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  • 3. Preis

    01 Kultur/B

    Landschaftsarchitekten
    Planorama Landschaftsarchitektur, Berlin (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Maik Böhmer

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: office 03, Köln (DE)

    Erläuterungstext
    Der geografische Ausschnitt, den wir heute als Landschaft bezeichnen, ist durch eine einheitliche und zusammenhängende Charakteristik der Erscheinung geprägt. Zugleich kennen wir die Ausdehnung des Begriffes auf die historische Landschaft, die Kulturlandschaft oder die Landschaft als Verwaltungseinheit. In jedem Fall impliziert der Begriff eine aktive Rolle des Menschen, die entweder in der Wahrnehmung des Zusammenhanges eines Gebietes oder in den menschlichen Eingriffen in die Natur bestehen kann.

    Im Bergischen Land erkennen wir alle Landschaftsdefinitionen wieder. Der wohl größte landschaftliche Eingriff, der Eisenbahnbau, hat sich so mit der natürlichen Umgebung verbunden, dass wir heute unwillkürlich an die Landschaften der Modelleisenbahnen denken müssen, die Ihren Ursprung in eben jener Zeit haben, die mit der Industrialisierung unser heutiges Bild weiter Teile Deutschlands entstehen ließ.

    Der vorliegende Wettbewerbsbeitrag versucht diese Einheit von Natur, Kultur und industriellem Erbe in all seinen Widersprüchen und Eingriffen wieder fassbar und erlebbar zu machen.

    Nach dem Beschluss zur Nutzung des ehemaligen Industriegeländes der kabelmetall als Bürger- und Kulturzentrum erfährt die Anbindung des Veranstaltungsortes an das Bahnhofsgelände und das Stadtzentrum eine starke Bedeutung. Mit der Entscheidung für die Überarbeitung der Wegeverbindungen in diesem Bereich rückt aber auch die idyllische Lage des Zentrums am Wasserfall mit Blick auf die Sieg in den Fokus der Planungen. Daher stellen die neuen Zuwegungen zum Grundstück des Bürger- und Kulturzentrums zugleich eine Anforderung an die Erlebbarkeit der umgebenden Natur- und Kulturräume, die an dieser Stelle auf engem Raum abwechslungsreiche und identitätsstiftende Ausblicke ermöglichen.

    Um Höffer’s Teich, der als wichtiges Gewässer innerhalb der Gemeinde einen hohen Freizeit und Erholungswert genießt, für die Bewohner und Wanderer wieder erlebbar zu machen, wird der bestehende Rundweg mit einer Treppenanlage an den Bahnhof angeschlossen. Über die Brücke am Zufluss der Sieg gelangt der Wanderer nach einem kurzen Anstieg zum Eingang des Bürger- und Kulturzentrums.
    Oberhalb des Rundweges und des Schönecker Weges führt der neue direkte Fußweg die Besucher des Kulturzentrums barrierefrei vom Bahnhof am Bahndamm entlang. Diese erhöhte Lage öffnet nach beiden Seiten Sichtbeziehungen zur Burgruine Windeck auf der einen und Höffer’s Teich auf der anderen Seite des Weges. Nahezu ebenerdig werden die Fußgänger so zum Eingangsbereich des Kulturzentrums und zum Wasserfall geführt.
    Beide Wege führen vor dem Kulturzentrum zusammen auf eine von zwei neuen Aussichtsplattformen, die sich über den Geländehang schiebt und den Blick auf die Sieg und den Wasserfall öffnet.
    Eine zweite Plattform rahmt das Panorama nördlich des Bahndammes und ist auf die Burgruine Windeck ausgerichtet. Der Aussichtspunk ist Teil der neuen Wegeverbindung, die am Bahnhof beginnend entlang des Bahndammes führt und über den Rundweg am Naturschutzgebiet Krummauel den Wanderweg zur Burgruine Windeck anbindet.



    Der Bahnhofsplatz

    Der Bahnhofsplatz hat als Knotenpunk zwischen dem neuen südlich gelegenen Areal des Bürger- und Kulturzentrums und der Gemeinde Schladern eine Gelenkfunktion. Hier entsteht ein gefasster urbaner Raum, der zugleich die Waldbröler Straße als Hauptgeschäftsstraße aufwertet und einbezieht. Die Freifläche erhält einen großformatigen Plattenbelag der mit einer Rundbank und Holzbänken zum Verweilen einlädt. Eine Reihe aus Kastenlinden fasst den neuen Platz und trennt ihn räumlich vom angrenzenden Parkplatz. Um den Parkplatz selbst landschaftlich einzubetten, schafft die Erschließung mit einem Einbahnverkehr und die Schräganordnung der Parkplätze Raum für eine natürlich anmutende Einstreuung von Bäumen in einem Schotterbett. Da zugleich die Busparkplätze reduziert werden können, bleibt die Parkplatzanzahl konstant. Die Busse erhalten mit dem neuen Bushalt eine optimale Ein- und Ausfahrtmöglichkeit.
    Südlich der Gleise werden die Parkplätze neu strukturiert und gefasst. Um den bislang störenden Durchgangsverkehr aus dem Elmores Viertel heraus zu halten und die Parkplätze besser zu erschließen, wird eine neue Straßenverbindung parallel zum Bahndamm geschaffen. Dadurch entstehen Erweiterungsflächen für Holz Langen und den P+R Bereich. Die geradlinige Verbindung zwischen den Unterführungen zur Waldbröler Straße südlich des Bahndammes erleichtert zugleich die Zulieferung für den ansässigen Holzbaubetrieb.


    Das Bürger- und Kulturzentrum

    Der Außenbereich des Bürger- und Kulturzentrums gliedert sich in drei Teilräume, die ihrer Nutzung entsprechend unterschiedlich charakterisiert sind.
    Vom Bahnhof her kommend gelangt der Besucher über den zentral auf das Touristikbüro zulaufenden Weg zum Eingang. Die rechts und links davon befindlichen Parkplätze kontrastieren mit einem dunklen Schotterbelag zu hellen Betoneinfassungen. Der Haupteingangsbereich des Zentrums, sowie die Außenbühne erhalten einen der Nutzung entsprechenden Plattenbelag. Dieser wird auf der Rückseite des Gebäudes fortgeführt und schließt damit das Gelände zur benachbarten Industrie ab. Eine Einstreuung von Bäumen hält den Fahrweg zwischen den Grundstücken offen und verbindet die benachbarten Grundstücke optisch. Zwischen den Gebäudeteilen des Zentrums öffnet sich eine Holzterrasse die zum Siegwasserfall hin abgetreppt ist und den Blick auf die Landschaft inszeniert.
    Mit lichten Birken im Bereich des Weges und der Parkplätze wird der hell-dunkel Kontrast des dunklen Schotters, der asphaltierten Zuwegung und der hellen Betonborde auch in die Pflanzung übertragen.
    Auf diese Weise schafft die Materialität der Freiflächen eine Verbindung zwischen der natürlichen Umgebung und der industriellen Ziegelarchitektur und Stahlkonstruktion des Bürger- und Kulturzentrums.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.