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  • DE-72074 Tübingen
  • 01/2010
  • Ergebnis
  • (ID 2-17501)

Städtebaulicher Realisierungswettbewerb "Lustnau-Süd"


  • 2. Preis

    Wohnen am Neckar

    Architekten
    Hähnig + Gemmeke Freie Architekten BDA, Tübingen (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Anthony Carimando, Jan Gienau

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Stefan Fromm Landschaftsarchitekten, Dettenhausen (DE)

    Erläuterungstext
    Städtebau

    Das geplante städtebauliche Entwicklungskonzept ermöglicht es, auf dem ehemaligen Firmenareal der Firma Egeria den Stadtteil Lustnau stadträumlich an den Neckar heranzuführen und diesen in ein städtebauliches Gesamtkonzept neu zu integrieren.

    Ziel des Entwurfes ist es, aus der historischen Situation heraus die Identität
    des Ortes in die städtebauliche Neuordnung zu transferieren und die teilweise denkmalgeschützten Architekturbausteine in den neuen räumlichen Kontext einzubinden. Die Besonderheit des Ortes wird dadurch in einem zukünftigen Entwicklungskonzept bewahrt. Die Standortvorteile, Identität und „Landschaftsraum Neckar“ werden spürbare, erlebbare Elemente der städtebaulichen Neuordnung.

    Mittelpunkt des städtebaulichen Entwurfs ist der „Egeria-Platz“ als Schnittstelle, Gelenk zwischen bestehender Bebauung, neuen Stadtstrukturen und Vernetzung mit den angrenzenden Wohngebieten.
    Der bestehende Siedlungsbereich von Lustnau wird bis an den Platz herangeführt, Wegeverbindungen in die alte Ortsmitte, Kirche/ Friedhof, werden aufgenommen und weiterentwickelt.
    Die bestehenden Wohngebiete Herrlesberg im Norden, das Gebiet „Aeule“ und die Wohnbebauung südlich der Gartenstraße werden sinnfällig in die Konzeption stadträumlich und erschließungstechnisch eingebunden.

    Die, für eine Überbauung nicht zur Verfügung stehenden Grundstücksflächen bieten die Chance, großflächige Grün- und Freizeitflächen in direktem Wohnumfeld, und großzügige Sport- und Spielflächen direkt am Neckar für die zukünftigen und heutigen Bewohner anzubieten.
    Die neuen Quartiersstrukturen bilden klare Raumkanten zu dem zentralen Platzbereich. Die denkmalgeschützten und schützenswerten historischen Gebäude werden in die neue Stadtstruktur eingebunden. Der Hauptbau des Egerie-Firmengebäudes bildet den Mittelpunkt des neuen Platzes. Bestand und Neuplanung arrondieren sich zu einem Ganzen. Ergänzt wird diese Platzarchitektur im Westen des Platzes mit einer eingestellten Stadtloggia, als Ort der Begegnung, Kommunikation.
    Blick- und Wegebezüge von der Hangkante des Herrlesberges werden durch die neuen Quartiere hindurchgeführt, geöffnet. Der topographische Raum wird wieder erlebbar. Die „neue“ Durchlässigkeit vom Neckar bis zum Herrlesberg lassen den Stadt- und Landschaftsraum räumlich erleben. Der neue Stadtteil schafft Vernetzungen zu den geplanten Neckargärten bzw. den Neckarterrassen.
    Die Stadtquartiere gruppieren sich um grüne Innenhofsituationen und entwickeln sich im Übergang zu den bestehenden Bebauungen als 3-geschossige, am zentralen Egerie-Platz, in Anlehnung an die historische Bebauung als 3- bis 4-geschossige Bebauung. Im Übergang zu den vorhandenen Gebäuden des bestehenden Lustnauer Siedlungsraumes werden die Quartierstrukturen aufgebrochen. Einzelgebäude schaffen einen angemessenen Übergang zwischen Bestand und Neuplanung.
    Eine hohe Vielfalt an Gebäude- und Nutzungstypologien ermöglicht einen lebendigen Stadtteil für Wohnen, Wohnen und Arbeiten und Dienstleistungen.
    Über den öffentlichen Raum, die geplanten Plätze, verkehrsberuhigte Wohnstraßen, Grünflächen und Landschaftsraum vernetzen sich die einzelnen Bebauungsbereiche zu einem Gesamtgefüge. Ammerflusslauf und Neckar prägen spürbar die neuen Wohnsituationen.
    Im Bereich des „Queck-Areals“ bildet die Neubebauung das Gelenk zwischen bestehendem Wohngebiet „Aeule“ und dem Wohngebiet „Gartenstraße“. Bisher fehlende Wegeverbindungen zum Neckar werden aufgezeigt.
    Die vorgeschlagenen Bebauungsstrukturen definieren klar den öffentlichen Raum, gewährleisten aber gleichzeitig ein hohes Maß an Privatheit und persönlichem Wohnumfeld im städtischen Raum. Die entstehenden räumlichen und nutzungstechnischen Qualitäten des neuen Stadtviertels werten die angrenzenden Wohngebiete und Ortsteile auf, da durch die städtebauliche Entwicklung bisher nichtvorhandene Bezüge aufgebaut und realisiert werden können.
    Die Bedeutung der Firma Egeria für Lustnau bleibt erhalten und wird in einen neuen städtebaulichen Kontext eingebunden. Es entsteht ein unverwechselbarer, eigenständiger Stadtteil im Süden von Lustnau.

