loading
  • DE-34119 Kassel
  • 01/2009
  • Ergebnis
  • (ID 2-13953)

Erweiterung Kongress Palais Kassel - Stadthalle


  • 2. Preis

    PERSPEKTIVE KONZERTGARTEN

    Architekten
    Bieling Architekten AG, Hamburg (DE), Kassel (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Indra Meyer, Johannes Fuß, Hagen Sparbrodt

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Breimann & Bruun, Hamburg (DE)
    Landschaftsarchitekten: Bruun & Möllers GmbH & Co. KG, Hamburg (DE)

    Erläuterungstext
    IDEE UND FUNKTION

    Im Mittelpunkt des Entwurfsgedankens steht das Verknüpfen der Erweiterung des Kongress Palais in der Stadthalle Kassel mit einer gleichzeitigen Verbesserung der Erschließungssituation. Das zentrale Element dieser Verknüpfung ist der neue Eingang an der Nordseite der Stadthalle. Der Eingang ermöglicht ein eigenständiges Nutzen der zusätzlich geschaffenen Veranstaltungs- und Funktionsflächen als Ergänzung des bisherigen Angebots. Die Situation der Erschließung und Versorgung im Bestand wird entflochten und an die gestiegenen Anforderungen angepasst. Im Ergebnis wird dem Ensemble Stadthalle eine repräsentative Adresse an funktional sinnvoller Stelle hinzugefügt.

    Anknüpfungspunkt für die Verbesserung der Erschließungssituation ist die axiale Struktur des Bestandsgebäudes. In funktional logischer Verlängerung der zentralen Erschließungsachse wird der neue Eingang daher an der Nordseite der Stadthalle positioniert. Die Foyerflächen des Eingangs schließen an die Bewegungs- und Erschließungszonen im Bestand an und erweitern diese in selbstverständlicher Weise. Direkt über dem neuen Eingang liegt der zusätzliche Veranstaltungssaal. Durch seine Anordnung im ersten Obergeschoss ist der Saal gut erreichbar aus dem Bestand, kann störungsfrei in einen möglichen Parallelbetrieb von Veranstaltungen integriert werden und profitiert von attraktiven Ausblicken in die umgebende Parkanlage. Seine axiale Anordnung unterstützt den repräsentativen Charakter des Kolonnadenhofes.

    Der neue Baukörper für Eingang und Saal nutzt das Bestandsgebäude als Kulisse. Vor dem Hintergrund der neoklassizistischen Fassade schwebt ein einfacher, kubischer Baukörper mit mehrschichtiger Außenhaut über einem gläsernen Foyer. Die äußere Hülle des Obergeschosses aus perforiertem Metall wirkt als Raumfilter zwischen Saal und Außenraum. Seine drehbaren Lamellenelemente können wahlweise als Sicht- oder Sonnenschutz eingesetzt werden. Die transparenten Flächen der Fassaden und des Dachs der Verbindung zwischen Bestand und Neubau ermöglichen ein Maximum an Belichtung an der kritischen Stelle im Übergangsbereich der Erschließung. Die großzügigen Treppenaufgänge liegen deutlicher als bisher im Tageslicht und vereinfachen die Orientierung.


    NACHHALTIGKEIT + WIRTSCHAFTLICHKEIT

    Als wesentlicher Effekt in der Änderung der Erschließung kann zukünftig der Veranstaltungsbetrieb parallel an mehreren Stellen erfolgen und kreuzungsfrei von der Küche des benachbarten Hotels versorgt werden. Das zusätzliche Angebot an Flächen für Lager, Graderoben und WC entspannt die Raumsituation.

    Die Konstruktion des Neubaus besteht aus einem Stahlbetonskelett mit gitterartig tragender Decke. Die Trennungen des Saals sind flexibel und veränderbar. Die Konditionierung der Räume wird über eine Niedrigtemperatur-Flächenheizung und ein Lüftungsanlage zum Heizen und Kühlen gewährleistet. Nach dem Vorbild des Museums Fridericianum kann dieses System für eine zukünftige Nutzung regenerativer Energieressourcen wie z.B. der Erdwärmenutzung ausgelegt werden. Durch die Anordnung des Saals innerhalb der Vegetationszone des angrenzenden Parks kann ein Teils des Lüftungsbedarfs durch natürlichen Luftaustausch gewährleistet werden. Die im Gebäude vorhandenen Wärmequellen, wie z. B. Sonneneinstrahlung, Geräteabwärme und Personenwärme, werden zur Beheizung mit verwendet, indem die Abluft über einen Wärmetauscher ihre Wärme zu ca. 90 % an die Zuluft überträgt und diese entsprechend vorwärmt. Eine Energiezufuhr zur Beheizung wird nur in wenigen Wochen im Jahr erforderlich. Die außenliegende Haut aus perforiertem Metall wirkt als zusätzlicher Sonnenschutz und mindert bei Bedarf die Sonneneinstrahlung. Die tagsüber entstehende Wärme wird durch ein geregeltes Öffnen der Fenster mit der kalten Nachtluft wieder abgeführt.

    EINGANG + GARTEN

    Die Gestaltung der Außenanlagen nutzt das Wasser als repräsentatives Element im Kolonnadenhof. Ein regelmäßiges Raster aus flächenbündigen temporären Fontänen begrüßt die Gäste der Veranstaltungen. Die Beleuchtung der Fontänen setzt sich unter dem auskragenden Saal und im Boden des Foyers fort und unterstützt die Verbindung von Innen- und Außenraum.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.