, die in fugenähnlicher Variation aneinandergereiht werden. Diese Panel-Flächen können völlig geöffnet - geöffnet und verglast - perforiert und offen - perforiert und verglast sein. In der Vertikalen nimmt der Grad der Perforation zu.
    Eine Metallfläche wird durch Öffnung und Perforation von einer festen Fläche zu einer netzartigen Struktur. Sequentiell angeordnete Lichtquellen bespielen dezent Flächen. Die seitlichen Auffaltungen der Fassade sind verglast und bieten Einblick in das Verkaufsgeschehen und dienen als zusätzliche kleine Schaufensterbühnen.
    Das Fassadenkonzept arbeitet wirkungsvoll mit einfachen und effektiven Mitteln der Materialwahl, Materialgestaltung, Verformung, offenen und geschlossenen Bereichen, Belichtung und Beleuchtung. Ein Material und vielfältigste Modulationsmöglichkeiten. Die Vorzüge liegen auf der Hand: die wirtschaftlichen Vorteile modularer Vorfertigung voller Lebendigkeit. Eine musikalische Fassaden-Modulation.

    Fassade offen-geschlossen - Perforation als Transparenz
    Geschlossene und offene Fassadenflächen erhöhen, wie vor Beginn eines Theaterstücks, die Spannung. Öffnet sich dann endlich der Bühnenraum, zieht das Bild alle Aufmerksamkeit auf sich. Das Gebäude öffnet sich in den gläsernen Eingängen und Schaufenstern sowie in sämtlichen gläsernen Leibungen der Faltungen. Wir wollen ein lebendiges, neues und doch strukturiertes Fassadenbild in den Stadtraum bringen. Das Frontmaterial ist im Anschluss an das Bertlet-Haus kontinuierlich und doch modular. Transparenz wird durch flächenweise Perforation erzielt. Je nach Blickwinkel und Bewegungsrichtung des Betrachters, wechselt die Fassade ihre Anmutung und reflektiert in unterschiedlicher Weise ihre Umgebung.

    Bespielung der Fassadenflächen
    Neben den transparenten, perforierten und den geschlossenen Teilbereichen gibt es die Möglichkeit der aktiven, variablen Bespielung der Fassade. Jeweils in Modulbreite werden Fassadenflächen als Vermarktungs- und Werbeflächen ausgewiesen. Durch eine reversible Befestigung an den Kanten der Module können je nach Event- oder Mieter-Aktivität unterschiedliche Flächen und Gebäudeseiten bespielt werden. So ist die angebrachte Werbefläche stets neu und bietet der Stadt stets ein attraktives Informationsmedium.

    „Silbergasse“ - das neue Verbindungsglied in der Silberstraße
    Diese neue Passage im Zentrum des Planungsbereiches übernimmt die spannende Aufgabe der Steuerung und des Verbindens. Die Haut der „Silbergasse“ wird durch vertikale und horizontale Fortführung der Fassadenmodule gebildet. Die seitlichen Zwischenräume der Auffaltungen sind verglast und dienen der natürlichen Belichtung, die horizontalen Streifen wirken als natürlicher Sonnenschutz.


    2008 Petzinka Pink Architekten | Thomas Pink


    Team Wettbewerb
    Petzinka Pink Architekten | Thomas Pink

    Kai Hesse
    Christian Glauerdt
    Michael Walter
    Martin Haid
    Elke Herrnberger

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.