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  • Preisgruppe Zur Überarbeitung aufgefordert


    Landschaftsarchitekten
    RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten, Bonn (DE), Hamburg (DE), Köln (DE), Mannheim (DE), Berlin (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Fabian Fieweger

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Eller + Eller Architekten, Düsseldorf (DE), Berlin (DE), Moskau (RU)

    Erläuterungstext
    Auszug aus der Entwurfserläuterung

    Leitidee
    Mit der neuen Leitidee werden insbesondere zwei Ziele erreicht, die für eine offene Universität mit internationalem Anspruch von großer Bedeutung sind:
    Zum Einen erhält der weitläufige Universitäts-Campus mit der Neuordnung des inneren Zentralbereiches endlich die notwendige Form um alle Fakultäten an einem Ort sinnvoll zusammenzuführen. Gleichzeitig wird ein neuer Impuls gesetzt, der die Attraktivität dieses Bereiches deutlich steigert. Eine gemeinsame Nutzung als Kommunikationsfläche aller Fachbereiche wird so wieder in den Vordergrund gerückt.
    Zum Anderen soll mit der Chance der Neuordnung ein neues, unverwechselbares Image für die Universität geschaffen werden, dass nicht nur für die Studierenden auf dem Campus, sondern auch für den Besucher und letztendlich im Stadtbild Bochums und darüber hinaus erlebbar und
    erkennbar wird.
    Die wesentliche Leitidee des neuen Masterplans besteht darin, alle publikumsintensiven Aufgaben in einem Zentralgebäude zu konzentrieren, das am nördlichen Ende der Zentralachse als Eingang fungiert und somit der Ruhr-Universität Bochum ein neues Gesicht verleiht.
    Während die großflächige Fassade die Lage der Universität auch für Vorbeifahrende markiert, lädt die deutlich sichtbare weitläufige Halle ein, den Ort des Wissens zu besuchen und zu erkunden. Gleichzeitig erhält die Universität einen deutlich erkennbaren Haupteingang und
    einen großzügigen, ganzjährig nutzbaren Innenraum für attraktive Hochschulaktivitäten.
    Gegenüber dem Besucher öffnet sich die offene Halle auf zwei Ebenen.
    Auf dem heutigen Vorplatzniveau schließt die neue Eingangsebene an, die den bisherigen Eindruck einer Tiefgaragenebene mit ihren dunklen TG-Abfahrten überdeckt. Auf der oberen Ebene werden die Studenten von der S-Bahnbrücke auf dem erhöhten Niveau direkt in die Halle geführt.
    Bereits in der Annäherung erlaubt die gläserne Fassade einen Einblick in das Innere der Halle mit ihren vielen Aktivitäten und Angeboten. Der weitläufige Raum ist so ausgerichtet, dass der Besucher bereits durch die Halle das Audimax als weiteres zentrales Element wahrnimmt und sich so orientieren kann.
    Die Positionierung des Zentralgebäudes im Gesamtgefüge unterstreicht die Bedeutung der hier anzusiedelnden Funktionen für den ganzen Campus. Neben den publikumsintensiven Einrichtungen der Studierenden findet man hier auch weitere Hörsäle und die Hochschulverwaltung, die alle über großzügige Treppen und Ebenen verbunden sind. Im Erdgeschoss flankieren Geschäfte und Cafes den Weg und laden den Studenten zum Verweilen ein.
    Ergänzt wird das neue Zentrum durch das südlich vorgelagerte Forum, das zwischen Zentralgebäude, Seminar- und Hörsaalgebäuden und dem neuen Audimax mit seinen zahlreichen studentischen Arbeitsplätzen alle Wege zusammenführt und die Anbindung an die Grünbereiche herstellt.

