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  • DE-75365 Calw
  • 05/2009
  • Ergebnis
  • (ID 2-17369)

Sanierung und Erweiterung Rathaus Calw


  • 3. Rang

    Perspektive Fruchtmarkt

    Architekten
    Christl + Bruchhäuser Freie Architekten BDA Bauassessoren, Frankfurt am Main (DE) Büroprofil

    Erläuterungstext
    Analyse

    Das Wettbewerbsgebiet zur Neuordnung des Rathauskomplexes besteht aus mehreren historischen Bausteinen, die an zentraler Stelle den Kern und das Herz der alten Stadt Calw prägen. Für die gewünschte städtebauliche Neuordnung der Kernstadt in Bereich des Rathauses sind vor allem die Flächen zwischen den Gebäudekomplexen von entscheidender Bedeutung. Diese Bereiche besitzen jedoch als Freifläche (Kindergarten) und Platzfläche (Fruchtmarkt) derzeit keine wirkliche Qualität im Stadtraum. Sie werden eher als „Restflächen“ oder als bloße Erschließungsflächen missbraucht bzw. degradiert.


    Städtebauliche Erneuerungsmaßnahmen

    1. Freistellung des Rathauskomplexes, Neudefinition des Quartiers
    Um sackgassenartigen Charakter des Fruchtmarktes und die infrastrukturelle Anbindung sowie den Charme des Quartiers umfassend zu verbessern schlagen wir als wesentliche Maßnahme die Schaffung einer neuen, fußläufigen barrierefreien Wegeerschließung hinter dem Rathauskomplex vor.
    Diese Freistellung des Rathauskomplexes durch Öffnung des Hinterhofes bietet die einmalige Chance, dem Bereich „hinter dem Rathaus“ durch eine adäquate Gestaltung einen völlig neuen Identifikationspunkt zu schaffen: Der nun vergrößerte und in seinen Proportionen stimmige Früchtemarkt wird stadträumlich als Gasse konsequent weitergeführt und ermöglicht so den Rundgang zurück zum Marktplatz.

    2. Die funktionale Aufwertung des Fruchtmarktes und der neuen Fruchtgasse
    Mit der Öffnung und Verknüpfung des Fruchtmarktes nach Westen über die neue „Fruchtgasse“ bis zur Schulgasse schlagen wir vor, dass in diesen Bereich wichtige Nutzungen neu positioniert und bestehende neu definiert werden, um dadurch das Quartier wesentlich zu stärken. Im Einzelnen soll folgendes passieren:

    • Neuer Zugang zum Kindergarten über Fruchtmarkt
    Das Hauptgebäude des historischen Kindergartens bleibt bestehen. Die Anbauten (Garage und WC- Trakt) am historischen Kindergarten werden durch einen Erweiterungsbau/Neubau Kindergarten ersetzt.

    • Anbindung Fruchtmarkt an altes Rathaus
    Das neue Bürgerbüro im EG des alten Rathauses sowie das neue Treppenhaus des Rathauses werden an den Fruchtmarkt angebunden, so dass die Erschließung des Rathauses wieder von beiden Seiten erfolgen kann.

    • Neuer Eingang Salzgasse 8 und 10 über Fruchtmarkt
    Die Gebäude Salzgasse 8 und 10 (Planen und Bauen) erhalten ebenfalls einen neuen Eingang direkt zum Fruchtmarkt,- behindertengerecht und besser (ebenerdig) an das Rathaus angebunden, so dass die Freifläche des Kindergartens vom Durchgangsbesucher entlastet ist. Eine optionale unterirdische Verbindung zum alten Rathaus wird zusätzlich angeboten. Rechts neben dem neuen Eingang entsteht hinter dem hölzernen Rundbogentor eine kleine Weinstube.

    • Neues Cafe im Haus Marktplatz 11 über Neue Gasse und Marktplatz
    Im Erdgeschossbereich des Hauses Marktplatznr.11 schlagen wir die Nutzung eines kleinen, aber hochwertigen gastronomischen Betriebes vor (z.B. Cafe- Galerie, kleine Musikevents- Jazz etc.), welches beidseitig, sowohl von der neuen Fruchtgasse aus, wie auch vom Marktplatz her zugänglich ist.

    • Marktplatz 7 und Salzgasse 4 Anbindung Stadtinformation an Fruchtmarkt
    Die in diesen beiden Gebäuden neu untergebrachte Stadtinformation ist, neben der Erschließung vom Marktplatz aus, auch über das Gebäude Salzgasse 4 vom Fruchtmarkt aus zu erreichen.

    • Arrondierung des Quartiers
    Zur Arrondierung des Quartiers schlagen wir den Neubau bzw. den Wiederaufbau des Gebäudes Salzgasse 12 vor, das z.B. als Erweiterungsmöglichkeit für weitere zukünftige Rathausfunktionen dienen könnte.

    3. Ein neues Kunstmuseum
    Dort, wo einst das Diem`sche Haus gestanden war, schlagen wir an gleicher Stelle im Stadtgrundriss und in Analogie zu seiner ursprünglichen Grundrissstruktur einen neuen unterirdischen Museumsbau für moderne oder historische Kunst vor. Quasi als räumliche Inversion (umgedrehtes Raumvolumen) in den Außenabmessungen seines historischen Vorgängers (Diem`sches Haus) wird es als Stadtbaustein neu interpretiert und als Raumvolumen unterirdisch großräumig erfassbar/ erlebbar gemacht.
    So schaffen wir eine gebaute Erinnerung an das historische Vorbild, allerdings mit neuer Kraft und eigenständiger zeitgemäßer Architektursprache.

    4. Erhalt aller historischer Bauten
    Unserer Entwurfsidee vorangestellt haben die Absicht sämtliche historische Gebäude komplett zu erhalten.
    Der alte Kindergarten wird sein ursprüngliches „Gesicht“ wieder erhalten. In dem wir ihn mit seiner schönen Fachwerk-Frontseite zur neuen Gasse hin freistellen und den Erweiterungsbau auf der östlichen Längsseite offen (Eingangshalle) „danebenstellen“ wird seine historische Fachwerkstruktur wieder sichtbar zur Geltung kommen.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.