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  • DE-73765 Neuhausen auf den Fildern
  • 11/2009
  • Ergebnis
  • (ID 2-17527)

Wohnen für Generationen, Neuhausen auf den Fildern


  • 2. Preis

    Lageplan

    Architekten
    Hähnig + Gemmeke Freie Architekten BDA, Tübingen (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Jan Gienau, Anthony Carimando

    Erläuterungstext
    Ziel der städtebaulichen Entwicklung im Bereich zwischen Klosterstraße und Karlstraße ist es, das neue Quartier in den Innenbereich von Neuhausen zu integrieren und stadträumlich an die Ortsmitte, das Kirchumfeld von Sankt Petrus und Paulus anzubinden und die bauliche Kante zum übergeordneten Grünraum „Sulzbachtal“ zu definieren.
    Bestehende Siedlungsstrukturen, bestehende Gebäude werden in den neuen Stadtraum eingebunden und mit dem Quartier in eine Gesamtstruktur zusammengeführt.
    Ein zentraler Platzbereich bildet die neue Mitte des „Quartiers der Generationen“. Übergeordnete Wegeverbindungen, Anbindungen werden aufgenommen und weitergeführt. Bisher fehlende Wege aus der Ortsmitte heraus in Richtung Karlstraße und entlang der Hangkante der Sulzbachaue werden aufgezeigt und bilden eine ergänzende innere Erschließungsstruktur.
    Das Haus der flexiblen Hilfen mit der bestehenden Villa Kunterbunt, das Pflegeheim und das familiengerechte Wohnen kommen an dem zentralen Platzbereich zusammen, bilden zukünftige Nachbarschaften und beleben, gliedern den öffentlichen Raum. Von Westen wird das Quartier der Generationen über die Kirchstraße, im Süden über die Karlstraße erschlossen.
    Die neue Mitte, der Platzbereich als Kommunikationsort, Mittelpunkt der angebotenen Nutzungen und Funktionen. Angrenzende bestehende, den Ort prägende Gartenstrukturen, Obstgärten und erhaltenswerte Baumstandorte werden in die städtebauliche Konzeption aufgenommen und tragen zur Identität des Ortes bei. Die Bebauung tritt von der topographisch spürbaren erlebbaren Hangkante zum Sulzbachtal zurück und erhält somit, den für Neuhausen typischen Landschaftsraum.

