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  • DE-56346 St.Goarshausen
  • 12/2009
  • Ergebnis
  • (ID 2-24169)

Wettbewerb "R(h)ein-Blicke" im UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal


  • 1. Preis

    südlich St. Goar - Fellen

    Landschaftsarchitekten
    BIERBAUM. AICHELE. landschaftsarchitekten, Mainz (DE), Frankfurt am Main (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: PGM-Architekten.Innenarchitekten - J. Hill, Mainz (DE)

    Preisgeld
    8.000 EUR

    Erläuterungstext
    Stoppen – Halten – Orientieren – Informieren


    Rheinblicke an den markanten Orten des Mittelrheintales.
    Orte für den Individualreisenden
    Er wird fasziniert, er wird eingeladen die Landschaften in sich aufzunehmen.
    Eine im Innern beleuchtete Stele hergestellt aus zwei sich ergänzenden, bedruckten Stahlelementen,
    die den Verlauf des Rheins im Weltkulturerbe markiert,
    gleichzeitig den Standort darstellt und die weiteren Rheinblicke vorstellt, dient als Blickfang und Zeichen innerhalb eines Rastbereiches.
    Die Farbe des Lichtes ist golden und erinnert an den Sonnenaufgang in der Tiefe des Rheines, das Rheingold
    und den „Ring der Nibelungen“

    Eine Projektion des Verlaufs im Fußboden/ Plattform, - (in Beton gegossen) ergänzt durch klassische, literarische Zitate,
    z.B.
    Victor Hugo : Rheinreise
    Heinrich Heine : Lied von der Lore-Ley
    Heinrich Heine : Rabbi von Bacharach
    etc.
    jeweils bezogen auf den Ort erweitert das Bild
    und verweist auf die kulturelle und historische Bedeutung.

    Entspannen und ausruhen,
    eins werden mit dem Fluss und der Landschaft.
    Die Bilder einatmen, die Weite und Tiefe des Rheines in seiner Poesie erleben.

    Die Gestaltung des Gesamtplatzes
    ermöglicht

    1. einen Zugang zum Rhein mit in der Böschung angelegten Stufen, die entwickelt sind aus vorhandenen Strukturen,
    und damit den direkten Zugang zum Ufer und zum Wasser

    2. eine Wanddarstellung aus in Gabionen-Körben geschichtetem
    Rheinschiefer mit angegliederten Sitzbänken und
    kleinen Tischen, ebenfalls aus Rheinschieferplatten.

    3. das Anlegen einer begleitenden Baumreihe

    4. die geforderten Parkflächen

    Gleiche Zeichen entstehen für verschiedene Orte,
    sie ermöglichen das Sammeln von Eindrücken in der Wiederkehr der Elemente.


    Die persönliche Rheinreise wird an markanten Punkten fixiert
    und für die Erinnerung festgehalten.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Leitidee „stoppen – halten – orientieren – informieren“ wird vom Bearbeiter durch einen „Baukasten“ verschiedener Gestaltungselemente klar umgesetzt.
    Die Gruppierung der Elemente lädt zum Aufenthalt ein, bietet Möglichkeit zur Orientie-rung (Rheinverlauf mit Standort) sowie Information und das Erlebnis des Wassers – entspricht damit in vollem Umfang den Zielvorstellungen des Auslobers.
    Dem Verfasser gelingt es, mit wenigen, immer wiederkehrenden Elementen zurückhaltend aber doch prägnant mit einer angemessenen Gestaltung auf die Rheinblicke hinzuweisen.
    Die Gestaltung greift auf ortstypische Elemente wie z.B. die niedrigen Mauern, Materia-lien, Baumreihe etc. zurück, setzt interessante Akzente durch die Zugänge zum Wasser sowie – als wiederkehrendes Element – die Plattform mit der Stele.
    Es entstehen interessante, qualitätsvolle und gut nutzbare Räume mit eindeutiger Funktionszuordnung (Parken – Information und Aufenthalt – Zugang zum Wasser).
    Der Zugang zum Wasser wird als ein wesentlicher Bestandteil der Rheinblicke gesehen.
    Auch in der Dunkelheit stellt die Stele mit dem stilisierten Rheinverlauf ein klares Merkzeichen dar.
    Die Gabionenmauern – teilweise mit Bänken und Tischen kombiniert – tragen zu der gewünschten hohen Aufenthaltsqualität bei.
    Bei weiter von der Straße entfernten Punkten, wie z.B. in St.Goar – Fellen stellt sich die Fra-ge, ob der Erkennungswert der Stele für den vorbeifliessenden Verkehr ausreicht.
    Durch die Anordnung der Gestaltelemente auf den Flächen entsteht eine klare Zuordnung der Bereiche für den fließenden und ruhenden Verkehr sowie zum Aufenthalt, eine weitere Beschilderung ist hierdurch nicht erforderlich.
    Die Unterbrechung der Baumreihe entlang der Straße markiert jeweils die Ein- und Ausfahrt.
    Die über dem Boden „schwebende“ Plattform wird in ihrer gestalterischen Qualität gesehen, allerdings sind keine Zugangsmöglichkeiten für Behinderte / Rollstuhlfahrer darge-stellt.
    Große Teile der bearbeiteten Flächen bleiben unversiegelt, lediglich die Plattform um die Stele sowie der Abgang zum Rhein werden befestigt.
    Der Verfasser stellt keine weitere Differenzierung in Bauabschnitte dar.
    Das Budget wird mit ca. 180.000 € Baukosten leicht überschritten.
    Die Genehmigungsfähigkeit der quer zur Abflussrichtung angeordneten Gabionenwände ist zu prüfen, ansonsten erscheint eine zügige Realisierung denkbar.
    Insgesamt zeigt die Arbeit mit hoher Qualität, wie mit typischen und prägnanten, dem Welterbe angemessenen Gestaltungselementen, Orte mit Wiedererkennungswert geschaffen werden, die aber – wie vom Verfasser aufgezeigt - individuell auf die jeweilige örtliche Situation abgestimmt werden können.