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  • DE-90459 Nürnberg
  • 12/2009
  • Ergebnis
  • (ID 2-19698)

Umgestaltung Nelson-Mandela-Platz Nürnberg


  • 2. Ankauf

    kein Bild vorhanden
    Landschaftsarchitekten
    faktorgruen, Freiburg im Breisgau (DE), Rottweil (DE), Heidelberg (DE), Stuttgart (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Johannes Schittenhelm, Martin Schedlbauer, Anna Pohl, Melanie Borutta, Stefan Scholz

    Erläuterungstext
    Realisierungswettbewerb Nelson-Mandela-Platz Nürnberg


    „Unsere tiefgreifendste Angst ist nicht, dass wir ungenügend sind.
    Unsere tiefste Angst ist, über das Messbare hinaus kraftvoll zu sein.
    Es ist unser Licht, nicht unsere Dunkelheit, das uns erschreckt.
    Wir fragen uns, wer bin ich, mich brillant, großartig, talentiert, phantastisch zu nennen?
    Aber wer bist Du, Dich nicht so zu nennen? Du bist ein Kind Gottes.
    Dich selbst klein zu halten, dient nicht der Welt.
    Es ist nichts Erleuchtendes daran, sich so klein zu machen, dass andere um Dich herum sich nicht sicher fühlen.
    Wir sind alle bestimmt, zu leuchten, wie es die Kinder tun.
    Wir sind geboren worden, um den Glanz Gottes, der in uns ist, zu manifestieren.
    Und wenn wir unser eigenes Licht erscheinen lassen, geben wir unbewusst anderen Men-schen die Erlaubnis dasselbe zu tun. Wenn wir von unserer eigenen Angst befreit sind, befreit unsere Gegenwart automatisch andere.“

    (Aus der Antrittsrede Nelson Mandelas zu seiner Ernennung als Präsident)

    Idee
    Der Entwurf ist inspiriert von dem Geist und der Botschaft Nelson Mandelas, die in seiner Antritts-rede zur Ernennung zum Präsidenten am deutlichsten zum Ausdruck kommen. Es soll ein heiterer und offener Platz entstehen, ein Ort voller Freude und Licht, der uns ermuntert, an unsere eigene Kraft zu glauben und unser inneres Licht zum Leuchten zu bringen. Der Nelson-Mandela-Platz wird zum Ort gelebter Demokratie, die Strukturen und Gestaltungselemente symbolisieren die Frei-heit und Individualität jedes Einzelnen. Allzu enge Denkmuster und Begrenzungen lösen sich auf und machen Platz für individuelle Strömungen und Bewegungen. Es entsteht ein Ort der Begeg-nung, offen für die vielseitigsten Nutzungen, der zur Begegnung der Völker und Kulturen einlädt und zum Nachdenken über die zentralen Themen der Menschheit, Friede, Freiheit und Menschen-rechte auffordert.


    Platzkonzept
    Für den Nelson-Mandela-Platz wird eine einheitliche und durchgängige Gestaltung vorgeschlagen. Klare und ordnende Stadtstrukturen werden aufgenommen und auf dem Platz fortgeführt. Durch leichte Verschiebungen und Brechungen in der Geometrie entstehen neue, freiere Interpretatio-nen, die dem Platz einen heiteren und offenen Geist verleihen. Die einzelnen Nutzungszonen wer-den definiert, gehen aber fließend ineinander über und erlauben so eine flexible Nutzung für klei-nere und größere Veranstaltungen wie z.B. Wochenmarkt oder Musikfestivals.

    Lichtbänder
    Das Licht wird thematisiert in Form von Lichtstrahlen oder Bändern, die quer über den Patz verlau-fen. Sie betonen die Querverbindungen über die Straße hinweg und verweben die Südstadt mit dem Bahnhof und der Innenstadt. Auf den Lichtbändern sind Grundsätze und Begriffe eingelassen, die den Geist und die Haltung Nelson Mandelas zum Ausdruck bringen und den Besucher zum Innehalten und Nachdenken anregen. Der Belag des Platzes wird in einem hellen, beigen Natur-stein oder eingefärbtem Asphalt ausgebildet.

    „Lichte Halle“
    Ein lichtes Dach schafft den räumlichen und städtebaulichen Abschluss des Platzes zum Bahnhof hin und stellt die Platzkante her. Das Dach verbindet die drei Zugänge zum Bahnhof miteinander und nimmt die verschiedenen Funktionen, wie Ankunft, Infopunkt, Fahrradüberdachung und Fahr-scheinautomaten auf. Im zentralen Platzbereich bleibt die lichte Halle frei von Nutzungen und wird zum Ort der Begegnung. Im Rahmen von Festen und Veranstaltungen wird das Dach zur Markt-halle und bietet Platz für Musikfestivals und Kunstevents. Die Architektur der Halle ist inspiriert von den teilweise improvisierten Bauten Südafrikas und bildet in seiner spielerischen und lockeren Hal-tung einen erfrischenden Gegenpol zu unserer allzu strengen und organisierten Alltagswelt.


