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  • Zuschlag Ausgewählter Entwurf


    Projekt
    Smart ist grün

    Architekten
    zillerplus Architekten und Stadtplaner, München (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Michael Ziller

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Burger Landschaftsarchitekten Susanne Burger und Peter Kühn Partnerschaft, München (DE)
    TGA-Fachplaner: Ingenieurbüro Hausladen GmbH, Kirchheim (DE), München (DE)

    Erläuterungstext
    Smart Skin und Smart Living
    Physiologie und Physiognomie der Architektur_ Verhüllen und Speichern mit Smart Materials
    Auch wenn die Moderne in vielen Gesichtspunkten überholt schient, eines kann man von ihr Lernen: konsequentes Trennen von Tragwerk, Hülle und Ausbau. So ergibt sich eine Typologie die Wandelbar ist: Art und Form der Nutzung passt sich sowohl dem Menschen als auch der entwickelnden Bautechnik an: die Typologie der Architektur kann sich mit Ihrer Physis zeigen.

    Image
    Die Chance der IBA 2013 liegt darin ein neues Image für ökologisches Bauen zu kreieren und zu zeigen, das durch Veränderung der Perspektiven herausragendes Design und zeitgemäße Wohnkonzepte möglich sind. Ökologie bekommt somit die Chance zum Statussymbol zu werden.

    Henri Lefèbre führt 1991 in seiner Schrift „The Production of Space“ aus, das jede Gesellschaft Ihren eigenen Raum produziert, gleichzeitig auch der Raum die gesellschaftlichen Verhältnisse produziere. Gesellschaftliche Veränderung könne nur dann passieren - jede Revolution nur erfolgreich sein - wenn dabei ein veränderter Raum entstehe:
    Lineare Gedankengänge werden derzeit durch das Denken in komplexen Strukturen verdrängt, Netzwerke lösen Hierarchien ab, die Zeit der Arbeit, des Wohnens und der Freizeit verschieben sich und vernetzen sich immer mehr. Somit wird die Qualität und Anpassbarkeit der Wohnung und des Umfelds immer wichtiger.


    Smart Living

    Raumplan und freier Grundriss
    Inspiriert vom Loos´schen Raumplan verfügen die Wohnungen über veschiedene Deckenhöhen – der Wohnbereich ist großzügiger bemessen. Kombiniert mit einer freien Grundrisszuordnung der Moderne erhalten die Wohnungen eine eigene und besondere Qualität.

    Privatisierte Freiflächen sind direkt den Wohnungen zugeordnet und auf den jeweiligen "Geschoßplattformen" organisiert: Die vegetabilen Fassadenelemente, die mit geringem Aufwand automatisiert bewässert werden, schaffen hier einen hohen Privatisierungsgrad, der auch durch Bewohnereingriffe - Transparenz durch Eingriffe in das Blattwerk - justierbar ist. Nach Jahreszeit differenziert, unterstützen diese "grünen" Elemente wesentlich die Klimatisierung des Gebäudes: Smart ist Grün. Diese Intervention ermöglicht es die CO2-Bilanz des Bauwerkes auch an der Fassade positiv zu beeinflussen und es entstehen dadurch Gärten auf jeder Etage. Das Gebäude wird somit Teil der IGS_HAMBURG 2013

    Der Ort
    Wer möchte nicht einen Landschaftspark südlich seiner Wohnung haben? Und gleichzeitig an der S-Bahn nur 3 Stationen vom Hauptbahnhof entfernt leben!
    An dieser Stelle ist folgerichtig eine Verdichtung sowie die Ausblendung der Emissionen der nördlichen Strasse notwendig. So ist das Haus nach Norden introvertiert und nach Süden, Osten und Westen extrovertiert gestaltet.

    Die Dachterrassen stellen gemeinschaftlich nutzbaren Freiraum - die Allmende – mit befestigen- und Vegetationsflächen zur Verfügung.
    Aktuell möglich wird der Einsatz von Solarzellen als Bodenbelag: die befestigten Flächen erfahren eine wesentliche Aufwertung in der Funktion und dienen auch dem Energiemanagment des Bauwerkes. Die Dachebene nimmt auch die Spielflächen auf.

    Auf dem Freiraum der Bodenebene wird der Bewegungsraum der Flußgänger vom motorisierten Verkehr differenziert und folgt in seiner räumlichen Disposition und den Baumstellungen dem übergeordneten Strukturkonzept der öffentlichen Freiräume der IGA. Auf privatisierte Freiflächen wird auf der EG-Ebene verzichtet. Vielmehr kommuniziert der gesamte Freiraum mit den öffentlichen Grünräumen. Die Stellplätze werden in die Baumkörper integriert.


    Smart Skin

    Renaissance des Textils
    Die Hülle der Gebäude hatte lange Zeit vor allem den Schutz vor Nässe, Kälte und Hitze sowie einen sozialen Zweck der Repräsentation zu erfüllen. Hinzu kommt in der Dichte der Stadt die Möglichkeit des Öffens und Schliessens gegenüber der Umgebung.
    Intelligente Fassaden können gleichzeitig vor Sonne schützen oder Sonne hineinlassen und die Energie dieser Speichern. Wir haben uns für die Renaissance des Textils entschieden, das dies Material der Funktion des Wohnens am nähesten ist: der Vorhang wird von seinem spiessigen Character befreit.

    Speicherhaus
    Energiekonzept und lokale Anpassungsstrategien
    Energie gibt es genug in unserer Umwelt. Warum nicht ein Gebäude bauen, das diese Energie erntet und bevorratet? Konsumieren Sie noch oder ernten Sie schon?
    „Smart Materials" regen uns an über dieses Thema auf wissenschaftliche Art und Weise nachzudenken: Eine andere Sichtweise im Umgang mit Energie führt zu neuen Lösungen im Wohnen.
    Das „Speicherhaus" erntet über seine Außenflächen elektrische und thermische Energie. Somit kann ein hoher Anteil von Außenflächen von Vorteil sein. Die heutigen Möglichkeiten einer guten Dämmung unterstützt dies, so das die Gebäude städtebaulich und außenräumlich neue Möglichkeiten bieten, was schlussendlich zur Steigerung der Lebensqualität beiträgt:
    Sobald es günstiger wird, über alternative Energiequellen (alternativ zu den von den zentralen Marktführern bereitgestellten) zu produzieren, erhalten wir architektonische und raumplanerische Freiheiten.
    Energie wird geerntet und die überflüssige elektrische Energie über das bestehende Netz eingespeist und gesteuern, wohingegen die thermische Energie vor Ort intelligent gespeichert wird. Hier setzten wir an und bilden im Inneren des Gebäudes Speicher, die räumlich wirksam die Wohnung einerseits strukturieren andererseits für ein behagliches Wohnklima sorgen. Hierzu werden Oberflächentemperaturen nahe der Raumtemperatur zum Heizen und Kühlen Großflächig angewandt. Das Haus entwickelt sich so von Innen nach Außen und nimmt den Menschen als Vorbild und Maßstab.
    Die sich daraus ergebenden fließenden, offenen und anpassbaren Raumfolgen sind keine reine Wohnform für die Elite sondern auch im geförderten Mietwohnungsbau möglich. Die Wahrnehmung aller gesellschaftlichen Schichten muss durch die Qualität der individuellen Wohnungen vollzogen werden: eine Transformation der traditionelle Enge und Abgeschlossenheit des sozialen Wohnungsbaus ist möglich!

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.

INFO-BOX

Angelegt am 23.04.2010, 14:21
Zuletzt aktualisiert 06.06.2012, 08:55
Beitrags-ID 4-32494
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