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  • DE Hamburg
  • 06/2008
  • Ergebnis
  • (ID 2-13114)

Gutachterverfahren S-Bahnhof Wilhelmsburg


  • 1. Preis Nach Überarbeitung

    Bewegungsqualität

    Architekten
    Gössler Kinz Kerber Kreienbaum Architekten BDA, Berlin (DE), Hamburg (DE) Büroprofil

    Erläuterungstext
    Mit der Durchführung der Internationalen Bauausstellung (IBA) und der Internationalen Gartenschau (IGS) im Jahr 2013 in Wilhelmsburg werden der S-Bahnhof Wilhelmsburg zusammen mit der Fußgängerbrücke eine besondere Bedeutung als Tor und Entree zu den internationalen Veranstaltungen in der Wilhelmsburger Mitte erlangen. Aus diesem Grund wurde durch ein geladenes Gutachterverfahren nach möglichen Lösungen gesucht.

    Die Brücke fungiert hierbei als verknüpfendes landschaftliches Element, das die Verbindung vom Bahnhof zur IGS, bzw. die Querung der Bahnlinien in eine Folge von Raum- und Wegsequenzen unterteilt. Der verhältnismassig langen zu überwindenden Distanz wird somit eine Bewegungsqualität verliehen, die sie kürzer und kurzweiliger werden lässt. Zwei sich überschneidende Wegstränge (breit und schmal) bilden in mäanderförmigen Bewegungen unterschiedlichste Raumsituationen; der breitere Brückenteil unterteilt sich wiederum in zwei Seiten, die sich, so wie auch der schmale Steg in sanften Höhenunterschieden gegenläufig verneigen oder erheben. diese Dramaturgie wird begleitet von dem äußeren Geländer, sowie einem mittleren Streifen, der als niveau-ausgleichendes Element ebenfalls eine mäanderförmige Form entwickelt und somit in unterschiedlichsten Querneigungen als Sitzmöbel dient. In diesem inneren Mäander, sowie in der äußeren Brüstung positionieren wir Lichtbänder, die der Höhenentwicklung der gesamten Brücke folgen und somit die formale Aussage untermalen.
    Das Bahnhofsgebäude folgt konsequent seiner Bestimmung als Schnittpunkt von Bahn und städtischem Gefüge. Ein, alle notwendigen Nebennutzungen beinhaltender Gebäuderiegel folgt der Flucht der bestehenden Bebauung und legt sich seitlich an die Brücke. Das Bahnsteigdach knickt hoch und überspannt eben diesen Riegel um anschließend die Brücke zu überragen. Der Schnittpunkt dieses Daches und des positionierten Bahnhofsriegels bildet somit räumlich und in seiner konzeptionellen Konsequenz die Bahnhofshalle.

    In dieser formal betonten Schnittstelle der zwei Verkehrsströme treffen sich zudem alle weiteren Anbindungen von ZOB, Bahnhofspassage und Fußgängerweg. Dieser zentrale Punkt im vorderen Bereich der Eingangshalle wird gerahmt von dem auskragenden Dach, welches an dieser Stelle die neue Torsituation zwischen Mitte und Zentrum verkörpert.
    Der Bahnhof und die Brücke sind zwei sich ergänzende Elemente. Von besonderer Wichtigkeit ist die visuelle als auch funktionale Durchgängigkeit der Brücke (Verbindung) ohne Unterbrechung durch den Bahnhof. Der Bahnhof dockt sich an der Brücke an, bildet einen visuellen Anker und Umleitungspunkt in der Bewegung ohne die Kontinuität dieser Bewegung / Verbindung zu unterbrechen.

    Neben den Programmfunktionen Bahnhof und Brücke sieht die Planung eine Fahrradstation zur Zeit der IGS und der IBA vor. Die einzelnen Objekte der Ausstellungen als auch die Elbinsel selbst bieten vielfältige Ziele zur Erkundung mit dem Fahrrad.
    Nach dem Ende der Ausstellungen kann die Fahrradstation in normale Fahrradstellplätze umgewandelt werden und so ein zusätzliches Angebot zur verstärkten Nutzung des Nahverkehrs bieten.

    Die Nachhaltigkeit des Projekts liegt schon in seiner Funktion. Darüber hinaus ist besonderes Augenmerk bei dem Entwurf auf die Minimierung der grauen Energie gelegt worden. Es ist weiter angedacht den eigenen Energieaufwand zur Beleuchtung von Brücke und Bahnhof durch Einbindung von Photovoltaik auf den Dächern zu erzeugen.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.

INFO-BOX

Angelegt am
Zuletzt aktualisiert 11.09.2012, 10:51
Beitrags-ID 4-24775
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