    Von hier aus werden alle Fakultäten gleichrangig erschlossen und die beiden parkähnlichen Querforen –als Ort der Entspannung und Regeneration- zusammengeführt. Die Errichtung von Wissensboulevards entlang der großzügigen Grünflächen erleichtert die Orientierung und ermöglicht kurze Wege im Tagesablauf aller Nutzer.
    Angrenzend an den Forumsplatz wird im Übergang zur westlichen Parklandschaft ein neues Seminarzentrum angeordnet, dass von allen Fakultäten sehr gut erreicht werden kann. Analog diesem wird auf der anderen Seite des Forumsplatzes das bestehende Hörsaalzentrum Ost rückgebaut und mit einer neuen Fassade versehen.
    Mit dem neuen Eingangsgebäude erhält die G-Reihe einen besseren Anschluss an den Zentralbereich. Durch die offene kommunikative Ausformulierung der Höhenversprünge werden auch die tieferliegenden Ebenen über Erlebnistreppen attraktiv angebunden. Mit der zukünftigen Umnutzung von GA zur zentralen Bibliothek wird auch dieses Gebäude auf kurzem Wege an den Forumsplatz angebunden. Zusätzlich wird der bestehende Innenhof zwischen Audimax und GA/Zentralbibliothek zu einem kontemplativen Lesehof mit eigenen umlaufenden Lesebereichen, die im Kontrast zur Weitläufigkeit des sonstigen Campusanlage stehen.
    Nicht zuletzt erfolgt mit der Verlagerung einzelner Funktionen in das Gebiet des Uni-Centers – z.B. des Musischen Zentrums in das Kirchenzentrum – eine erste Verflechtung der Universität mit dem nördlich angrenzenden Stadtteil.

    Orientierung
    Mit dem Einfügen des neuen Zentralgebäudes zwischen dem ingangsbereichs und dem heutigen zentralen Forumsplatz mit dem markanten Audimax erhält der Studierende eine klare Orientierung. Die Freilegung und Anbindung der beiden Parklandschaften an das Zentrale Forum ermöglicht eine weitere einfache und sinnfällige Anbindung. Dies wird erreicht durch den teilweisen Rückbau des HZO und des Rückbaus der das jetzige Forum flankierenden Hochwege. Das Audimax mit seiner unverwechselbaren Form wird zur Landmark in der Struktur der RUB.

    Erschliessungskonzept
    Die ursprünglich umgesetzte Trennung von Fußgänger und PKW-Verkehr wird beibehalten, aber neu interpretiert und verbessert.
    Das vorgezogene Zentralgebäude empfängt Studierende, Bedienstete und Besucher gleichermaßen und versorgt diese quasi en passant mit den benötigten Waren und Informationen. Südlich anschließend befindet sich das eigentliche Forum an dem alle Wege zusammenkommen. Die gegenüber der letzten Wettbewerbsphase vergrößerte Fläche integriert im Westen den Zugang zur M-Reihe und ermöglicht an der Ostseite den direkten Zugang zur
    geplanten I-Magistrale. Auch die beiden parkähnlichen Querforen werden von hier über breite Freitreppen erreicht. Südwestlich wird das bestehende GAFO-Gebäude zu einem repräsentativen Eingangsgebäude der neuen Universitätsbibliothek (in GA) ausgebaut.
    Im weiteren Verlauf stellt eine längere Freitreppe die fußläufige Erschliessung des südlichen Landschaftsraumes sicher. Während das Verkehrsbauwerk strukturell und funktional ertüchtigt und mit einer zusätzlichen Ost-West-Verbindung der beiden Nordstraßen versehen wird, werden oberirdisch entlang der Parkflächen vier großzügige Boulevards ausgebaut, die die unmittelbare fußläufige Erschließung im Sinne des ursprünglichen Entwurfes sicherstellen.

