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  • ET Addis Ababa, DE Eschborn
  • 02/2009
  • Ergebnis
  • (ID 2-13311)

"P&S Department Addis Ababa"


  • 2. Rundgang


    Architekten
    Eller + Eller Architekten, Düsseldorf (DE), Berlin (DE), Moskau (RU) Büroprofil

    Mitarbeit
    Andrea Schmeing, Ute Christochowitz, Rebekka Christ, Suat Eriz

    Erläuterungstext
    Der Standort des neuen Peace and Security Building of the African Union, liegt im Herzen Addis Abebas, der Hauptstadt Äthiopiens, auf dem Gelände der Afrikanischen Union. Das Wettbewerbsgrundstück liegt in Nähe eines bestehenden drei-geschossigen Plenar- sowie eines viergeschossigen Verwaltungsgebäudes und unmittelbar benachbart zum neuen Kongresszentrum der AU, mit dessen Bau in Kürze begonnen werden soll.

    Das neue P&S Building wird von zentraler Bedeutung für die AU sein und soll als „Herzstück“ des gesamten Standortes wahrgenommen werden. Es soll hier ein zurückhaltend repräsentatives Gebäude geplant werden, das sich dem bestehenden städtebaulichen Kontext einpasst und sich dem weit größeren neuen Kongresszentrum AUCC selbstbewusst zeigt.

    Die Erschliessung des AU-Geländes erfolgt über die Hauptzufahrt - Gate 1 – und in naher Zukunft auch über Gate 2. Die Anlieferung wird über Gate 3 erfolgen.
    Die Ausrichtung des neuen Gebäudes soll Richtung des vorgelagerten nördlichen Platzes erfolgen, der zukünftig den vorhandenen Plenarsaal, das neue AUCC- und das neue P&S-Gebäude verbinden soll.

    Der Neubau soll neben einem großzügigen Eingangsbereich auch Konferenzzentren, Büroflächen, verschiedene Sicherheitsbereiche und erforderliche Infrastrukuren umfassen und für ca. 370 Mitarbeiter geplant werden.

    Das neue Gebäude unterliegt einem sehr stringenten Raumprogramm und drei Sicherheitszonen. Diese sind in einen öffentlichen, halböffentlichen und nichtöffentlichen Bereich gegliedert.
    Bei der intensiven Umsetzung dieses Raumprogramms haben sich logische Grundrissstrukturen entwickelt, die letztendlich auch die Entwurfsidee geprägt haben.

    Es sind dabei je nach Anforderung sehr unterschiedliche Funktionsebenen bzw. Funktionsschichten entstanden, die horizontale wie auch vertikale Nutzungsabhängig-keiten aufnehmen. Dadurch entstehen Verschiebungen der Funktionsebenen/Funktionsschichten, die zu Vor- wie auch Rücksprüngen im Aussenbild führen. Dieses „Herausschieben wie auch Zurückziehen“ der Funktionsschichten wurde weiter entwickelt und bietet neben zusätzlichen qualitätsvollen Aussenräumen in Form von Dachterrassen auch energetische Vorteile durch „natürliche Verschattungselemente“, die ausserdem durch ein sehr spannendes und ausdrucksstarkes Licht- und Schattenspiel die Architektur des Gebäudes stark prägen werden.

    Dieses Spiel von Licht und Schatten ist bei diesem Entwurf ein prägendes Merkmal.
    Äthiopien bietet im Vergleich zu Deutschland eine doppelte Anzahl an Sonnenstunden und dessen Nähe zum Äquator führt zu ganz speziellen Lichtverhältnissen und Sonnenständen. Diese genannten Kriterien haben zu besonderen Elementen innerhalb der Entwurfes geführt.
    Die geplanten auskragenden Decken sorgen für eine natürliche Verschattung bei fast senkrechtem Sonnenstand um die Mittagszeit und die vorgestellten Lamellen bieten einen Sonnen- wie auch Blendschutz innerhalb der kurzen Phasen des Sonnenauf- wie Sonnenunterganges. Da diese Phasen über einen doch relativ geringen Zeitraum laufen, können hier auch in Teilbereichen mit „offeneren“ Sonnenschutzelementen geplant werden.
    Diese genannten speziellen Kriterien bildeten den Keim der Fassadenidee sowie auch die Wahl des Fassadenfarbtons, die sich an landestypischen Farben orientiert, die in der umliegenden Landschaft wiederzufinden sind.

    Das Gebäude gliedert sich in fünf Ebenen auf. Innerhalb des Erd- sowie des 1.Obergeschosses befinden sich eine großzügige Eingangshalle neben einer Bibliothek und Cafeteria. Ausserdem sind hier der Plenarsaal und seine angrenzenden kleineren Konferenzbereiche wie auch eine offene Besuchergalerie vorgesehen. Ein Dachgarten ist der Bibliothek wie auch der Cafeteria angegliedert und bietet zusätzlich Aufenthaltsmöglichkeiten im Freien auch bei einen langanhaltenden Regenzeit.

    In den darauffolgenden drei Obergeschossen sind die Büroflächen geplant und entsprechend der Anforderungen sind diese den verschiedenen departments
    zugeordnet und aufgeteilt. Hier sind auch die „internen“ Sicherheitszonen vorgesehen.

    Innerhalb des Gebäudes ist mittig eine großzügige Erschliessungsschiene angeordnet mit Aufzugskern und offener Treppenanlage, die sich durch das Gebäude „sticht“ und auch aussen innerhalb der Fassade ablesbar ist.

    Direkt an dieser Erschliessungsschiene sind innerhalb der drei Büroebenen zwei Innenhöfe angeordnet, die nicht nur eine im Gebäudekern helle und abwechslungsreiche „Empfangszone“ bietet, sondern ausserdem zusätzliche qualitätsvolle „Aussenräume“, die für jeden Mitarbeiter hohe introvertierte „Aufenthaltsinseln“ schaffen. Um diese Innenhöfe sind gemeinschaftliche Bereiche und Büros angeordnet und bilden eine Gesamtstruktur in Form einer Spange. Diese Spangenform setzt sich bis zur Fassade fort und umfasst noch eine Flur- wie eine weitere Bürospange. Die zentrale Verknüpfungszone bildet wieder die Erschliessungsschiene.

    Innerhalb der drei Büro-Funktionsebenen bieten vorgestellte, vertikale, drehbare Lamellen aus unterschiedlich gelochten, bronzefarbenen und beschichteten Blechelementen nicht nur Schutz vor Sonne und Blendeffekten, sondern werden der Fassade durch ihre immer wieder unterschiedlichen Öffnungsgraden nicht nur einen sehr lebendigen Charakter geben sondern auch ein immer wieder veränderbares Gesicht. Tiefe vertikale Pfosten, die in einem regelmäßigen Rhythmus angeordnet sind und weit gelochte Blechelemente „öffnen“ die Fassade und heben so optisch die öffentlichen und halböffentlichen Zonen im Erd- sowie 1.Obergeschosses hervor.

    Mit seinem interessanten „Innenleben“ und einem ausdrucksstarken Außenbild wird sich das neue Peace and Security Building hervorheben und sich selbstbewusst dem neuen Kongresszentrum präsentieren.




    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.