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  • DE Oberursel
  • 11/2004
  • Ergebnis
  • (ID 2-1331)

Neubau einer Grundschule


  • Ankauf


    Architekten
    Bieling Architekten AG, Hamburg (DE), Kassel (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Isabelle Romagos, Hagen Sparbrodt, Stefan Funk

    Erläuterungstext
    Erläuterungsbericht

    Städtebauliches Konzept – Gesamtstruktur und Integration des Gebäudes

    Das Wettbewerbsgrundstück am Rand von Stierstadt liegt in einem offenen Landschaftsraum mit von Süden nach Norden abfallendem Hangverlauf. Eine Reihe von großvolumigen Gebäuden in freier Verteilung bildet den Gebäudebestand. Der Hangverlauf des Grundstücks wird zusätzlich durch die beim Bau des Sportplatzes angelegte Geländestufe geprägt.
    Der Entwurf ergänzt die vorhandene Gebäudekonfiguration um eine weitere, ähnlich dimensionierte Figur. Die einzelnen Gebäudetrakte versammeln sich unter einem gemeinsamen Dach und gruppieren sich um einen zentrale Hof. Durch Zusammenfassung der Schulteile entsteht ein kompakter Baukörper mit einem ganzheitlichen Erscheinungsbild, das durch die unterschiedlichen Fassadengestaltungen angemessen differenziert wird.
    Die Höhenlage des Gebäudes vermittelt zwischen den unterschiedlichen Niveaus des Hanges, seine Außenräume verzahnen sich auf unterschiedliche Weise mit der Umgebung. Je nach Orientierung und Grad der Abgeschlossenheit zur Umgebung vermitteln sie unterschiedliche, der Funktion angemessene Charaktere.




    Funktionales Konzept – Organisation des Gebäudes

    Die Schule vereinigt in ihrem Baukörper kleinere separate Einheiten als Grundlage für Gruppenbildung, Orientierung und Identifikation. Durch die Zweigeschossigkeit und die direkte Zuordnung von Freiflächen entsteht ein optimaler Außenbezug aus allen Teilen der Schule. Insbesondere die Eingangshalle und der Schulhof stehen für diese Paarung von Innen und Außen als offene oder überdachte Aufenthaltsflächen für Pause und Ganztagsbetreuung. Sie sind zentrale Orte der Begegnung und Kommunikation in direkter Verbindung zu Gemeinschaftseinrichtungen wie Mehrzweckräumen und Speiseraum mit vielen Varianten der getrennten oder gemeinsamen Nutzung. Ähnlich funktionieren die internen Höfe zwischen den einzelnen Klassentrakten, je nach Wunsch nutzbar als Raum für Lernen, Spiel und Pause.
    Alle Unterrichtsräume orientieren sich nach Osten zum Morgenlicht, die Räume der Ganztagsschule sind in den Nachmittagsstunden aus Südwest und West belichtet.
    Räumliche Trennung und separate Zugangsmöglichkeiten für Ganztagsbetreuung werden durch eine klare Zonierung unterstützt. Diese ermöglicht auch eine komplett unabhängige Nutzung der Ganztagsbetreuung zum Beispiel in Ferienzeiten.
    Die Räume für Lehrer und Verwaltung befinden sich an zentraler Stelle in direkter Verbindung zur Eingangshalle. Alle Teile der Schule sind von hier aus auf kurzem Weg erreichbar.




    Technisches Konzept – Konstruktion und Gebäudetechnik

    Dem Entwurf liegt ein energiebewusster und ressourcenschonender Ansatz zu Grunde. Bauliche und technische Konzeption sollen ohne aufwendige haustechnische Anlagen auskommen. Die Gebäudestruktur aus einfachen linearen Baukörpern schafft die Grundlage zur Nutzung der Möglichkeiten der Systematisierung und Vereinfachung der Bauelemente
    Kompakte Gebäudehüllen mit angemessenen Öffnungsanteilen für hohen Wärmeschutz und geringen Energiebedarf sowie gegen unnötigen Wärmeeintrag im Sommer sorgen für Aufenthaltsqualität. Unterrichts- und Aufenthaltsräume erhalten einen wirksamem außenliegenden Sonnenschutz
    Die einfache Methode der Nachtauskühlung über kontrollierte Fassadenöffnungen ermöglicht zusätzlich die Abmilderung sommerlicher Erhitzungseffekte.





    Landschaftskonzept – Außenraum

    Das Landschaftskonzept interpretiert die Struktur des Gebäudes mit gärtnerischen Mitteln.
    Die Hanglage des Geländes findet ihren Ausdruck in einer Formation aus niedrigen Steinkanten, die in Sitzstufenhöhe den Hang terrassenförmig unterteilen. Kleine Trittsteine als Stufen und Wegmarkierung ermöglichen das Überwinden der Höhenunterschiede. Die Stufenterrassen laufen in der Fläche des Schulhofes aus, der Belag wechselt dort von Rasen zu Pflaster.
    Raumbildung und Orientierung wird durch sichtbegrenzende Baumreihen und Rankgerüste erreicht. Diese trennen das Gelände der Schule von der Turnhalle und markieren den Zugang zum Gebäude. In der Öffnung des Baumkörpers zum Eingang setzt sich der Pflasterbelag aus dem Schulhof als rampenartige schiefe Ebene bis zur Strasse fort. In den kleineren Höfen der Klassentrakte wechseln ebenfalls Pflaster und Rasen. Ihre Begrenzung zu den Gebäudeecken wird durch ein Rankgerüst markiert.
    Die gesamte Fläche des Grundstücks wird durch eingestreute Zierkirschenbäume gegliedert. Diese stehen auf den Rasenterrassen und erhalten in den Pflasterflächen eine hügelartig gewölbte Pflanzscheibe.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.