Beurteilung durch das Preisgericht
Das vorgeschlagene Nutzungskonzept ist überzeugend, insbesondere die angebotenen Wohnungstypologien bieten eine dem Ort angemessene und den sich konkretisierenden Bedürfnissen entsprechende Palette mit großer Variabilität.
Der Entwurf schlägt eine räumlich gut proportionierte Struktur vor. Langfristig bleibt eine Erweiterung des Areals in Richtung Innenstadt als Entwicklungsoption möglich, ohne dies für eine gute stadträumlich-gestalterische Wirkung zwingend zu fordern. Die Verbindung zur Innenstadt mit den richtig angelegten Übergängen im Zusammenspiel mit den kleinen, realistisch erscheinenden Interventionen („Schauvitrine“) überzeugen.
Mittels einer baulichen Kante wird der Park räumlich gefasst und durch den vorgelagerten parkway darüber hinaus ein differenzierter Raum mit großer Aufenthaltsqualität geschaffen.
Die Gestaltung der Blüher-Park-Erweiterung stärkt die landschaftliche Qualität des Quartiers und bildet für das Hygienemuseum ein adäquat hochwertiges Umfeld. Die Sichtbeziehung aus der Herkulesallee durch den vorgeschlagenen Versatz sowie die Breite des Raumes der verlängerten Herkulesallee sind zu prüfen.
Der Bestand ordnet sich selbstverständlich in die neue bauliche Struktur ein. Das Quartier an der Zinzendorfstraße bedarf einer weiteren Qualifizierung, um nicht losgelöst als Insel zu fungieren. Die vorgeschlagene Sockelbebauung der Hochhäuser birgt das Potenzial einer Nutzungsintensivierung und einer Optimierung der städtebaulichen Integration des Bestands, bedarf jedoch des Nachweises einer Machbarkeit unter Berücksichtigung der baulichen Prämissen der Wohnhochhäuser.
Die differenzierten Bauabschnittsbildungen versprechen in ihren jeweiligen Phasen anspruchsvolle funktionale und räumliche Qualitäten, beginnend mit ersten Image-Maßnahmen (Befreiung vom derzeitigen „Rückseiten-Charakter“) bis hin zu den langfristigen Entwicklungsmöglichkeiten, die bis zur Neufassung der St. Petersburger Straße reichen. Sie wären jedoch in ihren konkreten Ausgestaltungen zu vertiefen.
Das Bewertungsgremium sieht mehrheitlich in der Arbeit Atelier Loidl / Wessendorf das größte Potenzial zum Umgang mit dem Robotronareal gleichermaßen für die nähere und ferne Zukunft und damit für eine Weiterführung und Qualifizierung in Richtung einer städtebaulichen Rahmenplanung. Zur Vermittlung des Planungsansatzes gegenüber der interessierten Öffentlichkeit ist es wichtig, im Nachgang zu dem Werkstattverfahren, das ausgewählte Konzept entsprechend zu visualisieren, um die Intention der Stadt auch allgemeinverständlich kommunizieren zu können.