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  • DE-95643 Tirschenreuth
  • 07/2009
  • Ergebnis
  • (ID 2-16290)

Gartenschau "Natur in Tirschenreuth 2013"


  • 1. Preis

    kein Bild vorhanden
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    Ingenieure / Fachplaner
    Martin Eckardt, Berlin (DE)

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: KOLB RIPKE Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin (DE)
    Landschaftsarchitekten: geskes.hack Landschaftsarchitekten GmbH, Berlin (DE)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Städtebau
    Die Arbeit besticht durch ihre durchgängige intensive und sensible Bearbeitung aller
    städtebaulich relevanten Teilbereiche. Dabei reagiert sie in jedem Fall kraftvoll und
    gleichzeitig angemessen. Das Gelände der Schelsbrauerei wird freigeräumt, so dass
    eine attraktive Sichtachse von der Altstadt Richtung Fischhof entsteht. Der damit
    formulierte „Platz am See“ wird nordseitig ergänzt durch eine wohltuend ausgewogen
    komponierte Hotelarchitektur und durch ein über die Uferkante auskragendes
    Restaurantgebäude. Holzfassaden in zeitgemäßer Formensprache drücken eine
    geglückte Hinwendung zum anschließenden Landschaftsraum aus.
    Die rückwärtige Erschließung der Bebauung an der Regensburger und Dammstraße
    ist denkbar, müsste aber genauer nachgewiesen werden.
    Die Brück zum Fischhof setzt logisch am „Platz am See“ an und führt direkt auf
    diesen zu. Eine einfachere und feingliedrigere Gestaltung wäre wünschenswert.
    Beim Fischhof wird die an die historische Insellage erinnernde Umfeldgestaltung
    positiv gesehen. Erschließung und Parkplätze in diesem Bereich sind angemessen
    berücksichtigt.

    Landschaftsarchitektur (Dauernutzungskonzept)
    Die Verfasser formulieren als Leitidee die historische Abbildung der Fischhofinsel.
    Des weiteren wird eine zentrale Achse mit Blickbezug vom Maximiliansplatz bis zum
    Platz am See geschaffen.
    Der Entwurf geht sehr sensibel auf die örtlichen Besonderheiten ein.
    Die Gestaltung wirkt spannungsreich und dabei gleichzeitig sehr selbstverständlich.
    Die Aussichtspavillons sind gut platziert, zweckorientiert und entsprechen in der
    Formensprache der neuen Architektur im Bereich des ehemaligen Schelsgeländes.
    Im Bereich der Storchenwiese werden durch die Wegeführung die ökologischen
    Belange in hohem Maß berücksichtigt. Positiv ist dabei insbesondere, dass der
    ökologisch wertvolle Bereich über die Storchenwiese hinaus nach Osten
    weitergeführt wird. Im Bereich der Waldnaab-Auen ist das vorgeschlagene
    Wegesystem hinsichtlich der naturschutzrechtlichen Belange zu überarbeiten.
    Die öffentlichen Stadtgärten zwischen Uferpromenade und Altstadtkante geben eine
    gute Antwort auf diesen besonders wichtigen Saumbereich. Sie gewährleisten
    darüber hinaus attraktive Aufenthaltsbereiche, die im Norden den weiten Blick in die
    Landschaft und auf die Fischerhofbrücke genießen lassen.
    Im Mühlbühlgelände eröffnen die Sichtzäsuren im Gehölzbestand Ausblicke auf die
    Stadt. Die sorgfältig eingefügten Pflanzflächen sind eine Bereicherung.
    Das Freibadgelände wird mit den geplanten Ergänzungen gut abgerundet. Die
    Abfolge – baumbestandener Parkplatz – Jugendspielplatz – überzeugt.
    Die Arbeit liegt im wirtschaftlichen Bereich.

    Brückenbau und Wehr
    Die neun-feldrige Balkenbrücke besteht aus einem einzelligen stählernen Hohlkasten
    mit veränderlicher Konstruktionshöhe und einer durchgehenden Fahrbahn.
    Zusammen mit den gebogenen Geländern erscheint der Querschnitt Ellipsenförmig.
    Die taillierten Pfeiler aus Stahlbeton haben elliptischen Querschnitt. Die für den Unterhalt notwendigen Korrosionsschutzarbeiten sind wegen des
    geschlossenen Stahlkastens gering.
    Wehr: Die Spundwand wird mit Granit-Mauerwerk verkleidet, der Überlauf bei
    Niedrigwasser erfolgt über einzelne auskragende Rinnen. Nur bei Hochwasser wird
    die Dammkrone in gesamter Breite überströmt.

    Ausstellungskonzept
    Thema des Entwurfs ist „Tirschenreuth – Inselstadt“. Sowohl im Dauerkonzept als
    auch vor allem im Ausstellungskonzept wird das Thema durch die Herausarbeitung
    der ehemaligen Insellage des Fischhofs gut umgesetzt.
    Sehr positiv wird die Einbeziehung der Spielflächen neben den Kleingärten und die
    Erweiterung des Freibades in das Ausstellungsgelände bewertet, da Gartenschauen
    gerade für Familien ein begehrtes Ausflugsziel sind. Die rein temporären
    Ausstellungsflächen befinden sich auf Standorten, die wenig Rückbau erfordern. Sie
    sind konzentriert, gut über das gesamte Gelände verteilt und mit dem Dauerkonzept
    kompartibel. Inhaltlich wird zwar nicht näher auf einzelne Ausstellungsthemen
    eingegangen, aber die Flächennachweise sind vollständig erbracht.
    Blumenhalle und Gastronomiezelt sind gut andienbar und als sinnvolle
    Zwischenlösung auf dem Standort der späteren Bebauung an der Regensburger Str.
    untergebracht.
    Die Zufahrts- und Zugangsmöglichkeiten für das Amtsgericht und die
    Privatgrundstücke „Am Fischhof“ liegen außerhalb des eingezäunten Bereichs und
    sind gut gelöst. Die Eingänge Fischhof und Altstadt sind richtig angeordnet, die
    Einzäunung ist logisch und wirtschaftlich.
    Die geforderten Parkplätze für das Landratsamt für die Ausstellungszeit sind nicht
    nachgewiesen.
    Ingesamt ein schlüssiges und gutes Ausstellungskonzept.


INFO-BOX

Angelegt am 31.07.2009, 15:27
Zuletzt aktualisiert 31.07.2009, 15:32
Beitrags-ID 4-30674
Seitenaufrufe 132

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