loading
  • DE-35390 Gießen
  • 01/2010
  • Ergebnis
  • (ID 2-22774)

Universitätsstadt Gießen, Landesgartenschau 2014


  • Ankauf


    Landschaftsarchitekten
    RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten, Bonn (DE), Hamburg (DE), Köln (DE), Mannheim (DE), Berlin (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Prof. Peter Jahnen

    Erläuterungstext
    LAHNAUE
    Die Struktur des Gebietes Lahnaue wird durch die Überlagerung zweier Elemente in seiner großräumlichen Wahrnehmung geprägt. Die gefassten Baumgruppen, die die Dynamik des Flusstals aufnehmen und die Dreidimensionalität der Flussaue unterstreiche und die linearen Wege- und Lichtachsen, die die Stadtquartiere mit der Lahnaue und beide Stadtbereiche in Form von Sichtachsen über das Flusstal vernetzen. Das Ufer der Lahn bleibt in seinen weitestgehenden Bereichen naturnah geprägt. Diese Entwurfshaltung zu dem Motiv des Flusstals wird unterstützt durch die Anlage von linearen Mulden, in welchen das Wasser nach der Hochwasserüberflutung länger gehalten wird. In diesen Bereichen wird der Auencharakter durch die Pflanzung von standortgerechten Bäumen und Stauden unterstützt. Dieses Element ergänzend bzw. kontrastierend, werden Baumgruppen auch auf linearen Aufschüttungen gepflanzt. Dieses Bild der Lahnaue lässt sich perspektivisch auf einen späten Zeithorizont projizieren und so stellt der Entwurf die Vision des Plangebietes dar, welche heutige Besitzverhältnisse überplant und das heutige Bild von Kleingärten gegen ein neues Freiraummotiv der Flussaue im Siedlungsraum austauscht. Nichtsdestotrotz ist eine sukzessive Umsetzung auf Basis dieses Leitbildes vertretbar.

    Im Bereich der Klein- und Eigentümergärten Lahnaue-Weststadt, sieht der Entwurf eine städtebauliche Ergänzung des Areals zwischen Schützenstraße und Hochwasserschutzdeich vor. Die dargestellten Gebäudekonfigurationen sind nicht als eine konkrete architektonische Formulierung sondern als Baufelder zu verstehen. Der Entwurf sieht langfristig eine Verlagerung der Kleingärten, zugunsten einer stadtnahen Freizeitfläche vor, die multifunktional nutzbare Wiesenflächen mit Aufenthaltsbereichen, Spielbereichen und Orten am Wasser aufweist. Das Ufer wird naturnah ausgeprägt.
    Der Bereich der Kleingärten an der Bootshausstraße korrespondiert mit seiner Struktur und seinen Wegeachsen mit der gegenüber liegenden Lahnseite. Dadurch wird der Zugang zur Weststadt akzentuiert. Der Entwurfsverfasser kann sich hier in kleineren Teilbereichen neue Wohnbebauung vorstellen. Aber auch bei diesem eher breiten und großflächigen Areal soll eine öffentliche Freiraumnutzung langfristig Vorrang haben. Punktuell wird eine geordnete Kleingartenstruktur zur Sicherung des Grünraumes angedacht. Historische Kleingärten aus der Gründerzeit können durch eine öffentliche Nutzung langfristig erhalten bleiben und neue Aufenthaltsqualität z.B. in Form eines Biergartens bieten.

    Im Bereich des Bootshauses und der Kinkelschen Mühle werden die starken Potenziale und Qualitäten weiter geschärft. Die privaten Eigentums- und Denkmalrestriktionen werden berücksichtigt. Eine öffentliche Wegeführung über die Lahnhalbinsel wird festgelegt und das Areal erhält eine städtebauliche Ergänzung zur Sachsenhäuser Brücke. Der Stadteingang über die Rodheimer Straße wird durch neue Wohnbebauung und eine frei stehende Hotelanlage akzentuiert. Parkplätze reihen sich an den Bahndamm an, sie belegen keine für Wohnen und Erholung attraktiven Flächen.
    Für Ruder- und Kanustport werden Zugänge zum Wasser freigehalten. Interessante Aufenthaltsbereiche wie die Einmündung der Wieseck, die Wehranlagen und die Zugänge zur Stadt, werden durch Platzaufweitungen betont. Der Bahnhof erhält ein Vorplatz in Richtung Lahnaue, der mit Rasenterrassen zu einem multifunktionalen Sportbereich, einer zukünftig höheren Frequentierung Raum bietet. Das geschützte Biotop bleibt erhalten.
    Durch punktuell gebaute, neue Stadtvillen südlich des Bahnhofes, wird der Stadtrand aufgewertet und es entsteht eine neue städtische Kannte. Die Aufgabe der Kleingärten am Westufer und die Verlagerung des Hauptweges ermöglichen einen breiten Uferstreifen, der sowohl der Freizeitnutzung als auch der naturnahen Ufergestaltung dient.


    VEBINDUNGEN WIESENAUE ZUR LAHNAUE
    Der Entwurf sieht vier Wege für die Vernetzung der beiden Freiräume in die Stadt und miteinander vor.
    Die erste Route ist der Lauf der Wieseck. Bis auf Teilabschnitte ist ein das Wasser begleitender Weg vorhanden. Die Strecke führt über Fachhochschule, Rathaus, Stadthalle, Löberstraße und durch das herrliche Viadukt der Bahntrasse in den Mündungsbereich der Wieseck in die Lahn. Die zweite Route startet am neuen Haupteingang des Stadtparks Wieseck und führt vorbei an Schloss, Marktlauben, Stadtkirche und Marktplatz zur Kinkelschen Mühle an die Lahn. So wie man die erste Route den blauen Lauf oder die Wasserroute nennen kann, so ist die zweite die steinerne Route, der historische Lauf, der zentrale Strang. Der dritte Strang lehnt sich an die ehemaligen Befestigungsanlagen und ihre Freiflächen an. Diese Route ist die schnellste und grünste, der Sportlerkurs. Sie bindet durch den neuen Bahndammdurchbruch von der Dammstraße unmittelbar neben dem Bootshaus an. Die nördliche Verbindung zur Lahnaue bildet einen Grünsaum entlang der Wohngebiete. Es entsteht eine Grüne Verbindung zwischen den beiden Gewässern.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.