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  • DE Wennigsen
  • 05/2009
  • Ergebnis
  • (ID 2-17790)

Wohnen im Klostergrund


  • Anerkennung

    gemeinschaftsgarten

    Stadtplaner
    Kellner Schleich Wunderling, hannover (DE) Büroprofil

    Erläuterungstext
    "die landschaft muss das gesetz werden"

    "so schwierig die situation von baukunst bei all dem konsumistischen, medialen, automobilen überhang sich darstellt, sie muß der optischen kakophonie von werbung, verkehr und städtebaulichen wirren widerstehen.
    sie kann zonen der klarheit hervorbringen und urbane vernetzungen unterstreichen. sie plaziert ihre angebote, die spannungsvolle erfahrung des raumes, die abwehr einer überschwappenden bilderflut, die setzung poetischer nester im dickicht der stadt, die erinnerung an geschichte zwischen öffentlichem anspruch und individueller botschaft."

    i d e e

    die kostbare naturräumliche ressource im verlauf des wennigser mühlbaches wird im bereich des klostergrundes landschaftlich neu definiert und baulich pointiert besetzt. die angestrebte baulich räumliche entwicklung zitiert maßstabsverwandt die originäre siedlungsstruktur der klosteranlage, würdigt signifikant die hierarchische silhouette der gemeinde wennigsen in anlehnung an den historischen siedlungsansatz, formuliert einen einprägsamen neuen gemeinde-baustein und stiftet einen großzügigen, gleichsam parkähnlichen, linearen innerörtlichen landschaftsraum mit weitblick in die ausgedehnte landschaft des calenberger landes und zum deister.
    pars pro toto seien genannt, die gewässerangebote : neuer wennigser mühlgraben, klosterweiher, klostergraben. diese werden begleitet von der neuen klosterwiese im klostergrund , den plätzen : atrium, patios, höfe und dem point de vue der klosterwiese (quartiersplatz), mit dem plätzchen im osten verknüpft durch die wege und pfade im landschaftsraum. einhergehend damit wird ein beleuchtungskonzept pointiert auf diese neue verbindungen sparsam und signifikant eingestimmt.
    so macht der unverwechselbare, erinnerbare charakter der neuen jetzt hinzuzufügenden architektonischen angebote aus gebäudesignaturen und landschaftsgestaltung des klostergrundes, begonnen mit dem denkmalgeschützten altbaubestand, ergänzt durch die identitätsstiftenden neubau-ensembles, eine notwendige authentische gestaltung im kontext nachvollziehbar und entschieden zu begründen.
    alle noch folgenden maßnahmen der gestaltung am ort sollten sich zug um zug in einem "kanon hochwertiger materialgüte und materialfügung" messen und wiederfinden lassen im zusammenspiel mit den ortstypischen hochwertigen materialien wennigsens.

    v e r k e h r

    es sind die möglichkeiten des städtebaulichen gestaltens, die einen durchgangsverkehr nicht ausschließen, sondern durch die materialisierung, durch einengungen, visierbrüche und inszenierte einblicke in seitenräume des landschaftsraumes abbremsen und dämpfen, somit also den aufenthalt im klostergrund trotz eines verkehrsaufkommens für alle verkehrsteilnehmer, ob besucher oder bewohner, attraktiv werden lassen.
    ein funktionsfähiger neuer gemeinde-baustein im klostergrund, für einen lebendiges und identitätsstiftendens gemeindeleben unabdingbare voraussetzung, ist nicht nur auf den ansässigen, sondern auch auf den "durch"-fahrenden, radelnden, laufenden/wandernden und rastenden besucher angewiesen. beides muß sich gegenseitig nicht ausschließen, sondern vermag sich verträglich für alle zu entwickeln, insbesondere vor dem hintergrund der besonders reizvollen entwicklungschancen die sich beginnend mit den überlegungen zur gartenregion 2009 abbilden lassen - nicht nur im verlauf des wennigser mühlgrabens.

    r e s u m é e

    die adresse ist gegeben, für den einprägsamen charakter und die unverwechselbarkeit eine tragfähige raumstruktur entwickelt, für aneignung und individualität raum und freiheit gelassen. alle weiteren notwendigen nachweise der architektonischen gestaltung bleiben einem anderen maßstab - der nächsten stufe - vorbehalten. dabei gilt:
    "wer immer in allen jahrhunderten nur ein notwendiges plante, hat auch das notwendigste nicht erreicht. die menschheit bedurfte des emotionalen bezuges zu ihren wohnstätten, sie forderte die ästhetische überhöhung, eine kultur der gestaltung, die dem alltag mehr als allein glanz verleiht." wolfgang braunfels

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.