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  • DE-45875 Gelsenkirchen-Buer
  • 12/2008
  • Ergebnis
  • (ID 2-15103)

St. Urbanus Kirchplatz Gelsenkirchen


  • Teilnahme


    Landschaftsarchitekten
    ST-Freiraum Landschaftsarchitekten, Duisburg (DE) Büroprofil

    Erläuterungstext
    Ein Ort mit Geist

    Das spürt man im ersten Moment, wenn man diesen Platz betritt - unabhängig, aus welcher Richtung man sich nähert. Die St.-Urbanus-Kirche gibt ihrem Platz das was er braucht:
    Eine stattliche Gestalt, ein solides ‚Ich‘ und eine Perspektive, die Wohlgefühl auslöst.

    Die umgebende Bebauung schafft Proportionen, gibt den notwendigen Rahmen, ohne mit der Architektur der Kirche zu konkurrieren. Es gilt, das Bestehende zu unterstreichen.

    Plätze
    Zentraler Baustein ist die Anlage eines weiten und offenen, befestigten Platzes für Aufenthalt, Gastronomie und Markttage. Mit Granitpflaster wird ein Material verwendet, das bodenständig, langlebig und wertig ist. Es entspricht dem Materialkontext der Buerschen Innenstadt. Die Verlegung erfolgt in einem ungerichteten Passe-Verbund, um keiner Richtung den Vorzug zu geben, das Kirchengebäude allgegenwärtig in den Mittelpunkt zu rücken. Unterbrochen wird die Pflasterfläche durch ein Granitband in der Flucht der ehemaligen Kirchenmauer. Somit wird der Kirchhof herausgearbeitet, das ehemalige Gefüge wieder erkennbar.

    In der westlich gelegenen Platzfläche, im Bereich der drei mächtigen Linden, entwickeln sich aus dem Granitband drei langgezogene Sitzstufen, so dass unter Einbeziehung des bestehenden Brunnens eine attraktive Zonierung entsteht. Hier ist künftig der Raum für stimmungsvolle Außengastronomie, die in Verbindung mit den Buerschen Linden, dem Kirchengebäude und der geplanten Neubebauung einen Gegenpol zum östlich gelegenen Markthallenviertel darstellen wird.

    Markt
    Vornehmlich der nördliche Platzbereich ist für eine temporäre Marktnutzung ausgestattet. Somit ergänzen sich Markt und Gastronomie, so dass Handel, Kommunikation und Vitalität in den Kirchplatz zurückkehren.

    Im Herzen des Marktbereichs entsteht als Foyer des Neubaus eine plattierte, ebenflächige Kontaktzone. Sie verschneidet den neuen Handel mit Eigenschaft und Nutzung des alten Kirchplatzes. Als großer Trittstein durchbricht sie die Flucht der alten Kirchmauer. Großformatige Granitplatten im Verband der bestehenden Kirchmauern bilden hier den Bodenbelag. An Markttagen sollte diese ca. 20 m x 20 m große Fläche frei gehalten werden, um den zentralen Charakter zu unterstreichen.

    Trittsteine
    Eine Wiederholung erfährt dieser Trittstein an den Nahtstellen des Platzes zu seiner Umgebung. Sowohl im Bereich des Russelplatzes, als nördlichem CityEingang, als auch in den drei parallelen Strängen in der Marientor-Passage, der Marienstraße sowie der Hochstraße stellen diese Trittsteine die Verbindung mit der Umgebung her. So dass der Platz mit seinen Umfeld steinern verwoben und somit in das Stadtgefüge deutlich eingebunden wird.

    Unterstrichen wird diese Einbindung durch die konsequente Inszenierung der St.- Urbanus-Kirche innerhalb der Stadtbeleuchtung. Die funktionale Ausleuchtung des Kirchplatzes erfolgt mit als Medienmasten ausgerichteten, anthrazitfarbenen, strahlerbestückten Stahlstelen. Zusätzlich erhalten die Medienmasten frei montierte Spots, mit denen die Fassaden der St.- Urbanus-Kirche allseits angestrahlt und somit in die Platzwirkung einbezogen werden können. Hierbei sind unterschiedliche Schaltungen möglich, um den Platz, den Anforderungen entsprechend, bespielen zu können. Somit verleihen die markanten Sandsteinflächen dem Platz auch bei Dunkelheit seine ganz besondere Note, so dass sich ein interessantes und lebhaftes Stadtbild ergibt. Darüber hinaus behält der Platz seine Funktionalausleuchtung über die bestehenden Mastleuchten. Im Zugang am Russelplatz flankieren schlanke Stelen den befestigten Raum und leiten so in den nördlichen Platzbereich. Mediensäulen und Unterflurhydranten stellen an Markttagen die technische Erschließung.

    Im Vorfeld der Propstei und an dem dort geplanten Denkmal erinnern eingelassene Lichtplatten als von-Galen-Lebensschritte an die Biographie des Kardinals.

    Das künftige Gesicht des St.-Urbanus-Kirchplatzes und des Russelplatzes wird geprägt von städtischem Flair, Lebendigkeit und Tradition. Die Gestaltung stellt dabei Weite, Offenheit und Unverwechselbarkeit in den Vordergrund. Somit erhält die Innenstadt einen wichtigen Trittstein auf einer kurzweiligen Geraden zwischen Post und Rathaus.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.