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  • 1. Preis Nach Überarbeitung


    Landschaftsarchitekten
    RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten, Bonn (DE), Hamburg (DE), Köln (DE), Mannheim (DE), Berlin (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: delia bassin architektin bda, Dresden (DE)
    Architekten: hoyer.ille architekten, Dresden (DE), Senftenberg (DE)
      PSM Planungsgesellschaft für Gebäudetechnik mbH, Dresden (DE)

    Erläuterungstext
    Städtebauliche Einordnung
    Die städtebauliche Idee basiert auf dem achtungsvollem Umgang mit dem Ort und seiner kulturlandschaftlichen und gartengeschichtlichen Bedeutung. Der historische Park wird durch Erhalt und behutsame zeitgemäße Ergänzung der vorhandenen Fragmente erlebbar.
    Diesem Gedanken folgend werden für Schulgebäude und notwendige Freiflächen überwiegend bereits befestigte Flächen genutzt.
    Der villenartigen Bebauung Radebeuls entspricht die Auflösung des Schulbaukörpers in zwei wesentliche Volumina, dem zweigeschossigen Schulbereich und dem eingeschossigen Hort, die auf einer verbindenden eingeschossigen Basis ruhen. Der Weinberg und die Parkanlage mit der Wach`schen Villa sind vom Straßenraum aus über das Schulgebäude hinweg immer
    wahrnehmbar.
    Das erhaltene Gärtnerhaus markiert, gemeinsam mit der neu entstehenden Rampen- und Treppenanlage den Zugang zur Schule am historischen Ort. Hier eröffnet sich ein erstes Mal der Blick auf die Wach`sche Villa und die wiederhergestellten Sichtachse.

    Park
    Die Konzentration der Schulfunktionen auf bereits befestigte Flächen bietet die Möglichkeit der Aufwertung und Neuinterpretation des jetzt bewaldeten ehemaligen Parkareals. Die Idee des neuen Parks als öffentlicher Freiraum schließt sowohl die Neubewertung der historischen Parkanlage als auch die Integration von Funktionsflächen aus der Schulnutzung ein. In diesem Kontext wird die historische Parkanlage wieder freigelegt und entsprechend seiner historischen Intension neu interpretiert. Dieser neue Nutzungsschwerpunkt am Fuße von Weinberg und Park wird sowohl über die historische Sichtachse als auch über neue Wegebeziehungen mit der rudimentär vorhandenen historischen Parkanlage verknüpft.
    Rampen, Treppen und Terrassierungen, als frei gesetzte Trittsteine, umspielen die Blickachse, und laden zum Entdecken der neuen Aktivitätsbereiche entlang der Blickachse ein. Der vorhandene Wildwuchs-Baumbestand wird zurückgenommen und die vorhandenen Großgehölze freigestellt bzw. mit Neupflanzungen ergänzt. Vorhandene Terrassenanlagen und Parkwege werden als Plattenbelag, wassergebundenen Wegedecke und bestreute Asphaltflächen wieder hergestellt.

    Schulgrundstück / Freianlagen
    Der im Süden vorgelagerte Pausenhof bildet, ähnlich wie die Terrasse der Wach`schen Villa, das eigentliche Entree der Schule. Der Aufgang zum Pausenhof liegt, wie der historische Zugang zum Park auch, in der Sichtachse der Villa und bildet im Zusammenspiel mit der Gebäudekubatur den zeitgenössischen Auftakt zum Park. Das östliche erhaltene Gärtnerhaus markiert diesen Ort. Sein neues Pendant erhält es mit der großzügigen eingezogenen Aufgangssituation.
    Der öffentliche Straßenraum weitet sich vor dem Schulgelände auf, hier wird ein angemessener Erschließungsraum geschaffen, der sowohl die Haltestelle des Schulbusses als auch Kurzzeitparkplätze für Eltern aufnimmt.
    Ebenerdig und fußläufig ist das Schulgelände außerdem über das Tor am Jugendclub und am Schulgebäude zu erschließen. Die Stellplätze der Lehrer sind jeweils an der östlichen und der westlichen Grundstücksgrenze angeordnet.
    Während die Komposition aus neuen und historischen Mauerabschnitten, Rampen und Treppen vor dem Schulgebäude zum Betreten des Schulplateaus einlädt, besitzt die sich östlich anschließende Einfriedung unmittelbar an der Grundstücksgrenze deutlich abgrenzenden Charakter.
    Teil dieser Einfriedung ist das Gebäude des Jugendklubs, welches über das Schulgrundstück oder den östliche vorgelagerten Parkplatz erschlossen werden kann. Die Lage der Eingänge in das Gebäude entspricht der volumetrischen Ausbildung der Baukörper. Hort- und Schulteil besitzen jeweils eigene Zugänge, daraus entstehen sowohl organisatorische als auch energetische Vorteile.
    Das Erscheinungsbild des Schulgeländes ist geprägt von einem bemerkenswerten Baumbestand. Das Bild der Schule im Park wird durch gezielte Ergänzungen des Baumbestandes im Bereich der Fahrradstellplätze und der Sportflächen vervollständigt.
    Zwei offene einläufige Treppen führen unmittelbar vom Schulhof auf den Lesegarten und verbinden damit den südlichen Schulhof mit dem Spielplatz im Park auf unmittelbare Weise. Das südlich vorgelagerte Schulplateau weist verschiedene Zonierungen aus.Im Schatten der östlichen Gruppe von Bestandsbäumen entsteht zwischen historischem Torhaus und Hortgebäude ein ruhiger Aufenthaltsbereich, geeignet zum Verspern im Freien.
    Der westliche Teil ist deutlich Eingangsbereich. Aufgang, Zugang und Fahrradstellplätze liegen in klarem funktionalen Bezug zueinander. Der Pausenhof ist in diesem Bereich ein eher harter Platz. Diese Zone wird nach Osten hin durch die bestehende Baumgruppe begrenzt, die hier eingeordneten Holzdecks bieten sommerliche Schattenplätze, Rückzugsbereiche auf einem zum Toben und
    Bolzen geeignetem Schulhof.

    Lesegarten
    Die hinter der ersten Fassadenebene des Tüftlerkosmos liegenden einläufigen offenen Treppen bilden den Aufgang zum Lesegarten auf dem Dach des eingeschossigen Gebäudeteils. Die aufgehenden Wände der Oberlichter werden ähnlich wie die Oberlichter der Sporthalle im Hortbereich als Sitzstufen ausgebildet, es entsteht ein artifizieller, fast labyrinthartiger Garten mit einer Vielzahl kleiner Rückzugsbereiche.
    Durchquert man das Labyrinth, erreicht man ebenengleich Kletterinsel und Sandfeld, Aktivitätsbereiche für konzentriertes Spiel, die in den herabfließenden Park eingeordnet sind.
    Terrassierungen und kleine Mauern ermöglichen hier den Abschluss des Schulgeländes zum öffentlichen Freiraum hin. In der Blickachse zur Wach`schen Villa liegen die Trittsteine, Teil der neuen Wegebeziehung, die die historische Blickachse umspielt. Folgt man dem schmalen Pfad, erreicht man den Aussichtspunkt am historischen Parkweg und gelangt von dort zur
    wiederhergestellten Terrassenanlage der Villa Wach.

    [...]

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.

INFO-BOX

Angelegt am 11.02.2010, 15:41
Zuletzt aktualisiert 24.05.2012, 12:47
Beitrags-ID 4-32681
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