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  • 1. Preis

    Mettler Landschaftsarchitektur - Europaplatz

    Landschaftsarchitekten
    Mettler Landschaftsarchitektur, Gossau (CH), Berlin (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Michael Eckardt, Kai Beschorner, Nicole Ptak, Jakob Kastner, Helge Kickert, Kaja Terpinska, Marek Langner, Marcela Garcia

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: AV1 Architekten GmbH Dujmovic Schanné Urig, Kaiserslautern (DE), Berlin (DE), Münster (DE)
    Lichtplaner: conceptlicht at, Mils / Innsbruck (AT)

    Erläuterungstext
    Der neu gestaltete Stadtraum der Kaiser- und Karl-Friedrich-Straße erhält seine Prägnanz mittels einer durchgängigen identitätsbildenden Formensprache und stellt eine zukunftsfähige Konzeption zur nachhaltigen Aufwertung des öffentlichen Raumes dar. Die schlichte Gestaltung schafft Verbindungen sowie Durchgängigkeit und bindet die beiden Hauptachsen durch einen einheitlichen Bodenbelag, attraktive Stadtplätze und präzise Baumsetzungen in das Karlsruher Zentrum ein. Kleinarchitektur und Mobiliar wie Haltestellen, Sitzbänke und Beleuchtung sind aufeinander und auf den Bodenbelag abgestimmt. Die Neugestaltung der Plätze und Straßenräume ermöglichen Aktivitäten aller Alters- und Personengruppen und fördert die Kommunikation.

    Das einheitliche Gesamtkonzept reagiert auf die unterschiedlichen Bereiche. Das Baumkonzept verstärkt und reagiert auf die Stadtstruktur. Das städtisch urbane Zentrum mit dem Markplatz bleibt baumfrei, die beiden Torplätze (Mühlburger Tor und Durlacher Tor) welche die ehemalige Stadtgrenze bildeten, werden durch zusätzliche Baumpflanzungen grüner. Das urbane Ettlinger Tor bildet den Gegenpart zum grünen Schlosspark.

    Der neue Belagsteppich aus hellen Granitplatten (verlegt im Läuferverband), wird durch ein Band aus abstrahierten Barock-Bordüren gegliedert. Das Band welches als Pixel-Mosaik gestaltet wird kann als abstrakte Barockform oder auch als Adaption der hohen Fußgänger Frequentierung verstanden werden. Materialisiert wird es aus Kleinsteinpflaster aus unterschiedlichen Natursteinen (grau-bunter Granit, dunkler Basalt, weißer Marmor und einzelne schimmernde Syenit-Steine). Durch die gesägten Steine entsteht eine gehfreudige Oberfläche. In der Kaiserstraße bildet das Band die offene Mitte und auf dem Markplatz wird als Pendant mit dem Band die Mitte gefasst.

    Das Band in der Kaiserstraße wird im Bereich der sieben zentralen Radialstrassen unterbrochen und reagiert wie auch die Baumstellung auf das Radialsystem. Das Band endet oder beginnt an den beiden Plätzen - Europaplatz, Berliner Platz. Der Belag außerhalb der beiden Plätze wird mit hellem Granitpflasterstein befestigt. Die Pixel-Struktur wird auch in der Gestaltung der Haltestellen-Bauten (geätzte Oberflächenstruktur der Fassaden) sowie im Sitzbank-Design (Öffnungen in der Sitzfläche aus Holz) aufgenommen.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Einheitliche Beläge (Granit und ornamentale Bänder aus farbigem Natursteinpflaster) verbinden Kaiserstraße, Marktplatz und Karl-Friedrich-Straße konsequent zu einem zusammenhängenden Gefüge.

    Die für die Möblierung eingesetzten Materialien (Messing und Thermoholz) erfüllen den Anspruch, den öffentlichen Raum optisch und atmosphärisch aufzuwerten, auf bemerkenswert kreative Weise. Die Verwendung dieser Materialien auch an den Treppenbrüstungen und deren Ausformung zu Sitzelementen verstärkt die prägnante Wirkung.

    Der Einsatz von abgehängten Beleuchtungselementen gewährt eine effiziente und angemessene Ausleuchtung und reduziert die Einbauten in der Kaiserstraße. Die östlichen und westlichen Abschlüsse der Kaiserstraße mit grünbetonten Plätzen werden im Grundsatz begrüßt, jedoch sind die Gliederung
    des Platzes vor der Bernardus-Kirche und der Übergang in die Karl-Wilhelm-Straße nicht überzeugend gelungen. Die Anordnung des Pavillons auf dem Europaplatz korrespondiert nicht angemessen mit der symmetrischen Fassade der Postgalerie.
    Die bisherige Anordnung der Bäume im mittleren Abschnitt der Kaiserstraße wird nicht hinterfragt.

    Damit wird die Chance für eine mehr Einheitlichkeit stiftende ergänzte oder neu geordnete Bepflanzung nicht genutzt. Die Übergänge und Anschlüsse der querenden Fächerstraßen werden eindeutig und überzeugend gelöst.

    Der Zugang zur Universität wird durch eine offene, transparente Gestaltung des Berliner Platzes mit einer Baumreihe am südlichen Platzrand unterstützt. In der östlichen Kaisertrasse kann unter Wahrung der freien Sicht auf die Fassade der Universität auf der Südseite mit einer Baumreihe eine Aufwertung erzielt werden.

    Das Preisgericht würdigt das prägnante Konzept der Verfasser, mit dem es gelingt, ein unverwechselbares und hochwertiges Stadtbild für die Kaiserstraße und die Via Triumphalis zwischen Fußgängerzone und Ettlinger Tor zu formulieren. Stadtgrün, Stadtboden und Möblierung werden – wie bei keinem anderen Beitrag – als architektonische Einheit präsentiert.