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  • DE-45879 Gelsenkirchen
  • 09/2009
  • Ergebnis
  • (ID 2-16031)

Umgestaltung Heinrich-König-Platz Gelsenkirchen


  • 2. Preis

    konzept

    Landschaftsarchitekten
    Schegk Landschaftsarchitekten | Stadtplaner, Haimhausen (DE), Memmingen (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Stephan Gentz, Alexandra Haupt

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: architekturbüro ost, Memmingen (DE)

    Preisgeld
    11.000 EUR

    Erläuterungstext
    STÄDTEBAU

    Die Neuordnung der U-Bahn-Station Heinrich-König-Platz und die Anhebung der bislang tiefer gelegten Platzteile bieten die Chance, den Platz zusammen mit der umgebenden Bebauung wieder als Einheit zu erleben. Die Abfolge der Freiräume von Bahnhofstrasse über den Neumarkt bis zur Ebertstraße wird am Heinrich-König-Platz wieder geschlossen. Ungehinderte Wegebeziehungen zwischen allen Gebäuden und den angrenzenden Freiräumen lassen so wieder eine wünschenswerte Großzügigkeit entstehen.
    Dieser neuen Durchgängigkeit und Offenheit ordnet sich die Gestaltung des Platzes unter. Die irritierende Zerklüftung und Zersplitterung des Stadtgrundes weicht einer durchgehend homogenen Ebene, die den umliegenden Gebäuden, insbesondere den beiden Kirchen, wieder die ihnen gebührende Aufmerksamkeit zukommen lässt. Orientierung wird wieder leichter. Vorher am Rand der Vertiefung stehende Nutzungen wie der Cafépavillon orientieren sich nun an der neuen Platzmitte.
    Die bauliche Lücke am ehemaligen Georgshaus wird durch einen strengen Baumhain formal geschlossen und die Platzkante definiert.
    Aus den anschließenden Straßen- und Platzräumen leiten Baumreihen, ein- oder zweireihig, als formale Elemente auf den Heinrich-König-Platz hin. In beabsichtigtem Kontrast dazu verteilen sich auf dem homogenen Platz selbst Bäume und auch andere Elemente eher zufällig. Sie fügen sich damit in die Gestaltung des Stadtbodens als sternenübersätes Firmament ein.


    VERKEHR

    Fußgänger, Radfahrer und Lieferverkehr bewegen sich auf dem Platz ohne Einschränkungen. Der Stadtboden ist für entsprechende Belastungen ausgelegt. Andererseits bietet er eine komfortabel zu begehende Oberfläche, die gleichzeitig rutschfest ist. Menschen mit Gehhilfen und in Rollstühlen schätzen sie ebenso wie Kinder mit rollenden Untersätzen. Auch bei Dunkelheit ist durch die intensive Beleuchtung eine sichere Bewegung auf und über den Platz möglich.
    Die erleuchteten Dächer weisen am Abend den Weg zu den Abgängen und zum Fahrstuhl in die U-Bahn.


    GESTALTUNG

    Die Platzflächen von Henrich-König-Platz und Neumarkt werden einheitlich mit einem Terrazzo-Asphalt belegt. Durch Beimischung von reflektierenden Partikeln aus farbigem Glas und Alu sowie durch Einbau von zahlreichen Leuchten erhält er den Charakter einer ‚Milchstraße’ in dem auf den Boden projizierten Firmament. Daraus ergeben sich sowohl bei Tag wie bei Nacht vielgestaltige Lichteffekte. Die notwendigen Elemente zur Tageslichtspende für das Untergeschoss werden ebenfalls in diese Milchstraße integriert.
    Durch Zuschlagstoffe und Bearbeitung erhält die Decke einen Anthrazit-Ton, der den Boden angenehm warm macht. Die Reflektoren verhindern gleichzeitig eine zu große Erhitzung.
    Die Traufen der Gebäude und Vorzonen der Kirchen werden mit Terrazzo-Platten belegt und von der Platzfläche abgesetzt.
    Die Abgänge in die U-Bahn sowie der Aufzug werden mit runden Linsen als Stahlkonstruktion mit eingespannten bedruckten Membranen überstellt, die den Schein von Baumkronen wiedergeben. Sie fügen sich damit in die lockere Baumstellung auf dem Platz ein. Bei Nacht werden sie beleuchtet und geben Orientierung und Sicherheit.
    Unter den Bäumen im Nord-Ost-Eck des Neumarktes wird ein offener Sitzkreis angelegt, der als Aufenthalts- und Treffpunkt den Blick auf den neuen Platzraum bietet.
    Der Cafépavillon öffnet sich künftig an drei Seiten mit verglasten Türelementen zum Platz hin und erweitert seine Schankfläche in den Freiraum. Der Terrazzo-Belag des Platzes zieht sich in den Pavillon hinein und integriert diesen noch stärker in die Platzfläche.
    Der Freiraum vor dem Augustinus-Haus wird zum neuen Kunst- und Kulturhain. Die eigene Gestaltung mit Skulpturen und Bodenlabyrinth bleibt erhalten und wird durch weitere Kunstelemente noch ergänzt.. Die vorhandenen geschwungenen Stufen werden – den topographischen Gegebenheiten entsprechend – fortgesetzt. Eine Sitzkante im Norden bildet die Zäsur zum Heinrich-König-Platz

    Grün
    Mit dem neu aufgepflanzten Baumhain wird ein großzügiges grünes Dach geschaffen, das das Stadtklima in diesem Bereich verbessern hilft.
    Der Baumbestand an den Platzrändern wird weitgehend erhalten. Durch behutsames Herausnehmen einiger weniger Bäume gelingt es, Sichtachsen insbesondere auf die beiden Kirchen wieder frei zu stellen. Zum Ausgleich wird mit zusätzlichen Bäumen auf dem Platz eine neue Raumqualität geschaffen, die gleichzeitig Blick- und Wegebeziehungen offen hält. Die freie Stellung der Bäume knüpft an den Grünbestand im Westen an und lässt diesen gleichsam nach Osten über den Neumarkt hin ausgleiten.

    Licht
    Dem neuen Image Gelsenkirchens als Stadt der Tausend Sonnen folgend wird der Platz von zahlreichen Strahlern erleuchtet, die in den firmamentgleichen Stadtboden der Platzfläche und die verschiedenen Einbauten (Überdachungen, Baumscheiben, Möblierung,…) integriert sind. Die im Terrazzo eingelassenen Glas- und Alu-Späne sorgen am Tag wie auch in der Nacht für zusätzliche Leucht-, Glitzer- und Funkeleffekte.
    Die Solitärbäume und Baumgruppen auf dem Platz werden von Bodenstrahlern illuminiert und bekommen Lichtstelen als „Begleiter“. Durch spezielle Leuchtmodule kann Richtung und Größe der Lichtkegel individuell angepasst werden, so dass die gesamte Platzfläche mit ihrer besonderen Geometrie optimal ausgeleuchtet wird. Die Erleuchtung der Überdachungen über den Abgängen steigert mit ihren Effekten auf dem Platz die Anmutung dieses Stadtraumes auch bei Dunkelheit. Die Fassaden und Türme der beiden Kirchen sowie die Skulpturen und Kunstwerke werden bei Dunkelheit inszeniert.

    Wasser
    Mit einem Brunnenelement aus einer flachen, zugänglichen Wasserschale wird an zentraler Stelle des Platzes Wasser als Element zur Steigerung der Attraktivität eingesetzt. In der ruhigen Wasseroberfläche ergeben sich eindrucksvolle Spiegeleffekte der umgebenden Türme und Fassaden…


    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.