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  • DE-60316 Frankfurt/Main
  • 03/2009
  • Ergebnis
  • (ID 2-14128)

Realisierungswettbewerb Eingang und Bärengehege Zoologischer Garten


  • Ankauf


    Architekten
    BAYER & STROBEL ARCHITEKTEN, Kaiserslautern (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: urbanegestalt, Köln (DE)

    Erläuterungstext
    Eingangsgebäude und Stadtraum

    Das neue Eingangsgebäude erzeugt ein spürbar neues und modernes Erscheinungsbild für den Frankfurter Zoo. Das Gebäude tritt nicht in Konkurrenz zu dem historischen Zoo-Gesellschafthaus, sondern interpretiert die Situation des denkmalgeschützten Vorplatzes grundlegend neu.
    Durch leichtes Anpassen der Höhen und eine geneigte Platzfläche ist es möglich, den neuen Haupteingang unterhalb der Vorfahrt zum Gesellschaftshaus anzuordnen, es ergibt sich eine großzügige Geste in den gründerzeitlichen Stadtraum hinein. In diesem städtebaulichen Sinne verschmelzen Gesellschaftshaus und Eingangsgebäude. Gemeinsam profitieren sie von der Kraft des axial ausgerichteten Alfred-Brehm-Platzes, der Zoo rückt näher an die Stadt heran.
    Ergänzend wird der Platz mit der verlegten Haltestelle der Tram belebt, man verlässt die Straßenbahn direkt am Haupteingang.
    Der Vorplatz gehört aber weiterhin zum Zoo, das Gesellschaftshaus kann ohne jedes Sicherheitsrisiko jederzeit öffentlich zugänglich sein, da die Besucherströme getrennt geführt werden. Sämtliche zeitgemäßen Service-Einrichtungen wie Kassenzone, Shops etc. können problemlos und räumlich attraktiv untergebracht werden. Der vorhandene Lichtgraben zum Bestand hin ermöglicht auch weiterhin eine natürliche Belichtung des Untergeschosses sowie der Büroräume des Eingangsgebäudes.
    Der Besucher taucht also in den Zoo hinein, wo als ein erster Programmpunkt das neue Bärengehege auf ihn wartet.


    Bärengehege und Zuchtstation

    Tritt der Besucher aus dem unterirdisch geführten Haupteingang in den Zoo ein wird er mit dem Bärengehege empfangen.Dieser Teil des Zoos beherbergt die Gehege der Nasenbären, der Brillenbären sowie, für den Besucher nicht einsehbar, eine Zuchtstation für Rostkatzen und andere Tierarten. Der gesamte Bereich ist als eine zusammenhängende räumliche Situation entworfen, bei deren Entwicklung das Südamerika der Anden als gestalterisches Motiv diente.
    Die Bergsilhouette rahmt ein von Bächen durchflossenes Tal, mit imposanten Bäumen überstanden.
    Raumbildend sind neben den durch Gebäude gebildeten Raumabschlüssen, dem Gesellshaftshaus hinter einem Filter aus Bäumen und dem neuen Bärenhaus, aus Kunstfelsen errichtet Wände. Direkt am Zugang bilden solche, 5m hohen Kunstfelsenwände zusammen mit einem Wasserbecken eine einladende und erzählerische Raumwirkung. Zugleich entsteht so ein Plateau, welches den wertvollen Baum in das erste Bärengehege einbindet . Die Kunststeinwände schirmen jeweils die Brillenbärgehege ab, bilden die Bergsilhouette. Trotz der stark topographischen Situation ist der Talraum, den die Besucher auf dem Rundweg zu Beginn und Ende durchlaufen, ein offener, lichter Raum.
    Die Wege sind mit 3-4% geneigt und lassen den Höhenunterschied von 2,5 m fast unmerklich überwinden.
    Der Talraum repräsentiert mit den Themen Wasserlauf und Baumbestand einen Lebensraumabschnitt der Bären. Die notwendigen Abgrenzungen sind mit großen Glasflächen und grün gefärbten Betonelementen konstruiert. Die Betonelemente sind gestalterisch an Formen der südamerikanischen Vegetation angelehnt, repräsentieren üppige Vegetation und Baumstämme. Gemeinsam mit den bestehenden Bäumen entsteht das Bild einer Waldlichtung, neben den vier geforderten und der Reihe entlang des Gesellschaftshauses können zusätzlich einige Bäume erhalten werden.
    Die Wasserläufe geben dem Bärengehege weitere Qualität, das Wasser durchströmt die Gehege und bietet den Bären wichtige Lebensräume und die Möglichkeit ihre Körpertemperatur zu regulieren, zugleich wirkt das Wasser als repräsentatives Element im Besucherbereich und gibt der topographischen Grundsituation eine nachvollziehbare Bedeutung. Es gibt zwei Wasserläufe, beide „entspringen in der Bergsilhouette“, von einem Plateau, drei Meter über heutigem Geländeniveau, das zugleich als Brücke für die Nasenbären dient, wird es mit zwei Wasserfällen effektvoll eingeleitet. Zwei Bachläufe durchqueren die Gehege und werden jeweils am unteren Ende über „rauschende Stromschnellen in den Besucherbereich geleitet, unter Gitterrosten laufen sie auf dem Eingangsplatz zusammen und münden in ein Becken vor der Fassade des unterirdischen Eingangs. Das Becken beherbergt ein Brunnenbauwerk, das den Brunnen auf dem Eingangsplatz widerspiegelt und sorgt für bewegte Lichtreflexe sorgt im Zooshop.
    Das Nasenbärgehege liegt von den beiden Wegen umschlossen im Talraum, die weniger massiven Einfriedungen stören den offenen Raum kaum und erlauben ein intensives Erleben der Nasenbären als erste oder letzte Attraktion.


    Organisation der Gehege

    Das Bärenhaus liegt als Rücken der Anlage möglichst nah an der Gründstückskante, dahinter finden Erschließungs- und Lagerflächen Platz. Die drei Brillenbärgehege sind entlang des Rundweges organisiert. Das Gehege 1 liegt allerdings 2,5 m höher als der Weg. Ein Fenster am Bärenteich erlaubt einen ersten Einblick. Das Gehege ist aber nah an der Straße gelegen und verknüpft mit einem Fenster den Zoo überraschend in die Stadt. Ein Aufgang führt zum Innegehege der Nasenbären und zu einem „Baumhaus“ mit Blick über alle Gehege. Das zweite Gehege liegt unmittelbar vor dem Bärenhaus und ist leicht erhöht gegenüber dem Weg, der geneigte Hang bietet den Bären abwechslungsreiche Situationen und dem Besucher gute Einblicke. Das dritte Gehege liegt auf gleichem Niveau wie der Weg, in allen Gehegen bieten integrierte Bestandsbäume Anlass für Klettermöglichkeiten.
    Das Gehege der Nasenbären gliedert sich in zwei Teile. Das große Außengehege liegt zwischen den Wegen, eine Brücke übersetzt zum Bärenhaus mit dem Innengehege. Die Zoobesucher können das, als tropischer Regenwaldausschnitt gestaltete Gehege, durch eine große Panoramaglasscheibe beobachten.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.