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  • 3. Preis

    Siegterrassen

    Landschaftsarchitekten
    POLA, Berlin (DE), Hamburg (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Tragwerksplaner: KLÄHNE BUNG Beratende Ingenieure im Bauwesen GmbH, Berlin (DE)

    Erläuterungstext
    Städtebauliche Leitidee – Bitte PLATZ nehmen!
    Die Schaffung und Vernetzung einer räumlichen Abfolge von Stadtplätzen, von der Unterstadt bis zur Oberstadt, ist Grundkonzept des Entwurfes. Diese Plätze sind stadträumliche Gelenke, die beide Stadtteile miteinander verbinden.

    Mit Platzbändern wird die gesamte Stadt vernetzt und erhält so einen hohen Wiedererkennungswert. Sie finden sich auf den Promenaden und Fußwegen, sowie auf der neuen Brücke wieder. Die über die Stadt verteilten Platzbänder bestehen aus großformatigen, anthrazitfarbenen Betonplatten mit Eisenglimmeranteil, die an den ehemaligen Abbau von Erzen in der näheren Umgebung erinnern. Auf diesen Bändern sind alle Ausstattungselemente, nämlich Bänke, Beleuchtung, Papierkörbe und Fahrradständer enthalten. Sie sind so angeordnet, dass stets eine Fahrgasse für Anlieferung und Rettungsfahrzeuge besteht.
    Der Maria-Rubens-Platz wird als Teil der Flussüberbauung zurückgebaut. Hierdurch wird der historische Blick vom Scheinerplatz über die Sieg in Richtung Oberstadt wieder hergestellt.

    Die größte Zäsur der städtebaulichen Neuordnung ist die Freilegung der Sieg. Der Fluss, an dessen Ufer sich die ersten Siedler nieder ließen, wird wieder Teil des Stadtbildes und ein weiteres landschaftlich prägendes Element neben dem Siegberg. Der ehemalige Landschaftsraum des Flusstales erhält mit den grünen, mäandrierenden Uferterrassen eine neue, zeitgemäße Form innerhalb des urbanen Stadtbildes. In der Sanierungsplanung wurden die wasserbaulichen Vorgaben der Universität Siegen beachtet.
    Die Siegterrassen sind in Fertigteilelemente gefasst und in einer Höhenentwicklung von 30 bis 50cm gestaffelt. Aufgelagert auf den Einfassungselementen finden sich Sitzauflagen. Über Rampen, Stufen und Treppen werden die verschiedenen Niveaus erschlossen.

    Die neue Brücke, in direkter Verlängerung der Öffnung zum Kölner Tor, nimmt den Hauptbewegungsstrom von der Unterstadt zur Oberstadt auf. Sie ist sowohl Bewegungs- als auch Ruheraum und lädt ebenso zum Überqueren des Flusses wie auch zum Verweilen und Betrachten des neuen renaturierten Flussbettes ein.
    Auf dem Tragwerk beruhend bildet sich der Brückenträger als geschwungenes Sitzelement aus. Mit Holzelementen belegt, wird er zu einer Sitzlandschaft auf der Brücke und ist Teil der Sitzbänder, die sich durch die Stadt ziehen.
    Das Tragwerk der Fußgängerbrücke ist aus Stahl: Der Querschnitt wird durch einen torsionssteifen, 60cm breiten und in seiner Höhe zwischen 40cm und 120cm veränderlichen Kastenträger gebildet, an den die Gehbahnen beidseitig asymmetrisch mit Breiten von 4,00m und 2,00m anschließen. Die Gehbahnen sind in Längsrichtung ausgesteifte Fahrbahnbleche, die durch Querträger im Abstand von 1,00m unterstützt werden.
    Der Kastenträger als Haupttragelement ist ein auf der Stadtseite eingespannter Träger, auf der anderen Seite liegt er gelenkig auf. Die Höhenentwicklung berücksichtigt sowohl statische als auch gestalterische Erfordernisse; durch die Anordnung des Kastenträgers innerhalb des Querschnitts erscheint die Außenansicht der Brücke mit einer Bauhöhe von 40cm äußerst filigran und wird durch die 2cm dicken Querträgerbleche harmonisch strukturiert.
    Trotz ihrer sehr geringen Bauhöhe lässt sich die Brücke durch die Höhenentwicklung des Hauptträgers so einstellen, dass die Erregerfrequenzen der Fußgänger nicht mit den Eigenfrequenzen übereinstimmen und damit die für Fußgängerbrücken typische Schwingungsgefahr getilgt wird.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.