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  • DE-77716 Fischerbach
  • 10/2009
  • Ergebnis
  • (ID 2-18912)

Ortsmitte Fischerbach


  • 1. Preis

    Lageplan

    Architekten
    Freie Planungsgruppe 7, Stuttgart (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Landschaftsarchitekt Wolfgang Blank, Stuttgart (DE)

    Erläuterungstext
    1. Städtebau und Freiräume

    Das Rathaus und die Dorfkirche bilden die Orientierungspunkte der Ortsmitte von Fischerbach. Zent-rales Ordnungselement ist die Hauptstraße, die beginnend von der Kapelle in Richtung Rathaus mit dem Schulkomplex als markanter Dorfanger aufgeweitet wird und seinen räumlichen Schwerpunkt am Terrassen- und Aussichtsplatz am Rathaus findet. Dieses Plateau ist ebenerdig und räumlich durch das Lichtdach mit dem Schulhof verbunden. Dieses Dach wirkt als Landschaftsrahmen und eröffnet vielfältige Nutzungsmöglichkeiten für den öffentlichen Raum. Der Terrassenplatz kann verkehrsunabhängig vielfältig genutzt werden, der gesamte Angerbereich ist für große Gemeindefeste vorgesehen. Dazu kann der Abschnitt zwischen Kapelle und Rathaus mittels Verkehrsumleitung temporär gesperrt werden. Der Anger in seiner gesamten Ausdehnung nach Westen kann entsprechend der Verfügbarkeit des Bereiches Ortsmitte II abschnittsweise hergestellt werden.
    Die heute abweisende Zufahrt von der östlichen Hauptstraße und vom Kirchweg wird durch das Aufbrechen der Stützmauern und durch Freitreppen einladend gestaltet, die kleine "historische" Grünanlage öffnet sich nun zum Rathaus. Damit entsteht vor dem Haupteingang des Rathauses ein großzügiger Vorbereich.

    Unterhalb des Terrassenplatzes sind 2 Parkplatzebenen mit bequemer und übersichtlicher Zufahrt angeordnet, die wenig störend in Erscheinung treten. Hier können 40 Stellplätze nachgewiesen werden, die auch bei einem größeren Gemeindefest genutzt werden können.
    Die Feuerwehr, der Bauhof und der Hackschnitzelbunker sind baulich in die Topografie eingefügt und funktional und wirtschaftlich in einem Hanggeschoss untergebracht. Die begrünte Dachebene wird als Freiraum für die Schule genutzt. Der Schulhof erhält einen östlichen Raumabschluss durch ein mögliches Schulerweiterungsgebäude.

    Das Gebiet Ortsmitte II wird nur partiell mit Wohnnutzung bebaut und somit bleibt der wichtige Landschaftsbezug durch Freistellung der kleinen Kapelle erhalten bzw. wir herausgearbeitet. Der Obstbauernhof kann einen Großteil seiner Anbaufläche beibehalten. Die Lücke zwischen dem Gebäude Hauptstraße 24 und 28 wird ebenfalls aus landschaftlichen Gründen nur mit einer kleinen Gebäude-gruppe geschlossen. Somit entstehen, gleichermaßen auch im Gebiet Bergstraße II attraktive Wohn-situationen mit großzügigen Wohngrundstücken und Landschaftsbezügen.

    Über 2 Treppenstaffeln wird der Kirchberg mit den Bereichen Schlossberg 1 und 2 in einen markanten und erlebbaren Raumbezug zum sich nach Osten öffnenden Dorfanger zum Rathaus hin gesetzt. Die linearen Treppenstaffeln erschließen plausibel die Schlossbergterrassen bis in den obersten Vorbereich der Dorfkirche. Die exponierte topografische Lage wird hervorgehoben. Die beiden Terrassenebenen bilden besondere Aussichts- und somit attraktive Nutzungsbereiche im Vorfeld der Kirche. Eine wirtschaftliche Amortisation ist durch das 2-geschossige Aussichtscafé / Restaurant mit den integ-rierten Gewölbekellern möglich. Das Gasthaus Sonne wird durch ein Wohngebäude mit vorgelagertem öffentlichem Parkplatz ersetzt. Die erforderlichen Parkplätze im Umgriff der Kirche sind aufgrund der Topografie dezentral angeordnet.