    An die neue Wegeverbindung von Nord nach Süd sind das bestehende Schulzentrum und der erweiterte, neue Kindergarten angebunden. Bebauungsdichte und Höhenstaffelungen der Neubauten orientieren sich an der Umgebungsbebauung und nehmen deren Geschossigkeit und Orientierungen auf.
    Die Erschließungsstraßen sind als Mischverkehrsflächen, Wohnstraßen geplant und bilden das Vorfeld, den halböffentlichen Raum für die neuen Nutzungen.
    Die Villa Kunterbunt, das Haus der flexiblen Hilfen und die geplanten Wohngruppen werden über differenziert gestaltete, erlebbare Freiräume, Plätze und Gärten zu einem Gesamtensemble zusammengefügt. Geschützte Bereiche, offene Eingangszonen, Gärten, Plätze für Feste gliedern entsprechend den Nutzungserfordernissen diesen Quartiersbereich.
    Das Pflegeheim der Samariterstiftung orientiert sich zum zentralen Platz, bekommt mit dem Platz ein öffentliches Vorfeld und schafft innerhalb des Neubaus geschützte Gartenhofsituationen. Die geplante Begegnungsstätte, über das Foyer vom Platz direkt angebunden ist im zweiten Geschoss in Aussichtslage zur Kirche Sankt Petrus und Paulus und dem angrenzenden Landschaftsraum vorgesehen. Das betreute Wohnen gliedert sich direkt im westlichen Bereich an und ist über eine geschützten Zugang an das Pflegeheim und dessen Infrastruktur und Nutzungsangeboten angebunden. Seniorenwohnungen und Pflegeheim bilden eine klare Raumkante zu der geplanten Erschließungsstraße und zum Platz. Eine begleitende Baumreihe von der Kirchstraße bis zur Mitte des Quartiers ergänzt diesen Straßenraum.
    Die Wohnbebauung mit familiengerechten Wohnhäusern wird als aufgegliederte Bebauung zum Landschaftsraum ausgebildet. Die zweigeschossigen Einzelgebäude, Doppelhäuser werden der Topographie folgend in die Hangsituation eingebunden. Die Gebäude nehmen die Körnung der angrenzenden bestehenden Bebauung auf. Landschaftsraum und private Gartenbereiche verzahnen sich entlang der topographischen Kante.
    Der erweiterte Kindergarten, der neue 3-gruppige Kindergarten wird als ebenerdiges, eingeschossiges Gebäude vorgeschlagen. Alle Gruppenbereiche, Kleingruppenräume, Mehrzweckräume, Essbereich und das Foyer haben direkte Anbindungen an den angrenzenden Grünbereich. Innen und Außen lassen sich optimal miteinander nutzen. Die Eingeschossigkeit lässt flexible Raumnutzungen, Kombinationen, Raumschaltungen zu und kann somit auf die jeweiligen Nutzungsanforderungen des Kindergartens reagieren.
    Der Kindergarten integriert sich in die vorhandene Topographie und umgebende Grünstruktur. Für die bestehende Halle ergibt sich durch den vorgeschlagenen Erweiterungsbau die Möglichkeit einer Dachterrassensituation mit Aufenthaltsqualität und Aussichtslage.
    Die interne Erschließungen des Kindergartens sind als Spielflure mit Lichtzäsuren und Sichtbezügen nach außen geplant. Die Spiel- und Freizeitflächen sind den Gruppenräumen direkt zugeordnet. Die im Süden angrenzende vorhandene Festwiese mit Grillplatz bleibt erhalten und ist grünes Bindeglied zwischen Schulzentrum und dem neuen Quartier mit angrenzendem Pflegeheim.
    Sämtliche notwendigen Stellplätze sind den jeweiligen Nutzungen direkt zugeordnet und oberirdisch geplant, so dass auf Tiefgaragen im Quartier verzichtet werden kann. Im zentralen Platzbereich werden öffentliche Stellplätze angeboten.
    Mit der neuen Mitte entsteht für das Quartier der Generationen eine eigene Identität ein Mittelpunkt im Kontext der Innenentwicklung von Neuhausen.

    Durch das Abrücken von der Hangkante bleibt der Talraum des Sulzbachs spürbar erhalten, die bestehenden Gehölzpflanzungen und prägenden Baumsolitäre können ebenfalls geschützt erhalten bleiben. Die, den Ort prägenden Obst- und Bauerngärten werden in das städtebauliche Gesamtkonzept eingebunden.
    Die nach Süden bzw. Westen ausgerichteten Gebäude ermöglichen die Nutzung von Solarthermie bzw. werden als begrünte Dächer ausgebildet. Das anfallende Niederschlagswasser wird über Zisternen, Rasenmulden und offene Rigolen de geplanten, im Grünraum integrierten Verdunstungs- und Versickerungszonen zugeführt und dem Sulzbach zugeleitet. Die vorgeschlagenen Dachbegrünungen speichern und verzögern den Regenwasserabfluss.
    Für das neue Quartier wird eine zentrale Heizversorgung vorgeschlagen. Eine zentrale Pelletheizung mit Solarthermieunterstützung kann für die Nahversorgung angeboten werden. Die Ausrichtung der Bebauung unterstützt die Solarthermienutzung.
    Die gewählte Erschließungsstruktur ermöglicht unabhängig voneinander realisierbare Bauabschnitte auf real teilbaren Grundstücksparzellen.
    Mit der städtebaulichen Weiterentwicklung des Innenbereichs von Neuhausen durch das neue „Quartier der Generationen“ wird der Siedlungsraum nach Süden und zum Sulzbachtal arrondiert und bis zur Karlstraße in die Ortsmitte eingebunden.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.

INFO-BOX

Angelegt am 25.11.2009, 17:11
Zuletzt aktualisiert 04.04.2012, 11:09
Beitrags-ID 4-31994
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