    Freianlagen
    Durch die Neustrukturierung der Hochbauten entstehen für den Freiraum auf der zentralen Universitätsplattform neue Qualitäten des Außenraumes.
    Beginnend mit dem Zugang zu den öffentlichen Nahverkehrsmitteln entsteht ein neuer Entreebereich der Universität. Die neue Platzfläche betont die Hinwendung der Universität zur Öffentlichkeit und bietet in dieser städtebaulichen Geste einen adäquaten Vorbereich für das neue Hochschulzentralgebäude. Der Entreebereich wird akzentuiert durch ein Wasserbecken und die Verortung von skulpturaler Kunst. Er dient als Treffpunkt, Aufenthaltsbereich, neue Adresse und Wartezone für die Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs.
    Der zentrale Platzbereich des Forums wächst in seiner Dimensionierung durch die Verlagerung des neuen Zentralgebäudes nach Norden. Hierdurch bietet sich für den zentralen Freiraum die Erfüllung zweier konkurrierender Nutzungsschwerpunkte, ein befestigter Ort für Veranstaltungen und Manifestationen sowie ein begrünter Ort mit hohen Aufenthaltsqualitäten
    an zentraler Stelle. Die befestigte Platzfläche, ausgebildet als Stufenarena wird durch die Ausklinkung des Balkons gefasst und dauerhaft durch die sich darin befindliche Cafe-Nutzung bespielt.
    Der zentrale begrünte Aufenthaltsbereich ist ein aufgelöstes „Grünes Quadrat“. Seine gestaltete, aufgebrochene Struktur spiegelt einerseits seine Funktion als semipermeabler Raum wieder und andererseits die Überlagerung der beiden zentralen Achsen des Hochschulcampus, der grünen Ost-West- und der steinernen Nord-Süd-Achse. Neben der homogenen, in Sequenzen gegliederten befestigten Fläche, werden diese beiden Platzhälften durch ein
    baumbestandenes am westlichen Rand befindliches Aufenthaltsband in Nord-Süd-Ausrichtung verbunden. Die Haupterschließungsachse verläuft zentral durch die Halle des neuen Zentralgebäudes und setzt sich über den zentralen Platzraum bis zum Audimax fort. An der östlichen Seite erstreckt sich eine Erschließungsachse, die auch eine behindertengerechte Rampe beinhaltet.
    Ziel des Entwurfes ist die Gewinnung einer neuen Mitte für die Universität.
    Das Forum ist der Verteiler für die Erschließung der angrenzenden Gebäudeeinheiten Seminarzentrum, Hörsaalzentrum, Audimax und über die Boulevards auch die vier Wissensbereiche.
    Auch hier bietet die Neuordnung der Hochbauten eine neue Qualität der sichtbaren und erlebbaren Heranführung der Parkflächen an das Forum.
    Neben der räumlich klar erlebbaren Präsenz des Querforen ist auch die funktionale Anbindung über Stufen und barrierefreie Rampen gewährleistet. Insbesondere die Stufenanlagen am Rande des Forums und seitlich der neuen Hörsäle generieren neue Aufenthaltsqualitäten für die Studierenden. Die beiden Stufenanlagen sind durch ihre Ost- bzw. West-Ausrichtung je nach
    Tageszeit besonnte helle Treffpunkte.
    Das südliche Ende der zentralen Plattform gewinnt durch den neuen Zugang eine Anbindung des südlichen Freiraumes mit Sport- und KiTa-Flächen, des Gästehauses, des Begegnungszentrums sowie des botanischen Gartens an den zentralen Campus der Universität.
    Die Neuformulierung der beiden Parkteile ist in der Hierarchie der Realisierungsschritte sicherlich nachrangiger zu betrachten als die zentrale Plattform und das Umfeld beider Hörsäle, ist aber grundsätzlich insbesondere im Ostteil erforderlich. Diese Neuformulierung baut auf den Raumqualitäten des Westteiles auf und hat neben der Begehbarkeit der Topographie besonders die Offenheit von Rasenflächen und die Reduzierung von Gehölzbeständen als Gestaltungsgrundlage.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.