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  • DE-44793 Bochum
  • 05/2009
  • Ergebnis
  • (ID 2-15348)

Parkhaus Jahrhunderthalle Bochum


  • ein 1. Preis

    Einfahrt

    Architekten
    raumwerk Gesellschaft für Architektur und Stadtplanung mbH, Frankfurt am Main (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Jon Prengel , Sonja Moers , Thorsten Wagner

    Mitarbeit
    Sarah Morgenstern

    In Zusammenarbeit mit:
    Ingenieure / Fachplaner: OBERMEYER Planen + Beraten, München (DE), Berlin (DE), Hannover (DE), Stuttgart (DE), Wiesbaden (DE), Köln (DE), Hamburg (DE), Erfurt (DE), Neu-Ulm (DE), Dresden (DE), Leipzig (DE), Chemnitz (DE)

    Erläuterungstext
    Städtebau / Einbindung / Grünkonzept

    Das neue Parkhaus für die Jahrhunderthalle in Bochum befindet sich im nordöstlichen Bereich des Planungsgebiets. Mit einer Länge von 96,5 m und einer Breite von 33,0 m ist es parallel zur ThyssenKrupp Halle ausgerichtet und verfügt über 325 PKW Stellplätze (davon 20 Beh. Stellplätze). Nach Süden zeigt es ein städtisches Gesicht mit einer Fassade aus schwarzen Kohlebrandziegeln und einer Verkleidung aus Stahlgewebe, nach Norden geht die begrünte Dachlandschaft in die Böschung der Auffahrtsstraße über. Damit fügt sich das neue Gebäude aufgrund seiner geringen baulichen Höhe wie selbstverständlich in die Umgebung ein, und führt das Westpark Konzept des „Grünen Rahmens“ sinnvoll weiter. Die für diesen Ort identitätsstiftenden Gebäude - das „Colosseum“, der Wasserturm und die Jahrhunderthalle - bleiben aus allen wichtigen Blickrichtungen unverstellt.


    äußere und innere Erschließung

    Zwei getrennte Bewegungsabläufe, für Autofahrer und Fußgänger ermöglichen eine schnelle Orientierung und kurze, sichere Wege innerhalb des Leitsystems. Parkebenen, Ausfahrten, Ausgänge, Treppenhäuser und Fluchtwege sind klar strukturiert und damit schnell auffindbar. Diese Übersichtlichkeit führt zu einem erhöhten Sicherheitsempfinden der Benutzer.

    _Auto:
    Die Anbindung des neuen Parkhauses erfolgt im Westen von der Gahlenschen Straße / Wattenscheider Straße über die neue Erschließung aus dem Kreisverkehr. Von dort sind die zweispurigen Zu- und Ausfahrten an der Westseite des Gebäudes erreichbar. Eine zusätzliche Ausfahrt befindet sich an der Südostecke des Gebäudes und dient als „Überlauf“ in Richtung Alleenstraße für die schnellere Entleerung im Anschluss an Veranstaltungen. Die einzelnen Parkebenen mit jeweils ca. 65 Stellplätzen sind als Halbgeschossrampenanlage (D´Humy-System) übersichtlich angeordnet und effizient erschlossen.

    _Fußgänger:
    Der Übergang vom Parkhaus zur Jahrhunderthalle erfolgt über das großzügig gestaltete helle Haupttreppenhaus an der Ostfassade. Hier befindet sich auch der Eingang mit dem von außen erreichbaren, behindertengerechten Aufzug (in unmittelbarer Nähe zur vorhandenen Treppe 15, der fußläufigen Erschließung zum Vorplatz der Jahrhunderthalle).


    Baukonstruktion

    Das Gebäudetragwerk ist als Systembau ausgebildet. Es setzt sich aus Stahlträgern mit einem (Spannweite w=16m, Trägerhöhe h= 400 mm) und Verbunddecken aus Trapezblech zusammen. Die Stützen stehen in einem Achsabstand von 4,8 m vor den Parkflächen, so dass die
    Stellplatzbreite nicht eingeschränkt wird. So kann bei einer Geschosshöhe von nur 2,55 m eine lichte Raumhöhe von 2,10 m erzielt werden. Die Gründung ist auf Streifenfundamenten vorgesehen, welche im Bereich des
    Sicherungsstreifens für den vorhandenen Abwasserkanals durch Sonderbewehrung oberirdisch überbrückt wird, sodass der Boden in diesem Bereich keine Pressung erfährt. Aufgrund dieses hohen Vorfertigungsgrades ist insgesamt ein sehr kostengünstiges Tragwerk realisierbar.


    Material

    Der Entwurf für das Parkhaus setzt sich aus einer klaren Einfassung aus massiven Ziegelwänden und eingestellten leichten Parkebenen aus Stahlträgern zusammen.
    Die Öffnungen in der Ziegelfassade sind als frei gespanntes Metallnetz konzipiert, das in hohem Maße luft- und lichtdurchlässig ist. Durch seine leichte Struktur zeigt es ein wechselvolles, metallisch glänzendes Fassadenspiel und steht im Kontrast zu den kohlefarbenen, matten Ziegelsteinen. Die Spuren des Ortes finden sich auf diese Weise in den verwendeten Materialien wieder.


    Brandschutzkonzept

    Das neue Parkhaus ist als offene Großgarage konzipiert, d.h. die Entrauchung erfolgt durch natürliche Querlüftung. Die drei Fluchttreppenhäuser mit einer maximalen Fluchtweglänge von ca. 25 m sind durch die angegliederten Lichtschächte deutlich hervorgehoben und damit gut auffindbar.


    Lichtkonzept

    Die Grundbeleuchtung des Gebäudes wird über einfache Leuchtstoffröhren erzeugt, die an die weiß beschichteten Decken strahlen (Reflektoren). So erhalten die Parkebenen ein gleichmäßig angenehmes, indirektes Licht. Zusätzlich werden die Ein- und Ausfahrten an der Westseite durch ein unterleuchtetes Vordach hervorgehoben, ebenso wie der Eingang und das Haupttreppenhaus der Ostseite.
    Vertikale Lichtlinien in zurückhaltend warmen Weißtönen rhythmisieren die bauliche Struktur entlang des Fuß- und Radweges an der Südfassade. Diese Inszenierung, zusammen mit dem Auf und Ab der Benutzer und den unterschiedlichen Fahrzeugen, sorgt gerade zu den Veranstaltungen in den Abendstunden für Abwechslung und Bewegung.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.