    Der Bereich "Wäldchen" wird fast vollständig gerodet, die stabile Geologie des Schwarzwaldes wird in eine für Ortslagen typische Matten-/Felsstruktur umgestaltet. Die Wiese im Zuge des Eschbachs wird als öffentlicher Freizeitbereich in Verbindung mit dem landschaftlich frei geführten Eschbach genutzt, der Schuppen dient als Grill und Backhäuschen. Im verbleibenden Baumbestand wird als Freizeitattraktion ein Baumseilgarten angelegt, der sich bis in die Höhe des Aussichtscafés entwickeln kann.
    Die westliche Dorfeinfahrt wird im Zuge des freigelegten Eschbachkanals mit einem Wasserbassin und einem großen Solitärbaum gestaltet, der kleine Platzraum bildet einen Treffpunkt und ist der Auftakt über den Schlossrainweg zu den Aussichtsterrassen mit dem Café.


    2. Gebäudeplanung

    2.1 Rathaus
    Das Rathaus wird nach den Zielsetzungen der Ausschreibung umgebaut, der Aufzug erschließt das gesamte Gebäude in allen Ebenen barrierefrei. Der Serviceeingang in das Rathaus wird barrierefrei auf der Schulhofebene erschlossen.
    Im Erdgeschoss wird der Haupteingang von der Hauptstraße inszeniert. Im Eingangsbereich werden die Besucher in einer großzügigen und übersichtlichen Halle empfangen. Das Bürgerbüro ist mit einem Wartebereich direkt am Eingang zugeordnet.
    Der neue Sitzungssaal kann großzügig im Dachbereich mit zuschaltbarem Foyer ausgebaut werden.


    2.2 Feuerwehr / Bauhof
    Die Programmnutzungen können im Hanggeschoss unterhalb der Schule wirtschaftlich untergebracht werden, die Anordnung der Übungs-, Hof- und Lagerflächen sind landschaftlich wenig störend situiert. Die heute enge Zufahrtssituation zwischen den Gebäuden Hauptstraße 44 und 46 wird durch eine Stützmauer bereinigt.
    Für die Hackschnitzelheizanlage (Umrüstung im Schulgebäude) wird ein von oben befüllbarer unterirdischer Bunker unter dem unteren Parkdeck angelegt.


    2.3 Betreutes Wohnen
    Hier ist ein Vorschlag auf dem ehemaligen Grundstück der Feuerwehr dargestellt, der über eine zentrale Erschließungszone sowohl den notwendigen straßenseitigen Kontakt der Bewohner herstellt, als auch im oberen Bereich die Aussichtslage nutzt. Im Erdgeschoss zur Hauptstraße werden Gemeinschafts- und Serviceräume zugeordnet. Insgesamt können in zentraler Lage ca. 6 bis 8 betreute Wohneinheiten hergestellt werden.


    3. Freianlagen

    Straßenraumgestaltung, Materialien, Ausstattung

    Die Hauptstraße wird mit einheitlichen Gestaltungsprinzipien und Oberflächenmaterialien barrierefrei umgestaltet. Platzbereiche und wichtige Querungen werden aufgepflastert. Die befahrbaren Flächen werden auf die notwendige Breite reduziert. Die Bushaltestellen werden als Bus-Kap im zentralen Angerbereich angeordnet.
    Die Hauptstraße erhält eine Fahrzone mit aufgehelltem Asphaltbelag und symmetrischen oder asym-metrischen Entwässerungsmuldenrinnen aus Naturstein. Die Fußgängerbereiche werden flächig mit einheitlichen Betonwerksteinen mit Natursteinvorsatz in mittelgroßen Formate gestaltet. Ebene Platzbereiche, z.B. der Terrassenplatz erhalten größere Formate mit der gleichen gestalterischen Anmu-tung der Pflasterflächen.
    Die Schlossbergterrassen werden z.T. mit wassergebundenen Flächen hergestellt, die Treppenanlagen erhalten massive Granitstufen. Die Stellplätze auf den Parkierungsterrassen am Rathaus und am Kirchberg werden mit Rasenfugensteinen ausgeführt.

    Die Beleuchtung von Straßen, Wegen und Plätzen erfolgt durch zeitgemäß gestaltete Mastleuchten, die mit energiesparendem Leuchtmittel ausgestattet sind. Einzelne Gebäude oder Bauteile (Dorfkirche, Kapelle, Rahmendach) werden durch inszeniertes Licht hervorgehoben.
    Unter dem verbindenden Dach am Terrassenplatz sind die erforderlichen Info- und Serviceeinrichtungen der Kommune untergebracht, das Dach kann aber auch als überdachter Bühnenbereich genutzt werden.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.