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  • DE Berlin
  • 10/2004
  • Ergebnis
  • (ID 2-3)

Neubau des Oberstufenzentrums Bautechnik II/Holztechnik


  • 3. Preis


    Landschaftsarchitekten
    Rotzler Krebs Partner GmbH, Winterthur (CH) Büroprofil

    Mitarbeit
    Stefan Rotzler und Matthias Krebs Mitarbeiter: Christoph Schubert

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Haberland Architekten, Berlin (DE)

    Preisgeld
    17.250 EUR

    Erläuterungstext


    Architektur und Städtebau
    Für den Neubau der beiden Oberstufenzentren Bautechnik II und Holztechnik wird ein Haus vorgeschlagen. Innerhalb des einen Hauses bekommen beide Schulen einen klar definierten Bereich zugewiesen und können so ihre Identität wahren. Die flankierenden Nutzungen für beide Bereiche werden dabei funktional und räumlich sinnvoll an beide Oberstufenzentren angelagert.
    Der Neubau positioniert sich als L-förmiges Volumen an der Gustav-Adolf-Str. Ecke Amalienstraße. Das Volumen greift raumbildend in die heterogene und kleinteilige Bebauung der Umgebung ein. Der Kopf des Gebäudes bildet eine klare Raumkante in der Straßenflucht der Gustav-Adolf-Strasse. Hier ist die Adresse des Hauses und hier liegt der Haupteingang.
    Der Lektüre des Schwarzplanes folgend wird das Gebäude orthogonal an die Gustav-Adolf-Strasse gesetzt. Die daraus resultierende Abwendung des Gebäudes von der Amalienstrasse schafft eine Hierarchie in den Strassenräumen und führt zu einer Verzahnung der umliegenden Grünräume. Dieses Thema wird durch die Abtreppung des Gebäudes entlang der Amalienstrasse noch verstärkt.
    Der Gebäudekopf nimmt die Raumkanten der Sporthalle und Abbundhalle auf und umschliesst in einer raumgreifenden Geste die Pausenflächen der Schule. Eine räumliche Transparenz wird dabei einerseits durch die Eingangshalle andererseits durch den Durchgang zur Amalienstrasse sichergestellt. Die Eingangshalle wird mit den Flächen der Cafeteria verbunden und bildet den Mittelpunkt beider Oberstufenzentren. In Kombination mit dem teilweise darunter liegenden Tiefgeschoss bildet sich eine räumlich abgestufte Situation vom Haupteingang zum Pausenhof mit einer Durchblickmöglichkeit bis in die Tiefe der Sportanlagen.Darüber liegen die Schulbereiche von Bautechnik und Holztechnik jeweils in den Gebäudeecken. Dazwischen liegen die gemeinsam genutzten Verwaltungs- und Unterrichtsbereiche und die Bibliothek.
    Im abgetreppten Gebäudetrakt entlang der Amalienstrasse befinden sich die Werkstätten und Labore. Das Erdgeschoss wird dabei als Sockel mit einer grösseren Gebäudetiefe ausgebildet, um hier die Funktionen der Werkstätten und ihrer Funktionen optimal und horizontal anordnen zu können. Darüber liegen die weiteren Werkstätten und Labore der Schulen. Die lärmsensiblen Bereiche sind auf diese Weise von den lärm verursachenden Bereichen der Schule getrennt.
    In seiner Materialisierung knüpft das Gebäude an die Vorbilder der Berliner Schulbautradition an. Die Fenster in naturbelassenen Holz sind gerahmt in Mauern für die ein Klassiker aus Ostfriesland Verwendung findet: Wittmunder Torfbrandklinker.

    Landschaftsarchitektur
    Die Disposition und Gestaltung der Aussensportanlagen und parkartigen Freiflächen sind auf eine synergetische Doppelnutzung durch Schulbetrieb und Quartierbevölkerung angelegt.
    Ein lockerer Baumhain ist eingespannt zwischen den alleenbestandenen Strassenzügen und schreibt sich in den dispersen Kontext ein. Es entsteht eine Gesamtfigur welche Freiraum und Schulhaus verklammert und zu einer Grossform verdichtet.
    Ein feinteiliges Wegnetz durchzieht die Anlage. Örtlich weitet es sich zu Platzflächen auf und gliedert den Freiraum in orthogonale Felder mit unterschiedlichen Nutzungen und stimmigen Aufenthaltsbereichen. Der Hauptzugang zum Schulhaus erfolgt von der Gustav Adolf-Strasse. Er wird seitlich von den Fahrradstellplätzen flankiert. PKW-Stellplätze, Lagerflächen und Anlieferung sind zur Amalienstrasse hin angeordnet und dezentral erschlossen.
    Der lichtdurchflutete Hain aus ortsypischen Birken und Kiefern schafft eine räumliche Rahmung. Ein Teil des vorhandenen Baumbestandes bleibt erhalten und wird in den Hain eingebunden. Im innenliegenden Pausenhof wird der Hain als vielfältiges „Nutzhölzer-Arboretum" interpretiert (Kirsche, Nussbaum, Eiche, Esche etc.), welches einen inhaltlichen Bezug zur Schule schafft. In den Hofraum ist ein grosszügiger Kiesplatz mit hoher Aufenthaltsqualität eingeschrieben. Ein schwebendes Holzdeck dient als multifunktionales Sitzobjekt und bildet einen zentralen Ort.
    Ein langgezogener, leicht abgetreppter Schilfgraben bildet die Grenze zur Kleingartensiedlung und dient als Mulden-Rigole der Speicherung und Versickerung der Niederschlagsabflüsse. Das gesamte Oberflächenwasser der Platz- Sport- und Dachflächen wird dezentral in den Sickergraben eingeleitet und mit gedrosseltem Überlauf der Kanalisation zugeführt. Der Wassertisch im Pausenhof wird als sichtbarer Teil des ökologischen Regenwassersystems ausgestaltet. Er ist als „Quellbrunnen" ausgebildet, der vom ablaufenden Dachwasser gespeist und dessen Überlauf in den Versickerungsgraben abgeleitet wird.
    Die tektonisch abgestuften Dachflächen dienen als vielfältig nutzbare Werkterrassen und Aufenthaltszonen für angrenzende Werkstätten und Schulräume.
    Sie sind als begehbarer Kiesrasen mit hoher Regenwasserrückhaltung ausgebildet.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.