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  • Zuschlag Ausgewählter Entwurf


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    Projekt
    Wassertürme und Reetfassaden

    Architekten
    ARCHITEKTUR MARTIN HECHT, Hamburg (DE)

    Erläuterungstext
    Investor: imetas property services GmbH Hamburg mit
    ARCHITEKTUR MARTIN HECHT / Hamburg

    Water Houses - iba

    Architektur Martin Hecht entwirft für das Wassergrundstück am Haupteingang der internationalen gartenschau hamburg 2013 ein Ensemble aus fünf Doppelhäusern und zwei 7-geschossigen „Wassertürmen“ mit Appartements. Inspiriert von Seerosen, die anmutig auf der Wasseroberfläche schwimmen, wurde dieser Gedanke im Entwurfsprozess abstrahiert und über die Besonderheit der ausgewählten naturbezogenen Materialien und Formen interpretiert.

    Die geschwungenen Fassaden und unregelmäßige Ausrichtung der Gebäude im Wasserbecken betonen das Objekthafte der Einzelbauten, die jeweils über Stege erschlossen werden. Auch wenn beide Haustypen eine ähnliche Grundgeometrie besitzen, können deren Anmutungen unterschiedlicher nicht sein. Für die Fassaden der Doppelhäuser schlagen die Architekten das im norddeutschen Raum traditionell verwendete Material Reet (Schilfrohr) vor. Neu ist hierbei die Anwendung dieses für Dacheindeckungen bekannten Baustoffes in der Fassade. Einen zusätzlichen Verfremdungseffekt gewinnt das Material durch die unregelmäßigen Fenstereinschnitte in der Fassade, wodurch der nachhaltige und wärmedämmende Baustoff eine zeitgemäße Aktualisierung erfährt. Die zwei Wassertürme erhalten eine Vorhangfassade aus gewölbten Corian-Platten, einem Mineralwerkstoff, der aus Aluminiumtrihydroxid hergestellt wird. Die runden Bauformen bringen die Verarbeitungsmöglichkeiten der Fassadenmaterialien Corian und Reet auf eine sehr reduzierte Art und Weise zum Geltung. So entsteht eine richtungsweisende Architektur, die durch ihre Innovation ein hohes Maß an Prägnanz und Individualität erreicht.

    Bei der Wahl der Baumaterialien stehen vor allem die Langlebigkeit und Nachhaltigkeit im Vordergrund. Der Rohbau der Doppelhäuser wird vollständig aus Massivholzplatten hergestellt. Der Rohbau der Türme wird aus einer Mischkonstruktion erstellt. Holz und Reet sind CO2 neutral.

    Corian ist extrem robust, witterungs- und farbbeständig, das Reet hat durch den senkrechten Einbau bei regelmäßiger Wartung eine Lebenserwartung von ca. 80 Jahren; es nimmt keine Feuchtigkeit auf und verrottet daher nicht. Besonderes Augenmerk gilt dem Brandschutz, die gewählte Massivholzkonstruktion hat neben den bauphysikalischen Vorteilen eine hohe Brandbeständigkeit. Ebenso wirkt das eingesetzte Reet aufgrund des Gehalts an Kieselsäure und der innovativen Verarbeitung an der Fassade brandhemmend.

    Die Häuser sind als Passivhäuser geplant. Eine Erwärmung des Brauchwassers erfolgt über den im Zuge der iba eingerichteten Wilhelmsburger Wärmeverbund, der aus erneuerbaren Energien gespeist wird. Ein Wärmetauscher in der mechanischen Be- und Entlüftung sorgt für eine effiziente Wärmerückgewinnung. Das Wasser des Regenrückhaltebeckens wird für die Grauwassernutzung eingesetzt.

    Die Reethäuser und die Wassertürme stehen für eine verantwortungsbewusste Architektur. Sie vereinen die Aspekte Innovation, Nachhaltigkeit, Funktionalität und Ästhetik gleichermaßen.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.

INFO-BOX

Angelegt am 23.04.2010, 12:23
Zuletzt aktualisiert 06.06.2012, 08:59
Beitrags-ID 4-32514
Seitenaufrufe 534

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