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  • DE-69115 Heidelberg
  • 05/2009
  • Ergebnis
  • (ID 2-15143)

Heidelberg Campus II "Zollhofgarten"


  • 4. Preis

    Blick vom Bahnhof

    Architekten
    raumwerk Gesellschaft für Architektur und Stadtplanung mbH, Frankfurt am Main (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Jon Prengel , Sonja Moers , Thorsten Wagner

    Mitarbeit
    Ulli Heckmann, Sarah Morgenstern

    Erläuterungstext
    Der Ort
    Das 116 ha große Areal der Bahnstadt übertrifft das Gebiet der Altstadt flächenmäßig und stellt den wesentlichen Motor zur Entwicklung Heidelbergs als innovative Wissenschaftsstadt dar.
    Zentraler Bestandteil der Bahnstadt ist das Areal Hohe Kante Heidelberg, das in seiner keilförmigen Ausbildung gleichzeitig den Haupteingang für den gesamten neuen Stadtteil darstellt und für die innere Entwicklung der Bahnstadt bedeutsam ist. Im Sinne konkurrierender Wissenschafts-Metropolen und der Ansiedlung sogenannter High-Potentials kommt dem Campusareal auch weit über Heidelberg hinaus eine zentrale Bedeutung zu.


    Die Hohe Kante Heidelberg
    Ziel des vorliegenden städtebaulichen Konzeptes ist es, die vorhandenen Ordnungsprinzipien des Rahmenplans weiterzuführen und zu schärfen. Thematisiert wird hierbei die Überlagerung der Ost-West ausgerichteten Grundstruktur des Trojan-Planes mit den dazwischen liegenden Nord-Süd ausgerichteten keilförmigen Bändern besonderer Nutzung. Hier findet ein Wechselspiel von vier Quartieren und drei keilförmigen Fugen statt. Im Einzelnen sind dies das Band östlich des
    Fachmarktzentrums, die Fuge mit Bürgerschaftlichem Zentrum am Gasdamer Platz sowie dem Herzstück des Wettbewerbsgebietes westlich des bestehenden Technologieparks. Durch die differenzierte Weiterführung des Trojan-Planes soll eine harmonische Einbindung des neuen Campus Areals in die Bahnstadt gewährleistet werden.


    Der Cutting Edge Campus
    Das Herzstück des neuen Campus wird durch eine keilförmige Präsentationsplattform gebildet, die in Nord-Süd-Richtung verläuft und sowohl den Bahnhofsvorplatz wie auch die Plätze am Übergang zur Promenade und der Feuerwache integriert. Vier versetzt angeordnete Solitäre wechseln sich mit den ihnen zugeordneten Freibereichen ab. Die herausragenden Gebäude sind imageprägend für das gesamte Quartier und stellen eine Besonderheit in Höhe, Form und Nutzung dar. Mit Ihrer extrovertierten Lage präsentieren sie sich an dieser Stelle öffentlich wirksam und heben den innovativen Charakter des neuen Areals hervor. Die vier Hochpunkte sind unterschiedlich ausgerichtet und nehmen mit den großformatigen Einschnitten in der Fassade Bezüge zu den angrenzenden Quartieren auf. Das Wechselspiel von hohen, dichten Baukörpern und versetzt angeordneten Freibereichen ermöglicht verschiedene fußläufige Wegeverbindungen: vom Bahnhof ankommend werden Besucher über den Campus sowohl zu den Instituten wie auch zur südlich angrenzenden Promenade geleitet. Gleichzeitig entsteht eine Wegeverbindung in Ost-West-Richtung entlang der beiden Alleen und verbindet die beiden Quartiersparkanlagen miteinander.
    Die Freibereiche zeichnen sich durch ihre Funktion als repräsentative Flächen aus. Sie dienen als Wegeverbindungen, Veranstaltungsflächen, erweiterte Eingangsbereiche sowie als Außengastronomie Flächen und sind im Gegensatz zu den quartiersinternen Parkanlagen steinern ausgebildet.
    Der Charakter der Präsentationsplattform ist extrovertiert und trägt der besonderen Bedeutung als Eingangsportal der Bahnstadt Rechnung. Aufgrund der keilförmigen Anordnung und der wissenschaftlichen Innovationskraft der hier anzusiedelnden Institute wird das Areal als Cutting Edge Campus bezeichnet.


    Die Wissenschafts- und Wohnquartiere
    Angrenzend an den Cutting Edge Campus befinden sich die beiden Quartiere mit einer einheitlichen 5-geschossigen Bebauungsstruktur. Entlang der Nordseite und zum Campus hin werden die geforderten Labore, Institute und Bürogebäude in einer Blockrandbebauung angeordnet. Nach Süden hin lösen sich die Blöcke auf und schaffen einen Übergang zum Wohnviertel entlang der Promenade. Die quartiersinternen Parkanlagen sind im Gegensatz zu den Freianflächen des Cutting Edge Campus als introvertierte Grünräume konzipiert und dienen den Quartieren als Erholungs- und Freizeitflächen. Dem Zollhofgarten kommt dabei aufgrund seiner Größe von ca 14.000 qm eine besondere quartiersübergreifende Rolle zu, die durch den Erhalt und Umbau der beiden nördlichen Hallen unterstrichen wird. Damit wird das Potential bereits vorhandener Nutzungen und Subkulturen eingesetzt und zur Ausbildung der Identität eines lebendigen und urbanen Stadtteils beitragen.


    Die Bauabschnitte
    Um erhaltenswerten Bestand und getätigte Investitionen zu schützen, wird eine Realisierung in drei Phasen vorgeschlagen. Die erste gründet sich auf die Initialzündung der Jarecki Foundation und den bereits geplanten Projekten des Technologieparks. Kurzfristig ergänzt werden soll dies durch erste Bausteine des Cutting Edge Campus sowie eines Ersatzgebäudes für die beiden kurzbis
    mittelfristig zur Verfügung stehenden Baukörper auf dem Technologiepark. Mittel- bis
    langfristig werden auch die Gebäude des Bereichs II ersetzt. Sowohl die Baukörper des Bereichs III als auch die beiden Hallen am Zollhofgarten bleiben erhalten.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.