loading
  • 3. Preis

    Lageplan 1:500

    Stadtplaner
    terra.nova Landschaftsarchitektur, München (DE) Büroprofil

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Das Konzept zur Neugestaltung der Kaiserstraße basiert auf der Idee, einen zusammenhängenden Raum zwischen den Eingangsplätzen Kaiserplatz und Bernhardusplatz zu schaffen, der eine Fußgängerzone, aber auch befahrene Flächen ermöglicht – ausgeführt mit dem gleichen Material. Den Verfassern
    gelingt dies, indem sie in den zu gestaltenden Strassen und Plätzen konsequent einen Teppich aus Naturstein-Platten vorsehen. Mit dem von den Verfassern vorgeschlagenen ‚Stadtparkett’ soll –analog einem Schiffsparkett – eine homogene, jedoch in sich differenzierte und abwechslungsreiche Oberfläche angeboten werden, mit der die Atmosphäre eines besonderen Zimmers in der Karlsruher Stadtmitte erzeugt wird.
    Die von den Verfassern vorgeschlagene Farbe in rot- bzw. anthrazitbraun für die Beläge widerspricht den eigenen Darstellungen. Die in den Visualisierungen gezeigte hell-beige-graue Farbigkeit, wäre in jedem Fall für die stadträumliche Erscheinung von Vorteil.
    Sehr positiv bewertet die Jury, dass es den Verfassern gelingt, in den einzelnen Straßen- und Platzbereichen trotz des homogenen Straßenbelags, unterschiedliche Stimmungen zu erzeugen. Der Kaiserplatz öffnet sich durch die Fortsetzung der Achse der Kaiserstraße sehr einladend nach Westen und
    erhält mit seiner Begrünung das Thema eines „Blumenmeers“ – so die Diktion der Verfasser.
    Am Europaplatz stellt sich die Frage, ob eine einseitige Überdachung für die Fahrgäste angesichts der nahen Arkade nicht ausreichend wäre.
    Die Bäume in der Kaiserstraße erscheinen der Jury zu dicht gesetzt, auch wenn unter den Alleebäumen ein grüner Himmel assoziiert werden kann. Die baumlose steinerne Mitte des Marktplatzes sollte zur Platztirade hin fortgesetzt werden, um der Besonderheit des Ortes gerecht zu werden. Im Bereich der ‚kleinen Kirche’ und der Lammstraße müssten deshalb Bäume entfallen.
    Der dicht mit Bäumen bepflanzte Berliner Platz eignet sich gut als Hauptzugang zur Hochschule und lädt zum Verweilen ein. Das Konzept könnte allerdings der hohen Frequenz einströmender Fußgänger und Radfahrer nicht gewachsen sein. In der östlichen Kaiserstraße ist vor den historischen Gebäuden des KIT eine dichte Baumreihe nicht erwünscht.
    Die Verfasser schlagen einen weiteren Platz als Tor zum Campus vor. Die Funktionalität dieses neuen Platzes als zweiter KIT-Eingang wäre noch nachzuweisen.
    Die Gestaltung des St. Bernhadusplatzes mit der Freistellung der Kirche auf dem Kirchenpodest und der reduzierten Begrünung im Norden wird als sehr angemessen beurteilt.
    Als ausreichend wird auch empfunden, dass die strahlenförmigen Achsen des
    Stadtgrundrisses, lediglich in der Mittelachse in den Entwurf einbezogen werden.
    Die Kleinteiligkeit und das Format des vorgeschlagenen Platz- und Straßenmaterials versprechen zwar eine hohe Flexibilität, jedoch auch hohe Materialkosten. Mit der klar geschnittenen Flächen und einem reduzierten Materialkanon schaffen die Verfasser eine qualitätsvolle und hochwertige Lösung, die mit den edlen Oberflächen des Stadtmobiliars – Granit, Holz und Baubronze – unterstrichen wird. Zu einigen funktionalen Anforderungen wie dem Kundenzentrum am Europaplatz oder zur Fahrgastüberdachung am Durlacher Tor fehlt in den Plänen eine Aussage. Das VBK-Gebäude am Durlacher Tor entspricht in seiner Größe nicht den Vorgaben. Insgesamt ist aber die von den Verfassern vorgeschlagene urbane Partitur ein gelungener Ansatz für die Neugestaltung der Mitte von Karlsruhe.