    Grün- und Freiraumkonzept

    Übergeordnete Ziele sind zum Einen die Unterstützung der städtebaulichen Einbindung des neuen Stadtteils in die bestehende Siedlungsstruktur, zum Anderen die Schaffung vielfältiger und hochwertiger Grün- und Freiräume im attraktiven Umfeld von Neckar und Ammer.

    Großer Wert wird daher auf die Schaffung eines engmaschigen Wegenetzes gelegt, das an zahlreichen Stellen an bestehende Wege angebunden ist. Insbesondere soll das Wohngebiet Herrlesberg über senkrecht und parallel zum Hang verlaufende Wege fußläufige Anbindung an den neuen Stadtteil erhalten. Von übergeordneter Bedeutung ist der durchgängige Neckarradweg am Nordufer, der im Bereich der Ammermündung mit dem Ammerradweg verknüpft wird. An mehreren Stellen wird das Neckarufer und auch das Ammerufer zugänglich gemacht und damit die hohe Lagegunst des Gebietes genutzt.

    Wichtigstes Element sind hierbei die „Neckarterrassen“, die am Übergang vom Wohnquartier im Teilbereich 1 zu Grün- und Freiraumzone am Neckarufer einen großzügigen, attraktiven Zugang zum Wasser schaffen und das gesamte Gebiet mit dem Neckar verbinden. Im kleineren Maßstab entstehen ähnliche Zugänge und Plätzchen am Wasser im Bereich der Wohnbebauung Teilbereich 1, am nördlichen Ende der Neckar-Grünzone am Übergang zum Klärwerk sowie an der Ammer beim neuen Fußgängersteg.

    Das gewünschte vielfältige Angebot an multifunktionalen Grün-, Frei- und Spielflächen wird in zwei Bereichen angeboten: zum Einen am Neckarufer zwischen Nürtinger Straße und Neckar und zum Anderen im „Spielanger“ im Queck-Areal.
    In beiden Bereichen können vielfältige Angebote zur Spiel- und Freizeitnutzung realisiert werden, wie z. B. Kinderspielbereiche, Generation-Aktivplätze, Bolzplätze, eine Skateanlage oder auch multifunktionale Spiel- und Liegewiesen. Die orthogonale, aus der städtebaulichen Grundordnung entwickelt, Struktur fördert dabei die Flexibilität und vor allem die Durchlässigkeit zum Neckar bzw. zu den angrenzenden (Wohn-)Bereichen.

    Ein großer Spielplatz auf dem städtisch geprägten zentralen Egeria-Platz bietet ein wohnungsnahes Spielangebot für kleinere Kinder und stellt eine Belebung des Stadtteilzentrums dar.

    Die eingestellte Stadtloggia schafft überdachte Spiel- und Aufenthaltsbereiche und dient damit als Gelenk zwischen Spielflächen und dem Egeriaplatz mit Café, Kindertagesstätte, umgebender Wohnbebauung bzw. Ladennutzungen.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.