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  • 2. Preis


    Architekten
    03 Architekten GmbH Architekten BDA, Stadtplaner DASL, München (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: studioB Landschaftsarchitektur, München (DE)

    Erläuterungstext
    Ein Stück Land an einem Münchner S-Bahnhof wird neu geordnet. Die Umgebung ist vorstädtisch, Verdichtungen sind nur in den alten Dorfkernen und den Großsiedlungen der siebziger Jahre spürbar. Den Bahnhof wünscht man sich als Kristallisationspunkt für die Nachbarschaft, als Ansatzpunkt für eine neue Verdichtung in der Vorstadt.

    Ein traditionelles Siedlungsmuster aus Bahnhofstraße, Nebenstraßen und Wohnwegen und dazwischen liegenden Plätzen wird mit Haustypologien der Moderne, Hof- und Punkthäusern neu interpretiert. Räumliche Vielfalt entsteht durch das Nebeneinander der zweigeschossigen Hofhäuser und kompakten Geschoßwohnungsbauten.


    Baumbestand

    Der wertvolle Altbaumbestand bleibt, wo möglich, erhalten und wird in die Gestaltung der öffentlichen Plätze und Wege einbezogen. So ist schon bei Beginn der Entwicklungsmaßnahme ein hochwertiges grünes Umfeld vorhanden. Versätze in Straßen und Baufeldern reagieren auf erhaltenswerte Bäume. Alte Alleen säumen die äußeren Ränder der Baufelder.


    Hofhäuser

    Auf 12x12m Grundmodulen sind unterschiedliche Wohnungsgrößen möglich: von 120qm Wohnfläche mit 4 Wohnräumen bis zu 192qm Häusern mit der Möglichkeit zur Integration von Homeoffices oder Einliegerwohnungen für Großeltern bzw. erwachsene Kinder. Dachterrassen ergänzen die Freiflächen in den Höfen und erweitern die Häuser um Außenräume.
    Die Hofhäuser bieten maximale Gestaltungsfreiheit und Privatheit ohne die bei klassischen Haustypen üblichen Abstands- und Restflächen.


    Punkthäuser

    Kompakte Geschoßwohnungsbauten, an den öffentlichen Plätzen gelegen, ergänzen das Wohnraumangebot mit kleineren und geförderten Wohnungen.


    Schallschutz

    Die Hofbebauung erzeugt durch Ihre gekammerte Form für jedes Haus individuell den Schallschutz für die Freibereiche im Hof. In den Obergeschossen kommen, wie beim Geschoßwohnungsbau ggf. auch Schallschutzlüfter zum Einsatz.
    Die Mauern zwischen Höfe verbessern gegenüber der herkömmlichen Reihenhaussiedlung den Schallschutz zum Nachbarn, es entsteht eine hochwertigere Aufenthaltsqualität und Privatheit auch in den Gärten.



    Grünzug und Grünvernetzung

    Der Grünzug wird durch die Pflanzung heimischer Laubbäume aufgewertet, die in lockerer Gruppierung entlang des Ostrandes verschieden dimensionierte Räume bilden.
    Strategisch platzierte Querwege schaffen Verbindungen zwischen den angrenzenden Quartieren. Die dadurch entstehenden Grünzugabschnitte sollen im Wechsel als Magerwiese mit Mahdwegen bzw. bespielbare Rasenfläche entwickelt werden. Der Weg zum S-Bahnhof wird neu ausformuliert.


    Südlicher Quartiersabschluss

    Die optische Dominanz der über 5m hoch über die südlichen Freianlagen aufragenden Schallschutzwand der Bahn wird durch die Anschüttung eines bis zu 3m hohen Schotterkörpers gemildert. Die topografische Figur der Anschüttung ist erkennbar künstlich und bezieht sich auf die Geometrien der neuen Siedlung.


    Schreckenland

    Die etwas über 8000qm große Fläche für die Blauflügelige Ödlandschrecke entwickelt sich aus den Schotterkörpern heraus und wird von einem Raster wassergebundener Wege gegliedert.


    Erschließung

    Es wurde ein Stichstraßensystem gewählt, von dem aus über Wohnwege die einzelnen Häuser erreicht werden. Die Wohnwege sollen autofrei gehalten werden, sind jedoch für Rettungsfahrzeuge sowie zur Anlieferung befahrbar. Der Geschoßwohnungsbau ist direkt von den Stichstraßen aus erschlossen. Die Notfallzufahrt kann entweder über den Joseph-Suder-Bogen oder über einen befahrbaren Fußweg am Quartiersplatz gewährleistet werden. Die Quartiersplätze können von Müll und Rettungsfahrzeugen zur Abkürzung der Wegstrecken genutzt werden.


    Parkierung

    Alle den Häusern und Wohneinheiten und Läden zugeordneten Parkplätze liegen in Tiefgaragen unter dem Geschoßwohnungsbau bzw. unter den öffentlichen Plätzen. Die Tiefgaragen können gemeinsam mit dem Geschoßwohnungsbau errichtet werden. Besucherstellplätze befinden sich oberirdisch in den Straßenräumen.


    Ökologie

    Die hohe Dichte steht für flächensparenden Umgang mit Bauland. Die Bewohner können auf kurzem Wege fußläufig die S-Bahn erreichen, das Auto bleibt in der Garage.
    Die Verdichtung eignet sich für den Anschluss des Gebiets an das Fernwärmenetz der Stadtwerke bzw. den Einsatz eines Blockheizkraftwerks mit Kraft-Wärmekopplung. Solarmodule auf den Hausdächern können in das Wärmeverteilungsnetz einbezogen werden.
    Alle Dächer werden begrünt, dennoch anfallendes Regenwasser wird direkt in den Höfen versickert.


    Typologische Flexibilität

    Auf der Basis des gewählten Straßenmusters können auch andere verdichtete Einfamilienhaus Strukturen wie klassische Reihenhäuser und Doppelhäuser realisiert werden, ebenso mit Schwerpunkt nach Süden (Solar) oder Westen (Abendsonne) orientierte Siedlungsmuster. Die dargestellten Typologien können auch baufeldweise gemischt werden. Unsere Präferenz liegt aufgrund des hohen Maßes an Privatheit, der Grundrissflexibilität, der Erschließungseffizienz und der Schallschutzthematik bei den Hofhäusern.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.