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  • 2. Preis


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    Landschaftsarchitekten
    _scapes, Berlin (DE)

    Mitarbeit
    Jorg Sieweke, Mit-Verfasser: Jonas Luther und Anne Starker, Berlin (Architektur)

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: BERNRIEDER . SIEWEKE LAGEMANN . ARCHITEKTEN . BDA, Berlin (DE)

    Erläuterungstext


    Einführung
    Die vorliegende Arbeit versteht sich neben dem Wettbewerbsauftritt als Beitrag zur landschaftsarchitektonischen und städtebaulichen Forschung.
    Insbesondere die Auflösung, der traditionell getrennten Themenbereiche Hochbau und Landschaftsarchitektur werden als gemeinsame Aufgabe aufgefasst.
    Dies gilt im Sinne, des für seine Zeit vorbildlichen, Gesamtkunstwerk des HEW Ensembles.
    Die durch die Auslobung formulierte Fragestellung wird als Aufforderung verstanden, das städtebauliche Erbe der Moderne auf seine Gültigkeit in der Zukunft zu überprüfen.
    Die City Nord hat durch ihre Lagegunst auch weiter Berechtigung als ein städtebaulicher Sonderbaustein bestehen zu bleiben. Ziel sollte es sein, eine Kontinuität als städtisches Experimentierfeld sicher zu stellen und seine Eigenständigkeit zu stärken.

    Thema
    Basierend auf einer ausführlichen Analyse der damaligen Absichten, der heutigen baulichen Situation sowie den daraus resultierenden Defiziten, wird der Ansatz einer
    Re-Interpretation des damaligen Leitbildes formuliert.
    Grundlage der Bearbeitung ist weiter die schon in der ersten Phase getroffene Aussage über verschiedene städtebauliche Leitbilder, welche in die Konzeption der City-Nord ablesbar eingeflossen sind.

    Analyse und Programm
    Die aus der Landschaftsökologie bekannte Patch-Corridor-Matrix Analyse nach T.T. Foreman wird für die strukturelle Analyse der Leitbilder eingesetzt.
    Ohne es an dieser Stelle zu vertiefen, liegt der Erkenntnisgewinn in der differenzierten Betrachtung der Relationen zwischen Patches, Korridor und Matrix.
    Eine entscheidende Bedeutung kommt diesen Grenzzonen zu.

    Die identifizierbaren Leitbilder im Einzelnen sind:

    Central Park: Dichte Anordnung von Bauwerken um einen Park, gerahmt von einer Strasse an der sich alle „Park-Adressen“ befinden.
    Zentrale Parkanlage und Zentrale Zone scheinen auf den ersten Blick vergleichbar, abweichend vom Vorbild mangelt es aber an Zirkulation und an Interaktionsräumen an den Grenzzonen zwischen Park und angrenzender Bebauung.
    Hier wird der Vorschlag der topographischen Verwebung wirksam; er bewirkt eine Umkehrung der abweisenden introvertierten Strukturen.
    Die rigide Trennung von zentraler Parkanlage und Zentraler Zone wird aufgehoben.

    Research Park: Locker in eine weitläufiger Parklandschaft verteilte Solitärbauten mit grossen Grundstücken, die über lange Zufahrten erschlossen werden.
    Der 1.Bauabschnitt läst diesen Charakter verspüren, die Baustruktur ist jedoch zu dicht, der ruhende Verkehr und die Hauptstrassen zu präsent um mit diesem Bild zu überzeugen.
    Es wird vorgeschlagen, hier den Grünflächenanteil durch Reduzierung der überdimensionierten Strassenprofile und Umwandlung von oberflächigen Parkplätzen zu konzentrierten Parkhäusern zu erhöhen. So liesse sich der Eindruck landschaftlicher Kontinuität erzielen.

    Strip: Solitäre Grossformen mit eindeutiger Adressierung zu einer Strasse.
    Hohe Identifikation durch die Lage an der Strasse.

