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  • 2. Preis - Aufgabenbereich Kindergarten


    Architekten
    Kaupp + Franck Architekten GmbH, Mannheim (DE) Büroprofil

    Erläuterungstext
    Das Kinderhaus bietet auf drei Ebenen den verschiedenen Gruppen ein vielfältiges Angebot. Auf der Gartenebene liegen die gemeinsamen Räume, die Räume des Personals und der Leiterin, sowie die der beiden Kleinkindgruppen. Auf der mittleren Ebene befinden sich die Regelgruppen, die über die vorgelagerten Terrassen und über eine Brücke an das Garten- und Spielgelände angebunden sind. Die obere Ebene, auf der die Räume der Ganztagesgruppe liegen, wird über einen Gruppenraum im Freien und eine, innerhalb des Gebäudevolumens liegende Außentreppe, mit dem Außenspielbereich verbunden. Zusammen mit der Anbindung der 3 Ebenen an das Außengelände ermöglicht die großzügige Erschließungszone ein Wegenetz und einen Bewegungsraum, der die Bespielbarkeit und Attraktivität des Hauses steigert.

    Das vertikale Rückrad des Hauses, die Bewegungs- und Erschließungszone nach Norden und die konsequent nach Süden orientierten Gruppen- und Aufenthaltsräumen minimieren zusammen mit der vollständig ausgedämmten Holzkonstruktion den Energiebedarf des Kinderhausneubaus. Die Einbindung in das Energiekonzept des gesamten Gemeindezentrums ermöglicht zusätzlich die Nutzung von Synergieeffekten. Die neue Solaranlage auf dem Kirchendach, der große Pufferspeicher zur weiteren Nutzung der 1999 eingebauten Gasheizkessel und der Solarthermie, die kontrollierte Entlüftungsanlage des Kinderhauses und die Nutzung von Niedertemperaturheizsystemen mit späterer Option zur Nutzung von Geothermie, erlauben einen hocheffizienten Einsatz der gewonnenen, wiedergewonnenen und zusätzlich eingesetzten Energie.

    Zusammen mit den, für das Gemeindehaus und für die Kirche vorgeschlagenen Wärmedämmmaßnahmen wird ein zukunftsfähiges Gesamtkonzept vorgeschlagen, das durch seine Wirtschaftlichkeit für die inhaltliche Arbeit der Gemeinde, kurzfristig wie langfristig, ein Höchstmaß an Spielraum ermöglicht.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Arbeit zeichnet sich durch eine klare, kompakte und
    signifikante Baukörperform aus. Durch die eindeutige
    Positionierung des Kindergartenneubaus in Flucht der Kirche
    entsteht eine ebene Platzsituation von hoher Qualität.
    Analog wird im Süden des Grundstücks der Kirchplatz
    entwickelt, welcher eine einladende Eingangssituation
    schafft. Die durch die Baukörperstellung angestrebte
    Freistellung wird durch den dualen Eingang leider
    geschwächt.
    Die innere Organisation ist klar durchdacht und entspricht
    der äußeren Form des Baukörpers. Überzeugen kann die
    klare, übersichtliche und gut funktionierende Abfolge
    insbesondere in den Gruppenbereichen. Besonders
    gewürdigt wird die eindeutige Ausrichtung der
    Gruppenräume zum südlich vorgelagerten Freiraum. Durch
    die vorgeschlagene bauliche Fassung wird jedoch die
    Chance vergeben, das vorhandene Raumpotential optimal
    auszunutzen. Ebenfalls kritisch anzumerken ist, dass im
    Foyerbereich des Gemeindesaals Nutzungen des
    Kindergartens angeordnet sind und das schlüssige
    Gesamtkonzept an dieser Stelle nicht konsequent umgesetzt
    ist. Dem Verfasser gelingt es zudem nicht die städtebaulich
    eindeutige Haltung auf die äußere Gestaltung des
    Baukörpers zu übertragen. Angaben zum Material der
    Fassade fehlen gänzlich.
    Programmfläche und Rauminhalt liegen im geforderten
    Bereich. Die Wirtschaftlichkeit scheint gegeben.
    Die Arbeit ist in städtebaulicher, funktionaler und
    ökonomischer Sicht als gelungener Beitrag zu werten. Das
    ersichtliche Potential eines eigenständigen Stadtbausteins
    Kindergarten wird durch die Nutzungsmischung mit dem
    Gemeindebereich im Kirchengebäude gemindert und
    beeinträchtigt die solitäre Stellung des Kirchengebäude
    nachhaltig.
    Der Verfasser beschränkt sich auf die bauphysikalischen
    notwendigen Dämmmaßnahmen am Dach. Er belässt das
    Oberlichtband, hier könnte eine energetische Ertüchtigung
    erfolgen, und den Fußboden gegen Außenluft; auch wieder
    wären Maßnahmen möglich. Für die Betonglasfenster
    schlägt er eine außenliegende, entspiegelte
    Isolierverglasung vor, deren hohe bauphysikalische
    Problematik Kondensatbildung, sommerliche Überhitzung
    des Zwischenraums- jedoch nicht vollständig erkannt ist
    wenigstens sind im dargestellten Detail keine Lösungen
    ersichtlich. Beim Gemeindehaus werden Fassade und
    Fußboden wärmetechnisch aufgerüstet. Insgesamt verfolgt
    der Entwurf richtige Ansätze, ist hinsichtlich Oberlicht und
    Fußboden gegen Außenluft nicht vollständig konsequent und
    bezüglich der zusätzlichen Außenverglasung nicht zu Ende
    gedacht
    Die Wärmeerzeugung bleibt weitestgehend bestehen, und
    wird um eine thermische Solaranlage ergänzt. Es soll eine
    neue Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung für Kirche
    und Gemeindesaal eingebaut werden.
    Der Einbau einer Fußbodenheizung im Gemeindesaal wird
    aus baulichen Gründen als kritisch gesehen. Die Kosten sind
    nachvollziehbar gegliedert.


INFO-BOX

Angelegt am 08.12.2008, 16:27
Zuletzt aktualisiert 10.03.2014, 11:27
Beitrags-ID 4-25169
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