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  • DE-69117 Heidelberg
  • 01/2009
  • Ergebnis
  • (ID 2-13262)

Umstrukturierung und Neugestaltung Neckaruferpromenade


  • 5. Preis

    Perspektive Schiffsanleger

    Landschaftsarchitekten
    stadt landschaft plus Landschaftsarchitekten GmbH, Karlsruhe (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Planfabrik SPS, Ettlingen (DE)

    Erläuterungstext
    Die Stadt Heidelberg gewinnt mit der Inwertsetzung ihres Neckarufers stadträumlichen Zusammenhang. Der Reiz ihrer einzigartigen landschaftsräumlichen Situation erschließt sich für Besucher und Bewohner wieder unmittelbar.
    Die bislang introvertierten größeren und kleineren Plätze entlang des Nordrandes der Altstadt öffnen sich zum Neckartal. Sie bieten für die jeweiligen alltäglichen Nutzungen Raum und können bei Veranstaltungen bespielt werden. Die Plätze prägen abschnittsweise den Charakter des Uferboulevards.
    Versetzte Baumreihen begleiten die Neckaruferpromenade und geben den Blick auf markante Gebäude Heidelbergs frei. Wie durch geöffnete Fenster kann die historische Altstadt von der anderen Seite des Flusses erlebt werden. Aus den Altstadtgassen ist der Blick auf den Neckar und die gegenüberliegende Hanglage offen.
    Der Neckarstaden ist auf zwei Ebenen erlebbar. Der Uferboulevard verläuft ca. 2-3 m über dem normalen Wasserspiegel, in Abschnitten unter Bäumen, entlang der Ufermauer. Direkt am Wasser wird eine durchgehende Uferpromenade angelegt. Ihr Höhenverlauf ist differenziert ausgebildet und bringt die prägenden Ufermauern an der Stadthalle und am Marstall zur Geltung. Am Jubiläumsplatz und an der Alten Brücke verbinden sich die Niveaus zu großzügigen Platzsituationen.
    Das gesamte Neckarufer ist verkehrsberuhigt. Der Uferboulevard wird von Bussen, Radfahrern, Fußgängern sowie den Anliegern genutzt. Alle Verkehrsteilnehmer nehmen Rücksicht aufeinander. Die Parkhäuser sollen nach Möglichkeit direkt an den Tunnel angeschlossen werden. Für den Individualverkehr soll die Strecke einmal, beispielsweise am Marstall, unterbrochen werden, damit Durchgangsverkehr verhindert wird.

    Über dem Tunnelmund der Theodor-Heuss-Brücke soll ein neuer Auftakt- und Zielpunkt der Neckaruferpromenade entstehen - das Merianeum mit Galerie, Cafe und Aussichtsterrasse. Pyramidenpappeln am Brückenkopf bilden zudem das Pendant zu den Türmen der Alten Brücke am anderen Ende der Neckaruferpromenade.
    Ein schmaler Steg führt vom Bismarckplatz zum Neckar.

    Im Frühling wird man - von Westen kommend - von einer Reihe blühender Magnolien empfangen. Sie begleiten am Neckarstaden die bunt bepflanzten Vorgärten der Wohnhäuser. Grundstücks- und Garagenzufahrten werden durch Pergolen und Rankgerüste überspielt.
    Entlang der abschüssigen verkehrsberuhigten Straße begleiten geschnittene Platanen die Stützmauer. Dahinter befinden sich die Anlegestelle der Kabinenschiffe, der Uferweg und Kioske mit Servicefunktionen.

    Die durchgängige Uferpromenade direkt am Wasser wird sicher nicht nur zum Promenieren, sondern auch zum Aufenthalt gern genutzt werden. Hier zeigt sich das Neckartal von seiner schönsten Seite.
    Großformatige Platten markieren ein zusammenhängendes Band in der Mitte der Promenade. Sie sind gut und sicher begehbar, auch und besonders für Behinderte. Entlang des Neckars und an der Ufermauer verbleibt Großpflaster. Es wird auch in den neu angelegten Bereichen fortgeführt. Damit bleibt der Hafencharakter wie an den Schiffsländen erhalten. An geeigneten Stellen verbinden Treppen Promenade und Boulevard. Eine Rampe am Jubiläumsplatz und der ebenerdige Übergang an der Alten Brücke ermöglichen einen barrierefreien Zugang. Eine direkte unterirdische Anbindung des geplanten Erweiterungsbaus der Stadthalle an die Uferpromenade ist erwünscht. Ein Restaurant, das sich hier zum Tiefkai des Neckars öffnet, erfüllt diese Anbindung optimal.

    Die Stadthalle wird aus ihrem Dornröschenschlaf erweckt. Der Jubiläumsplatz wird zum Neckar geöffnet. Rampe, Geh- und Sitzstufen führen direkt zum Wasser. Eine große, freie, hochwertig befestigte Platzfläche ist vielfältig nutzbar, insbesondere für kulturelle Veranstaltungen, so wie es einmal war.

    Am Altstädter Neckarufer wird durch die abschnittsweise Ergänzung eines robusten Tiefkais eine zusammenhängende Promenade geschaffen. Ansonsten gilt: Keine zusätzlichen Einbauten in den Neckarfluss. Am Marstall könnte ein Badeschiff liegen.

    Die Kioske/Servicegebäude werden vom Hochwasser an Führungspylonen angehoben.

    Wie in den Straßen der Altstadt ist Reihenpflaster im Bereich der Mischflächen der Neckarpromenade prägend. Reine Fußgängerbereiche sind in großformatigen Sandsteinplatten gehalten.

    An der Alten Brücke entsteht eine große Platzfläche direkt am Neckar. Die mächtigen Brückenbögen kommen hier eindrucksvoll zur Wirkung und rahmen den Blick ins Neckartal. Die geneigten Flächen entlang der Mauer werden flach terrassiert. Sie können bewirtschaftet werden - Stadt am Fluß.

    Am Karlstor treffen Stadt und Landschaft aufeinander. Die Flächen für Fußgänger, KFZ- und Schienenverkehr sowie kulturelle Nutzung werden miteinander und mit der Umgebung verwoben.

    Die wichtigsten Bauwerke der Stadt werden nachts angestrahlt. Die Straßenbeleuchtung ist entsprechend untergeordnet. Die Leuchten des Boulevards sind wie eine Perlenschnur aufgereiht. Die Uferpromenade erhält ihr stimmungsvolles Licht aus Bodenstrahlern, welche die Sandsteinmauern beleuchten.

    Die entscheidende Aufwertung des Heidelberger Neckarufers wird mit der Fertigstellung des Tunnelbauwerks und einer vom Verkehr befreiten, großzügigen Uferpromenade erreicht sein. Doch wesentliche Bausteine können im Vorfeld realisiert werden. Der gesamte Tiefkai von der Stadthalle bis zur Alten Brücke einschließlich einer Treppe auf Höhe des Krahnenplatzes kann bereits gebaut und genutzt werden. Hier wird die Qualität erlebbar, die insgesamt erreicht werden kann. Auch eine Öffnung der Stadthallenerweiterung zum Tiefkai, die Realisierung kleiner Servicepavillons für die Bootstouristen sowie der Bau einer zum Wasser orientierten Plattform unterhalb der Bastion sind im ersten Realisierungsabschnitt möglich.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.