    Die City Nord vom Überseering aus „erfahren“, vermittelt eindringlich die Idee des Strip, jedoch sind durch die Erschliessung vom New York- und Kapstadt-Ring weder die Eingänge noch die Hauptfassade zum Überseering orientiert.
    Daher wird vorgeschlagen, über die Gestaltung von Corporate-Identity-Gärten die Adressierung zum Übersee-Ring insbesondere für Wahrnehmung des Autofahrer zu gestalten.

    Zentrale Zone / ZentraleParkanlage
    Die introvertierte Struktur des Parkrandes der zentralen Zone resultiert in einer abweisenden Parkansichtsseite, die durch die unzureichenden Höhenvermittlungen noch verstärkt wird. Die abweisende Wirkung und mangelnde programmatische Verknüpfung wirken sich über die gesamte Breite der Parkanlage aus. Im Laufe der negativen Entwicklung lassen sich auch „Rückzugsgebaren“ der Baustruktur auf der westlichen Parkseite erkennen. Private Freiräume existieren hier nur vertikal zoniert als Terrassen der Ebene +1.
    Heute wirkt der zunächst zentral geplante Park als Peripherie der Mitte.
    Eine überzeugende Lösung für den untergenutzten und verwahrlosenden Park ist nur unter Einbeziehung einer strukturellen Veränderung seiner Ränder denkbar. Hier spielt wieder die Qualität der Grenzzonen eine wichtige Rolle.

    Ausdrücklich wird keine formale Annäherung zwischen zentraler Parkanlage und Stadtpark gesucht, sondern eine programmatische Annäherung angestrebt.

    Zentrale Zone westliche Parkseite
    Die bauliche Struktur an der Westseite der zentralen Parkanlage lässt einen Zugang nur an wenigen Stellen zu. Um diesen geringen Spielraum zu nutzen, werden die Kanten der baulichen Struktur gestärkt, gleichzeitig die Zugänge verbreitert und inszeniert, um eine leichte Orientierung zu ermöglichen und den Übergang der Gebiete zu gewährleisten.
    Zusätzlich werden auf Ebene 0 neue Private Gärten zwischen den Retentionsbecken und Fassaden geschaffen. Diese fungieren als Vermittler zwischen privaten Bürogebäuden und öffentlicher Parkanlage.

    Das Konzept der zentralen Zone und der zentralen Parkanlage sieht eine Neuinterpretation der, im Gesamtbild der City Nord zu findenden Idee von „Monolithen im Grünen“ vor. Die zentrale Parkanlage zieht sich in die zentralen Zone und erfährt dort eine Erweiterung ihrer Dimension zu einer monolithischen, architektonischen Landschaftsraumstruktur, welche die Großbauten der zentralen Zone nicht nur einfach umgibt, sondern in den Sockelgeschossen integriert und sich mit ihnen verwebt. Dadurch wird die zentrale Parkanlage in der zentralen Zone zu einer vielschichtigen räumlichen Struktur, die sich sowohl durch diverse Freiräume, als auch programmatische Akttraktoren wie Kultur und Entertainmentangebote, aber auch Fitness, Restauration und Shopping, auszeichnet und zum Austausch zwischen dem östlichen und westlichen Gebiet anreizt.
    In der Genealogie der Park/Gartentypologien bringt die zentrale Zone mit ihren fließenden Übergängen von Privat-, Innen- und öffentlichen „Gärten“ einen neuen Typus hervor, welcher sich durch eine topologisch, kontinuierlich programmierte Fläche auszeichnet.
    Die auf diese Weise neu entstehenden Räume der Grenzzonen können Funktionen aufnehmen die zu einer Aktaktivierung sowohl der Sockelgeschosse der zentralen Zone wie auch der zentralen Parkanlage dienen.
    Die Grenze zwischen Park und Zentraler Zone wird somit fliessend und durch seine funktionale Belebung mittels neuen Programm zu einem Bereich der in alle Richtung positive Ausstrahlung generiert.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.

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