    „Murals“
    Typisch für Südafrika, der Heimat Nelson Mandelas, sind die „murals“, das sind bunte und farben-frohe Wandmalereien, die die Unbeschwertheit und die Lebensfreude Afrikas zum Ausdruck brin-gen. Die vorhandene Wand wird im Rahmen der Herstellung des Ostdurchstichs verlängert und unter Einladung und Mitwirkung von Künstlern aus Südafrika mit „murals“ bespielt. Die Murals bringen den Geist Südafrikas nach Nürnberg, und verleihen dem Platz einen heiteren und offenen Charakter als Ort der Begegnung und des interkulturellen Austausches. Begleitend zu den Kunste-vents finden auf dem Platz regelmäßig Kunst- und Kultur-Festivals, wie z.B. ein Africa-Musik-Festival statt.

    „Lichtquelle“
    Im Zentrum des Platzes bildet ein flacher Brunnen mit spielerisch angeordneten Quellsprudlern und Fontänen einen Anziehungspunkt. Das Wasser spiegelt das Licht und bringt es als „Lichtquel-le“ auf den Platz. Die schmalen Lichtbänder führen als ca. 80 cm breite Stege über das Wasser, ein Symbol für den Mut, den es auch braucht um den Weg zum Licht anzutreten, denn man nimmt dabei in Kauf, auch mal nass zu werden. Die Lichtquelle bildet einen heiteren Ort des Spiels und der Begegnung für Jung und Alt, und steht auch für Aufbruch und Hoffnung, das Überwinden und Auflösen alter Barrieren und Denkstrukturen


    Grünkonzept
    Das Baumkonzept unterstützt den angestrebten hellen und lichten Charakter des Platzes. Es wer-den Baumarten verwendet, die mit ihrer lichten und schirmförmigen Kronenausbildung die Stim-mung Afrikas einfangen und auf den Platz bringen. Die heimische Kiefer als Verwandter der Pinie erzeugt mit ihrer schirmförmigen Krone einen charakteristischen Eindruck, Blauglockenbäume er-setzen den Jacaranda-Baum, der aufgrund der klimatischen Verhältnisse in Nürnberg nicht ver-wendet werden kann und bringen die typischen blauen Blüten. Abgerundet wird das Konzept durch das lichte, gefiederte Laub des Schnurbaums. In freier Anordnung an den Platzrändern verteilt erzeugen die Bäume lichte Baumdächer und Raumkanten, ohne die Räume abzuschließen. Im Westen werden die Platzkanten der Nachbarbebauung aufgenommen, im Osten schaffen sie ei-nen räumlichen Abschluss.

    Verkehr
    Die Straße Hinterm Bahnhof wird in einem Abstand von ca. 20 Metern in geschwungener Form über den Platz geführt, die kräftige und markante Platzgestaltung bindet die Straße in die Gestal-tung ein. Die notwendigen Stellplätze werden direkt entlang der Straße angeordnet, um den Platz so wenig wie möglich zu beeinträchtigen. Entlang der Südseite werden Senkrechtparker angeord-net, an der Nordseite werden in einem Längsparker-Streifen die Stellplätze für Taxi und Kiss and Ride untergebracht. Der Radweg wird parallel zur Straße innerhalb des Platzes geführt. Die Park-plätze der DB an der Ostseite werden in das Platzkonzept integriert. Die Galgenhofstraß0e wird als Einbahnstraße über den Platz geführt, der Hummelsteiner Weg wird an die Galgenhofstraße an-gebunden. In seiner Verlängerung dient er zur Andienung des Bürogebäudes sowie als Feuer-wehrzufahrt.

    Möblierung
    Der Nelson-Mandela-Platz wird bewusst sparsam möbliert, um den offenen Eindruck nicht zu stö-ren. Die vorgeschlagenen "Platzkissen" bestehen aus robustem, vandalismusresistentem Leicht-beton. Durch ihre Anordnung sowie ihrem lichten Charakter besteht eine gute Orientierung und Einsehbarkeit, Idee ist das Bild von Inseln auf dem Platz.


    Beleuchtung

    Die Beleuchtung des Platzes unterstützt den angestrebten offenen und heiteren Charakter. Die „Moon torches“ oder „Mondfackeln“ in freier Anordnung über den Platz verteilt erzeugen eine festli-che und feierliche Stimmung. Durch ihre Formgebung in Anlehnung an Fackeln verleihen sie dem Platz eine zusätzliche afrikanische Anmutung. Die „Lichte Halle“ wird nachts beleuchtet und reflek-tiert ihrerseits das Licht auf den Platz. Die Schriftzüge in den Lichtbändern sind ebenfalls beleuch-tet und setzten lineare Akzente. Die „Lichtquelle“ hat nachts ihren großen Auftritt, der Boden und die Fontänen werden durch LED-Scheinwerfer inszeniert, der Brunnen wird zur magischen Quelle des Lichts.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.